27 Eylül 2011 Salı

Antiochia / Antakya - Meine Orient Reise in der Türkei (1Teil)

Antiochia heute Antakya - Die Geschichte der Stadt

Antakya ist heute eine Stadt, die 200.000 Einwohner zählt und 80 m über dem Meeresspiegel ca. 25 km vom Mittelmeer entfernt liegt. Die Stadt hat eine günstige Lage. Sie erstreckt sich unterhalb eines Ausläufers des antiken Casius-Gebirges. Dieses 509 m hohe Gebirge begrenzt das fruchtbare Tal des Asi Flußes gegen Syrien.
liegt im Asi-Tal, an den Hängen des 509 m hohen Berges Silpio, 25 km vom Mittelmeer entfernt und 80 Meter über dem Meeresspiegel. Einst wurde es " Königin des Orients" genannt, denn die Stadt war reich an Kultur, an großen Denkmälern und schönen Kunstwerken.
Dank der günstigen Lage wurde daraus eine Handelsstadt mit regem Verkehr: ganze Karawanen zogen zum Hafen von Seleukia (heute Samandag) hin und her, der durch den Fluss Orontes mit der Stadt verbunden war; dieser Fluss hieß auf Arabisch "der Rebell", da er aufgrund seines gewundenen Verlaufs Strudel und Wirbel verursachte.
Die erste menschliche Ansiedlung mit dem Namen Antigonia, geht auf das Jahr 303 v. Chr. zurück und lag nördlich der heutigen Stadt; sie dauerte aber nicht lange. Den entscheidenden Anstoß für die alte Ansiedlung gab Seleucus I. Nicator, ein Ex-General Alexanders des Großen. Mit Hilfe des genialen Architekten Xenarius machte er aus der Stadt, die er in Erinnerung an seinen Vater Antiochus Antiochia nannte, ein echtes Modell hellenistischer Urbanisierung: gebaut in Schachbrettform, mit geraden Wegen, gesäumt mit Säulengängen und später verschönert von verschiedenen Seleukiden-Königen, die auf einer heute verschwundenen Insel, des Flusses ihren Palast hatten, der später Sitz der römischen Gouverneure wurde.
Der Historiker Strabone nannte die Stadt Tetrapolis (Vier-Stadt) aufgrund der nacheinander gebauten Stadtviertel, die alle mit einer eigenen Mauer umgeben waren, dann aber nochmals von einer gemeinsamen Mauer umschlossen wurden, begonnen von Antiochus IV. und später erweitert von Justinian. Sie hat einen Umfang von 30 km.
Als 64 n. Chr. Pompeius Syrien zur römischen Provinz erklärte, wurde Antiochia zur Hauptstadt. In der Folgezeit nahm sie nach und nach Beziehungen auf zu allen umliegenden Regionen. Der weite Mauerring und reichlich fließendes Wasser gestatteten eine ständige Ausdehnung und Verschönerung. Nach Auskunft der Historiker zählte Antiochia bis zu 300.000 Einwohner (plus 200.000 Sklaven).
Eine Prachtstraße mit doppelten Bogengängen, gesäumt von Villen, reich an Mosaiken, durchquerte die Stadt..
Antiochia behielt Ansehen und Bedeutung bis zur arabischen Invasion im 7. Jh. Sein Niedergang wurde beschleunigt durch ein Erdbeben im Jahr 526, das 200.000 Opfer forderte.
Im 10. Jh. eroberte es erneut Kaiser Nikeforus Foca, aber ein Jahrhundert später ging es wieder verloren. 1098 wurde die Stadt von den Kreuzfahrern eingenommen und blieb für 170 Jahre in den Händen der Christen, bis sie ihnen 1268 wieder vom Sultan Bairbas entrissen wurde. Seit 1939 ist Antiochia eine Provinz der Türkei.

Das christliche Antiochia
Antiochia gewann besondere Bedeutung in den ersten hundert Jahren des Christentums, denn innerhalb seiner Mauern wurde nicht nur ein Evangelium geschrieben (wenn wahr ist, dass Matthäus hier das seinige schrieb), sondern hier erfuhr die Gute Nachricht auch ihre erste denkerische Vertiefung und kulturelle Verwurzelung in der Geschichte.
Die Apostelgeschichte berichtet, dass nach dem Martyrium des Stephanus "einige Bürger von Zypern und Zyrene nach Antiochia kamen und auch den Griechen die frohe Botschaft von Jesus, dem Herrn, verkündeten. Die Hand des Herrn war mit ihnen, so dass viele zum Glauben kamen und sich zum Herrn bekehrten" (Apg 11 ,20-21).
Die Bekehrungen wurden dadurch erleichtert, da in der Stadt eine große jüdische Gemeinde bestand, die viel offener war als jene zu Jerusalem; in der Synagoge las man z. B. die Bibel in Griechisch. So wuchs die Kirche Antiochiens nicht nur zahlenmäßig, sondern wurde auch so bedeutend, dass ihre Mitglieder eine Bezeichnung erhielten, die dann in die Geschichte einging; sagt doch die Apostelgeschichte: "In Antiochia wurden die Jünger Jesu zum ersten Mal Christen genannt" ( Apg 11,26).
Außerdem wurde Antiochia auf vielfache Weise Brückenkopf zur heidnischen Welt: vor allem durch die drei Missionsreisen, die Paulus ja in Antiochia begann; durch den Aufenthalt des Petrus (42-48), bevor er sich in Rom niederließ; durch das Zeugnis der Märtyrer, angefangen bei Ignatius von Antiochien; durch das Apostelkonzil, das erklärte, die jüdischen religiösen Bräuche seien für die aus dem Heidentum kommenden Christen nicht verbindlich (Apg 15, 19-21); durch die Schriften des Bischofs Theophilus, der Berührungspunkte zwischen heidnischer Gotteslehre und christlichem Glauben suchte; durch die Predigt des heiligen Johannes Chrysostomus, der aus Antiochia stammt, und durch viele andere Anstöße, die mit der berühmten Aniochener Schule verbunden sind.
Nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 wurde Antiochia eines der bedeutendsten Zentren der Christenheit. Von seinem Patriarchensitz hingen 12 Kirchenprovinzen mit 167 Bischofssitzen ab. Die Eroberung der Stadt durch die Araber minderte die politisch - religiöse Bedeutung, die allerdings mit Beginn der Kreuzzüge wieder zunahm, bis sie dann 1268 mit der Herrschaft der Mamelucken endete.
Heute ist Antiochia Titularsitz von drei katholischen Patriarchaten : dem syrischen, dem maronitischen und griechisch - melchitischen, und von zwei orientalischen: dem griechisch - orthodoxen und dem syrisch - jakobitischen.

Die katholische Kirche


Die katholische Kirche des lateinischen Ritus hatte durch all die Jahrhunderte Antiochia nicht aus den Augen verloren, auch wenn sie erst 700 Jahre nach den Kreuzfahrern wieder in diese Stadt zurückkehrte, und zwar 1846 mit den Kapuzinern.
Der erste, der hier ankam, war Pater Basilius Galli aus der Ordensprovinz Parma; er hatte sich die Erlaubnis direkt bei Papst Pius IX. geholt. Er eröffnete eine Kapelle und eine kleine Schule. Er gewann rasch die Sympathie der Leute, bezahlte aber seinen unermüdlichen Eifer mit dem Leben: am 12. Mai 1851 erlitt er das Martyrium. Der italienische Kapuziner wurde sofort von französischen Mitbrüdern ersetzt, die einen kleinen Konvent aufmachten und 1852 vom Sultan die Erlaubnis erhielten, in Antiochia für die Katholiken des lateinischen Ritus eine Kirche zu bauen. Sie war nach wenigen Jahren fertig. Durch all die wechselvolle Geschichte blieben die Kapuziner 90 Jahre am ursprünglichen Ort; den Franzosen schlossen sich Brüder aus dem Libanon an. Doch 1939 mussten sie in den neuen Stadtteil umziehen, und zwar in eine ehemalige Lakritzenfabrik, die zuvor einige Jahre von den Armeniern als ihre Kirche benutzt worden war, bevor sie nach Syrien ausreisten.
Als die französischen und libanesischen Kapuziner sich zurückzogen, wurde 1964 die Betreuung der katholischen Gemeinde Antiochias den Kapuzinern von Parma anvertraut, die hin und wieder von Mersin herkamen.
Erst 1973 nahm dort ein Ordensmann festen Wohnsitz an. Doch 1977, als jeglicher Besitz konfisziert wurde, sah er sich gezwungen, in ein Haus überzuwechseln, das im historischen Zentrum von AIt-Antiochia liegt.
Man kann es Fügung Gottes nennen, nun in einem idealen "ökumenischen Dreieck" zu wohnen: nur wenige hundert Meter von der Synagoge entfernt, nicht weit von der orthodoxen Kirche und sogar im Windschatten einer alten Moschee. Ein angrenzendes Haus wurde später dazuerworben und beide renoviert. Sie bilden heute ein einheitliches Bauwerk, das durch seinen orientalischen Stil sehr beeindruckt. Zur katholischen Kirche in Antiochia gehören heute: ein kleiner Konvent, das den Aposteln Peter und Paul geweihte Kirchlein, zwei Säle für die christliche Gemeinde und zum Empfang der Pilger, sowie drei schöne Gärten, in denen sich alle wohlfühlen, die bis hierher finden, um zu beten oder einfach die christlichen Stätten zu besuchen. Die Restaurierungen zogen sich zwei Jahre hin (1989-91) und standen unter Leitung eines Architekten vom Ort: Selahattin Altinöz. Die Katholiken sind zur Zeit eine "kleine Herde" von etwa zehn Familien. Doch wie der Sauerteig sich mit dem Mehl vermengt, so versuchen auch sie, brüderlich mit den orthodoxen Christen mutig die Botschaft zu bezeugen, die ihnen verkündet wird. Seit 1988 wird in Antiochia das Osterfest zum selben Termin gefeiert wie in der orthodoxen Kirche: Man spürt hautnah den Ruf zur Einheit der christlichen Familie und will alles tun, um ihr näherzukommen.

Die Grotte des Heiligen Petrus


Das Innere der Grotte
Die einzige in Antiochia verbliebene christliche Spur ist die sogenannte Petrusgrotte. Sie liegt etwas mehr als 1 km vom Stadtzentrum entfernt, an der Straße nach Syrien. Es handelt sich um eine natürliche Ausbuchtung, 9,50 m breit, 13 m lang und etwas über 7 m hoch, die von den Kreuzfahrern am Westhang des 292 m hohen Kreuzberges (Stauris) mit zwei Bogen verlängert wurde, die sie mit der heutigen Fassade verbinden. Nach der Überlieferung versammelte sich hier die erste christliche Gemeinde um Paulus, Barnabas, Petrus und dann um die ersten Bischöfe der Stadt.
Über einem freien Platz, der einmal als Grabstätte für die Christen diente, erhebt sich die im vergangenen Jahrhundert erbaute Fassade byzantinischen Stils, mit drei Türen, die in die Grotte führen. Dort im Fußboden sind Reste eines Mosaiks erhalten, die auf eine sehr frühe Zeit zurückgehen. Nah bei der Rückwand steht ein Altar aus weißem Stein, überragt von einer Nische, in die 1932 eine weiße Marmorstatue des heiligen Petrus gestellt wurde. An derselben Felswand sind Reste von Fresken zu sehen, die sicher einmal die ganze Fläche über dem Altar bedeckten. Hinter ihm wurde 1990 der Bischofssitz aus Stein errichtet.
Unten zur linken öffnet sich ein Tunnel, der wahrscheinlich dazu diente, bei unvorhergesehenen Überfällen ins Gebirge fliehen zu können. Rechts entsprang bis vor wenigen Jahren eine Quelle aus dem Felsen. Heute steht da noch ein Bassin, das im Altertum wohl als Taufbecken diente.
Die Grotte wurde gegen 1580 von den Muslimen den Orthodoxen überlassen, die sie bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts als Kult- und Begräbnisstätte benutzten. 1856 wurde der französische Konsul Eigentümer der Grotte. Er schenkte sie dem Heiligen Stuhl. Dieser übertrug, mittels des Apostolischen Delegaten in Syrien, Monsieur Brunoni, den Kapuzinern die Seelsorge im Heiligtum.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können die Kapuziner und Priester, die es wünschen, dort jeden Sonntag und an Festen die Messe feiern (einschließlich Mitternachtsmesse an Weihnachten) Auf Anfrage steht die Grotte auch für Gruppengottesdienste zur Verfügung und für besondere Feierlichkeiten wie zum Beispiel kirchlich Trauungen.

Daphne-Harbiye


9 km von Antiochia entfernt liegt Harbiye, erbaut auf dem alten Daphne, wo ein heiliger Bezirk war, bestehend aus einem Apollo geweihten Wald und mehreren Heiligtümern. Die Mythologie will wissen, dass sich hierhin die Nymphe Daphne geflüchtet und, um der galanten Verfolgung durch Apollo zu ent-kommen, in einen Lorbeerbaum (griechisch: Daphne) verwandelt hat.
Mehrere Herrscher verschönerten Daphne so sehr, dass es als 'Ort der Wonnen" den Glanz Antiochias in den Schatten zu stellen drohte. In der Tat wird Antiochia in einigen Werken Epidaphne genannt, d.h. Stadt bei Daphne. Die Ruinen von Daphne sind unbedeutend. Da aber der Ort dank Schatten und Wasser frische Kühlung spendet ist er an Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel.

Die orthodoxe Kirche


Immer gab es zu Antiochia Christen, auch wenn ihre Zahl im Laufe der Jahrhunderte abnahm. In Hatay bestand und besteht eine feste christliche Gemeinde orthodoxer Konfession, aber arabischer Sprache (bis 1939 gehörte die Region zu Syrien). Trotz vieler Wechselfälle der Geschichte hat diese Gemeinde und ihr Klerus die Tradition der Väter fortgeführt. Das ist unstreitig ihr Verdienst. Ihre Bischöfe und Patriarchen geben sich heute noch gerne den Titel Antiochener, auch wenn sie ihren Sitz in Syrien haben.
Heute stellen die Orthodoxen in Antiochia die zahlenmäßig größte Gruppe der Christen dar (etwa 250 Familien). Sie haben eine schöne Kirche, die im vergangenen Jahrhundert nach einem verheerenden Erdbeben mit Hilfe der russischen Kirche wiedererrichtet wurde.
Zu Gebetszeiten (morgens und nachmittags) steht sie offen; ein Besuch lohnt sich, und sei es auch nur, um die glanzvollen russischen Ikonen zu bewundern, die man hier aufbewahrt, und die schöne Steinkonstruktion im typisch lokalen Stil.

Seleukia-Samandag


Wenn man die Straße nicht weit von Saman Dagi entlangfährt, wo man auf dem Gipfel die Ruinen von zwei Basiliken sieht mit der Säule des Säulenstehers Simon (der 30 Jahre lang auf einer Säule lebte und 592 starb), kommt man nach Seleukia Pieria, 32 km von Antiochia entfernt. Von der alten, im 3. Jh. v. Chr. erbauten Stadt, sind nur Reste des Hafens erhalten; von ihm aus Iichtete Paulus die Anker für seine erste Missionsreise (vgl. Apg 13,4).
Unweit vom Hafen kann man einen mächtigen Tunnel sehen, der unter den Kaisern Vespasian und Titus erbaut wurde. Er stellt ein hervorragendes Werk römischer Ingenieure dar, die damit den Lauf eines Flusses umleiteten, der den Hafen zu verstopfen drohte. Die gigantische Arbeit wurde von vielen Sklaven ausgeführt, darunter nach dem Fall Jerusalems (70) verschleppte Juden.

Archäologisches Museum Antakya




Geschichte
Die ersten Ausgrabungen in Antakya und Umgebung wurden ab 1932 durchgeführt. Auf Anregung des beteiligten französischen Archäologen M. Prost wurde der Bau eines Museums beschlossen und unter der architektonischen Leitung von M. Michel Ecocherde 1934 begonnen. Die Bauarbeiten waren 1939 abgeschlossen, als der vormalige Sandschak Alexandrette als Provinz Hatay der Türkischen Republik angeschlossen wurde. Darauf dauerte es weitere neun Jahre, bis die in Depots gelagerten Ausstellungsstücke in die Museumsräume verbracht und das Museum am 23. Juli 1948 zum Befreiungsfest Hatays eröffnet werden konnte. Da die Anzahl der Exponate durch weiter gehende Ausgrabungen beständig anstieg, musste in den 1960er Jahren ein Anbau in Angriff genommen werden, der nach vierjähriger Bauzeit 1973 eröffnet wurde. Die Zahl der Ausstellungsräume stieg damit von fünf auf acht.
Ausstellung


Aus Grabungen des Chicago Oriental Institute der Universität Chicago in der Amikebene 1933–1938 stammen Exponate aus prähistorischer, assyrischer und hethitischer Zeit sowie aus der Herrschaftszeit von Mittani. Die Fundorte sind Tell Cüdeyde, Tell Taynat, Dehep und Çatal Höyük (nicht identisch mit Çatalhöyük bei Konya). Dazu gehören ein Relief mit assyrischen Soldaten, die über die Leichen ihrer geköpften Feinde marschieren und die Köpfe in den Händen tragen, aus Taynat (7. Jahrhundert v. Chr.) sowie Säulensockel mit Löwenfiguren, ebenfalls aus Taynat (8. Jahrhundert v. Chr.). Eine Statue des römischen Kaisers Lucius Verus aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. wurde im Gebiet von Samandağ gefunden. In der Amikebene sind über 150 weitere Siedlungshügel bekannt, die aber nur teilweise untersucht sind.
Die Grabungen von Leonard Woolley für das Britische Museum in Tell Açana (Alalach) 1937–1949 brachten in 17 Schichten Fundstücke aus der Zeit vom vierten bis Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends zu Tage. Hierzu gehören Idole aus der Mittani-Zeit, Altäre, Keramiken, hethitische Portallöwen und ein Relief des hethitischen Königs Tudhalija IV. Die Ausgrabungen in Alalach wurden ab 2000 von der Universität Chicago im Rahmen eines seit 1995 stattfindenden Surveys der Amikebene fortgesetzt.
Der überwiegende Teil der im Museum ausgestellten Mosaiken stammt von Grabungen, die die Universität Princeton in Zusammenarbeit mit den Musées Nationaux de France in den Jahren 1935–1939 in Antakya selbst, dem antiken Antiochia am Orontes, und der näheren Umgebung, in Samandağ (Seleukia Pieria), İskenderun (Alexandrette) und dem Hain von Daphne, dem heutigen Erholungsgebiet Harbiye südlich von Antakya, durchführte. Unter den zahlreichen bis zu 25 m² großen Werken sind besonders hervorzuheben:
• Die vier Jahreszeiten, aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., gefunden in einer Villa in Daphne, in dessen vier Ecken je eine die Jahreszeiten darstellende Figur zu sehen ist. Weiter sind Szenen aus der griechischen Mythologie dargestellt, darunter Bellerophon und Stheneboia, Paris und Helena, Hippolytos und Phaidra, die Jagd auf den Kalydonischen Eber und in der Mitte, stark zerstört, Jason und Medea.
• Okeanos und Thetis, aus dem 4. Jahrhundert, gefunden in Daphne. Meeresgott und -göttin sind mit den Tieren des Meeres und Eros, auf einem Wal reitend, dargestellt. Von Okeanos und Thetis sind noch zwei weitere Mosaiken zu sehen, eins aus Iskenderun und eines aus Antakya.
• Das Yakto-Mosaik, aus dem 5. Jahrhundert, gefunden in Yakto bei Harbiye (Daphne). In der Mitte ist in einem Medaillon Megalopsychia zu sehen, die Seitenbordüren zeigen Jagdszenen aus der Mythologie, die Akteure sind jeweils namentlich bezeichnet: Adonis jagt einen Eber, Narkissos kämpft mit einem Löwen, Teiresias[1] mit einem Panther, Akteo mit einem Bären, Hippolytos mit Fabeltieren und Melagros mit einer Tigerin. Auf den Außenbordüren sind Szenen des täglichen Lebens abgebildet.
• Das wappenförmige Büffet-Mosaik, aus dem 3. Jahrhundert, gefunden in Daphne. Im unteren, halbkreisförmigen Teil ist Ganymed abgebildet, der einem Adler Wasser reicht, umrahmt von Tellern mit Speisen, im oberen Teil sind verschiedene Vögel dargestellt.
• Das achteckige Soteria Mosaik, aus dem 5. Jahrhundert, im Fußboden eines Bades in Narlıca bei Antakya gefunden. Es zeigt Soteria als vornehme Frau mit einem Kranz auf dem Kopf und einer Halskette.
• Zahlreiche kleine, teils kuriose Abbildungen wie der glückliche Bucklige, der Fischermohr, Herakles, der als molliger sechs Monate alter Säugling mit zwei Schlangen kämpft, sowie mehrere Darstellungen des betrunkenen Dionysos.

19 Eylül 2011 Pazartesi

Theotokos Pammakaristos Klosterkirche - Fethiye Cami



Hauptgebäude:
Umgangskirche, ehemalige Klosterkirche, geweiht der Theotókos Pammakarístos (Kloster der allerseligsten Gottesgebärerin).
Naos mit eigenem Narthex, dreiteiliger Apsis (heute vollständig abgetragen und durch Mihrab-Raum ersetzt), zentrale Kuppel über griechischem Kreuz gestützt von Eckpfeilern, war ursprünglich durch Tripelarkaden an Nord- und Südseite abgetrennt vom Umgang; Umgangshalle; 3 Zisternen (Im Osten, Westen und unter der Kirche).
Die Kirche enthält mehrere Arkosolgräber, Michael Glabas war in einem Grab in der Nordwand "begraben". Diese Art von Gräbern waren meist mit Fresken ausgemalt, die die Präsenz der Verstorbenen in der Kirche versinnbildlichen sollten.
Die Fresken an der südl. Außenwand:
An der südl. Außenwand des Kernbaus ließ die Glabas Familie Fresken im paläologischen Stil anbringen (um 1300). Es waren sowohl figürliche Darstellungen als auch Ornamentbänder, in der oberen Zone war ein Zyklus zu Mariä Himmelfahrt, in der unteren Zone waren Szenen aus dem Alten Testament, die auf Maria bezogen wurden. Durch den Bau des Parekklesions wurden sie hauptsächlich verdeckt/zerstört. Übriggeblieben sind: "Maria betet in ihrem Haus", "Hlg. Petrus" aus dem oberen Zyklus; "Die verschlossene Türe" (Ezek. 44:2) aus dem unteren Zyklus und einige ornamentale Darstellungen. "Die verschlossene Türe stellt Priester mit Opfergaben vor einem Altar und der verschlossenen Türe durch die Gott eingetreten ist. Diese alttestamentarische Darstellung präfiguriert die neutestamentarische Empfängnis Mariae.
Reliquien die im 16. Jh. im Pammakaristos-Kloster gewesen sein sollen:
1. Der Körper der Hlg. Euphemia; 2. Teil der Säule der Geiselung; 3. Der Körper des Hlg. Lukas; 4. Der Körper des Hlg. Andreas (1583: der Patriarch Jeremias schickt dem Papst eine Hand (oder ein Arm) des Hlg. Andreas und ein Finger des Hlg. Johannes Chrysostomos) 5. Der Schädel der Mutter der Makkabäer; 6. Der Schädel der Maria Salome; 7. Ein Wasserglas des Fests zu Cana; 8. Der Körper der Hlg. Paraskeve; 9. Eine Hälfte der Dornenkrone; 10. Der Körper der Hlg. Theophano, der Kaiserin; 11. Die Reliquien des Hlg. Mercurius; 12. Reliquien des Hlg. Johannes Chrysostomos; 13. Der Schleier der Maria; 14. Der Körper eines 10-12 jährigen Kindes.
Bauzeit
komnenisch (mittelbyzantinisch), Anfang des 12. Jh.:
Angegeben werden Zeiten zw. 8. Jh. und 13. Jh.!
Gründer: Johannes Komnenos, der sonst kaum auftritt, und seine Gemahlin Anna Doukaina.
Ermittlung der Bauzeit:
Naos war Umgangskirche (Tripelarkaden, Überkuppelter, quadratischer Innenraum mit U-förmigem, überwölbtem Umgang).
Die Fassade ist geschmückt mit sich verjüngenden Bögen um die Fenster (Gewände, voussoir Ringe) typisch für 11. u. 12. Jh.
"Recessed brick technic": Jede zweite Lage von Ziegeln ist nach hinten versetzt und dick mit Mörtel bedeckt. Sichtbar in der Kuppel, in den Kuppelbögen und an kleinen Teilen der Südfassade. Diese Technik wurde im späten 10. Jh. entwickelt und war weit verbreitet im 11. u. 12. Jh. Keines der vielen Beispiele dieser Technik kann mit Sicherheit nach das 12. Jh. datiert werden.
Kirche wurde "de novo" erbaut. Denn unter der Kirche liegt (in über 6m Tiefe) eine Zisterne in Kreuzform, die Bögen und Säulen dieser Zisterne korrespondieren zu denen der Suprastruktur. Darüber hinaus ist auch in der Zisterne die "recessed Brick technique" angewendet.
Inschrift am Gesims des Bema von John Komnenos und Anna aus der Familie der Doukas als Gründer. Schwierigkeiten ergeben sich bei der Einordnung der Personen, da der Stammbaum der Komnenen nicht feststeht, denn in Byzanz folgte die Verwendung von Zunamen keiner erkennbaren Regel, es konnte der Name der Mutter oder einer ihrer Vorfahren angenommen werden, wenn dieser angesehener war.
Komnenisch, Anfang 12. Jh.
Grabkapelle (Parekklesion)

Die Grabkapelle liegt an der Süd-Ost-Ecke der Hauptkirche und ist kleiner als die Hauptkirche, aber sie besitzt einen ähnlichen Aufbau: Naos mit eigenem Narthex (zweigeschossig), dreiteiliger Apsis, zentrale Kuppel über griechischem Kreuz gestützt von vier Säulen. Sie verkörpert somit den Grundrißtypus der Viersäulenkirche und ist dafür das besterhaltene Beispiel in Konstantinopel. Das Parekklesion ist geschmückt mit Mosaiken und Fresken.
Das Äußere der Grabkapelle wirkt kubisch-schwer im Gegensatz zum hohen Innenraum. Die Westfassade war ursprünglich freistehend - bis zum Ausbau der Mantelräume. Man erkennt außen die typisch spätbyzantinische Dekoration der Außenfassade durch Ziegelmuster, Marmorgesimse, Schachbrett- und Rautenmuster. Schmale Rundnischen an den Ecken rahmen die jeweils drei Blendbögen des Mittelteils. Ein doppelter Sägezahnfries unterstreicht die Dachlinie. Im Gegensatz zu früheren Kirchen wird hier an der Fassade bewußt eine repräsentative Wirkung erzielt. Zwar hat der Ausdruck von Macht und Monumentalität an der Außenfassade durch den Anbau der Mantelräume eingebüßt, doch ist diese Funktion des Baus als Ausdrucksträger für eine Aristokratische Familie auch im Inneren anzutreffen.
Der Narthex diente hauptsächlich für Bestattungen. Dekorationen sind kaum erhalten.
Das Obergeschoß war für die Erbauer gedacht, wenn diese den Gottesdienst besuchten.
Die Kapelle war - da es eine Grabkapelle war - Christus geweiht. Sie war nicht so sehr als Seitenkapelle gedacht als vielmehr als kleinere, eigenständige Kirche. Dies zeigt der eigene Narthex und der ursprünglich vollständige Bilderzyklus.
Das Parekklesion hat als einzige Kirche in Istanbul die Mosaiken des Hauptraumes erhalten. Zwar sind auch in der Kariye viel Mosaiken erhalten, doch nur die der Außenräume, die im Hauptschiff sind fast vollständig zerstört. Zwar stimmt das auch für die Fethiye, doch hat bei ihr das Parekklesion einen anderen Aufbau, es ist sozusagen eine Hauptkirche en miniature, womit den Mosaiken auch ein entsprechender Stellenwert zukommt.
Bauzeit
Frühes 14. Jh.:
Maria Doukaina (Komnene Branaina Palaiologina) erbaute sie für ihren Mann Michael Glabas (* ca. 1235, † nach 1304) um 1310; aus dieser Zeit stammen auch die Mosaiken und Fresken. Glabas und Metochites (Stifter der Chora-Kirche) gehörten zur Aristokratie Konstantinopels und zum kleinen Kreis der geistig-politischen Elite. Das Parekklesion der Pammakaristosklosterkirche ist nicht die einzige Kirche, die von der Glabas-Familie gestiftet wurde.
Michael Glabas Tarchaneiotes
Herkunft unbestimmt (Vater: Glabas (slaw. Glava = Kopf); Mutter: Tarchaneiotai). Geboren um 1235, erste Erwähnung in Quellen 1260 (eskortierte Mico (Mytzes) von Bulgarien nach Kleinasien); militärische Erfolge im bulgarischen Krieg; Karriere: Grand Papias (24th rank), kouropalates (19th rank), pinkernes (15th rank, cup-bearer to the emperor), Grand Constable (12th rank), Protostrator (zweit höchstes militärisches Amt). Damit wird er in der Kirche immer als "Protostrator" angeredet.
Manuel Philes
Dichter, der im Hause Glabas verkehrte, Gedichte von ihm geben Aufschluß über die Verhältnisse im Hause Glabas, einige seiner Gedicht sind im Gesims innen und außen am Parekklesion eingemeiselt.
Cosmas
Nach der Fertigstellung des Klosters vertraute Michael Glabas die Führung dem Mönch Cosmas an, den er in der Provinz kennengelernt hatte. Er wurde bald dem Kaiser Andronikos II. vorgestellt und gewann dessen Vertrauen in dem Maße, daß er zum Patriarch ernannt wurde. Doch die Unterschiede der beiden Personen brachten bald Schwierigkeiten in bezug auf die öffentlichen Angelegenheiten zutage. Einen großen Schock löste unter dem Volk damals ein Akt Andronikos' des II. mehr als alle anderen aus: Um eine politische Beziehung zu bestärken, gab Andronikos seine sechsjährige Tochter Simonis dem Kraal von Servia, der über vierzig Jahre alt war, zur Frau. Cosmas tat alles in seiner Macht stehende, um diese unnatürliche Verbindung zu verhindern, doch scheiterte er. Weitere Meinungsverschiedenheiten zwischen Cosmas und dem Kaiser folgten bis Cosmas endgültig sein Amt als Patriarch aufgab und sich ins Pammakaristos-Kloster zurückzog.
Nach der Eroberung
Nach 1453 blieb das Kloster lange in griechischer Hand. Für 138 Jahre war es der Sitz der Patriarchen von Konstantinopel. Dies geschah, als man im Vorhof der Apostelkirche die Leiche eines Türken fand. Seine Landesgenossen vermuteten natürlich, daß ein Christ der Täter gewesen sei, und da zu dieser Zeit viele Türken um die Kirche wohnten verschlechterte sich die dortige Atmosphäre enorm. Gennadius bat also um Erlaubnis, den Sitz in das Pammakaristos-Kloster verlegen zu dürfen. Daß zu dieser Zeit Nonnen im Pammakaristos-Kloster lebten stellte kein ernsthaftes Hindernis dar. Sie wurden in die Johanneskirche in Trullo abgeschoben.
Mantelräume
Umgeben den Kernbau im Norden, Westen und halb im Süden (bis zum Parekklesion).
Bauphasen:
Die ersten vier Joche möglicherweise vor der Erstellung des Parekklesions (13.-14. Jh.).
Die anderen Joche sind nach dem Parekklesion erbaut worden, angeschlossen kurz nach der Fertigstellung der Grabkirche. Ende 14. Jh. (spätbyzantinisch). Das fünfte Joch hat ein Kreuzgewölbe wie der Narthex, ist jedoch nicht aus der gleichen Zeit.
Im zentralen Joch des westl. Mantelraumes ist im nord-westl. Pfeiler ein Treppenaufgang, der nirgends hinführt, er gehörte wahrscheinlich zu einem Glockenturm, dessen Bauzeit nicht bekannt ist, der aber auf Darstellungen des 16. Jhs. zu sehen sind.
Spätere Veränderungen
Türkische Veränderungen
Umwandlung in eine Moschee wahrscheinlich August 1587 unter Murat III. Damit geschah die Aufgabe des Klosters relativ spät. Vor der Umwandlung diente die Kirche als Sitz der Patriarchen von Konstantinopel.
Der neue Name Fethiye Camii (Moschee des Sieges) erinnert an die Eroberung Georgiens und Azerbaijans durch Sultan Murad III.
Um mehr freien Raum zu schaffen, der in einer Moschee notwendig war, wurden alle raumteilenden Trennungen abgerissen (Tripelarkaden), an Stelle der Apsis trat ein dreieckiger Anbau für die Mihrab. Die Mosaiken des Naos wurden abgerissen, die des Parekklesions überputzt außer dem Pantokrator und den Propheten in der Zentralkuppel. Wahrscheinlich wurde das Minarett Ende des 19. Jh. hinzugefügt. Der Gesamteindruck von außen entspricht jedoch weitgehend noch dem byzantinischen.
Moderne Veränderungen
Während der Renovierungsarbeiten des Byzantine Istitute of America, Inc. in den fünfziger Jahren unseren Jhs. wurden die Mosaiken und Fresken gesäubert und restauriert. Die beiden nördlichen Säulen im Parekklesion wurden in ihrer ursprünglichen Form aus Beton wieder errichtet, auch der Durchgang vom Parekklesion zum Naos wurde wieder vom türkischen Spitzbogen zum ursprünglichen Rundbogen umgestaltet.
Die Mosaiken
Die Kuppel: Pantokrator und Propheten
Die Büste am höchsten Punkt der Kuppel zeigt Jesus als Pantokrator, er schaut wie üblich nach Westen. Es bestehen durchaus Ähnlichkeiten mit dem Pantokrator in der Kariye Camii, jedoch zeigt dieser hier einen ernsteren Gesichtsausdruck als der "humanisierte" Pantokrator in der Kariye.
Die Auswahl der Propheten, die den Pantokrator umgeben, entspricht bis auf eine Ausnahme der alexandrinischen Zusammenstellung der Septuaginta. Daniel wurde durch Moses ersetzt, der oft in der Ausschmückung byzantinischer Kuppeln erscheint.
Die Propheten tragen antike Kleidung und ihre Gesichter sind die eines generalisierten Typus, nur hier und da findet man Ansätze zu einer individuelleren Darstellung.
Fünf der im Parekklesion dargestellten Propheten (Jesaia, Ezekiel, Maleachi, Micha und Joel) haben eine Physiognomie, die für ältere Menschen typisch ist und die wohl mit dem humanistischen Ideal der damaligen Hauptstadt konform war: lange Haare, dünne, lange Gesichter.
Moses ist dargestellt als erwachsener Mann mit kurzem Haar und kurzem Bart. Darüberhinaus weist die stark kontrapostische Stellung auf eine starke emotionale Verfassung.
Im Gegensatz zur üblichen byzantinischen Ausschmückung der Kuppel, die meist die Menschwerdung Gottes betonten, findet sich in unserer Kuppel kein solcher Hinweis, sondern viele der Inschriften weisen auf das letzte Gericht. Dies weist auf die Funktion des Parekklesions als Grabkapelle hin. Weiter betont wird die Funktion als Grabkapelle durch die Auswahl der Inhalte auf den Schriftrollen, sie tauchen zum Teil auch in Begräbniszeremonien auf.
Wie viele byzantinische Nebenkuppeln zeigt auch die vorliegende eine sachlich-nüchterne Darstellung, so sind außer der Umrahmung des Pantokrators durch Dreiecksmuster keine Ornamente zu finden, wie dies z.B. zwischen den einzelnen Kuppelrippen üblich war. Durch das Weglassen der trennenden Ornamentik zwischen den Propheten wird zudem die Einheit der Kuppel betont, wie dies auch in der Apsis der Fall ist.
Die Apsis: Deësis
In der Apsis findet sich eine Deesis; dargestellt sind Jesus Hyperagathos , zu seiner Linken Maria und zu seiner Rechten Johannes der Täufer nach dem traditionellen Typus einer Deesis. Darüber hinaus befinden sich im Kreuzgewölbe die vier Erzengel Michael, Gabriel, Raphael und Uriel .
Die ikonographische Darstellung der Deesis ist traditionell. Jesus, der dem Pantokratortypus entspricht, sitzt auf einem juwelenbesetzten Thron ohne Lehne, auf dem ein Kissen liegt. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Gestik der Arme. Entspricht der linke, das Evangelium haltende Arm anderen Deesisdarstellungen, so erinnert die Haltung des rechten, ausgestreckten Armes an Darstellungen der Auferstehung.
Das Epitheton (hyperagathos: allergütigster), welcher bisher noch in keiner anderen Darstellung gefunden wurde, bezeichnet nicht die Art der Darstellung (wie z.B. Pantokrator), sondern gehört häufig zu liturgischen Texten besonders auch in bezug auf Beerdigungen. Wieder also ein Bezug zur Funktion des Parekklesions.
Bei Maria und Johannes sind keine Besonderheit zu erwähnen, außer der Erhebung Mariä durch einen Schemel gegenüber Johannes, was sonst nirgends in der Kunst bekannt ist. Dies kann als Ausgleich für die Relegation Mariä in eine der Seitenlunetten verstanden werden. Dies ist geschehen, um herauszustellen, daß das Parekklesion Christus geweiht ist.
Inschrift um Christus: (On behalf of her husband Michael Glabas, who was a champion and a worthy Protostrator, Martha the nun (has offered) this pledge of salvation.)
Die Erzengel sind so plaziert, daß die beiden höher gestellten, Michael und Gabriel, auf der Hauptachse liegen. Sie tragen außerdem Zepter und Weltkugel.
Heiligendarstellungen
Die Bischöfe
Die Bischöfe bilden die größte Gruppe der Darstellungen. Zusätzlich zur Prothesis und zum Diakonikon, welches die traditionellen Darstellungsräume für Bischöfe sind, füllen sie auch beide Eckräume im Osten der Kirche.
Alle Bischöfe sind frontal dargestellt und halten ein Evangelium, ihr übliches Attribut. Die Frontalität gibt den Bischöfen ein archaisierenden Charakter, da seit dem späten 12. Jh. die Prälaten in Dreiviertelansicht mit ausgerollten, beschriebenen Schriftrollen in jeder Hand dargestellt wurden. Dies kann durch die spezielle Funktion der Bischöfe erklärt werden, ihre Darstellung steht hier nicht in Bezug zum Gottesdienst wie in anderen byzantinischen Kirchen.
Die Bischöfe stammen aus vielen verschiedenen Ländern: Konstantinopel, Kleinasien, Syrien, Palästina, Ägypten und Italien.
Auffallend ist die große Zahl der Bischöfe, sie ist größer als die aller anderen Heiligen. Dies ist konform mit der allgemeinen Entwicklung in paläologischen Periode.
Ihre liturgischen Gewänder laden zu einem standartisierten Muster ein. Dennoch erscheinen Unterschiede im Zusammenspiel von Körper und Kleid.
Die Kirchenväter
Die Kirchenväter sind alle in der üblichen Kleidung dargestellt: Sie tragen das mit Clavi (vom Hals bis zum Saum reichende, parallel laufende Streifen als Abzeichen des kaiserl. Hofstaates) geschmückte Sticharion (Untergewand der liturg. Gewänder im byz. Ritus), das Phelonion (das dem Priester zustehende Obergewand; glockenförmiger, bis zu den Knöcheln reichender Mantel) und das Omophorion (zu den Bischofsinsignien gehörendes Kleidungsstück, 3,5 m langes und 25 cm breiter, mit großen Kreuzen geschmückter Stoffstreifen aus reiner Seide). Darüberhinaus haben sie die Epitrachelia (zwei aus Seide bestehende, lange, parallel verbundene Bänder mit Kopfdurchschlupf, die mit Kreuzen bestickt sind), Encheiria (rechteckiges Stück Stoff das an das Sticharion über dem rechten Schenkel angehängt ist) und Epimanika. Ist das Phelonion geschmückt nennt man es Polystaurion. Es war im 12. Jh. ein Attribut der Patriarchen, doch im palaiologischen Zeitalter hatten es auch einfache Bischöfe.
Südwestl. Eckraum: Die Mönche
Die hier dargestellten Heiligen stammen alle aus Ägypten und Palästina und sind Stellvertreter für das mönchisch-asketische Ideal, das von dort aus sich in der ganzen Welt verbreitete. Es wurde gesagt, daß die frühen Byzantiner zwei Helden kannten, "die Gewinner im Wagenrennen und die asketischen Heiligen" (N. Baynes). Zur Zeit der Ausmalung der Fethiye hatten sie nur einen Helden: den Mönch. Wenn der Tod sich ankündigte, eilten deshalb aristokratische Leute in Byzanz in's Kloster, um Mönche bzw. Nonnen zu werden. Auch das Parekklesion der Fethiye wurde für einen Aristokraten gebaut, der als Mönch starb, um sich so einen Platz im Himmel zu reservieren, darüberhinaus war die Gründerin des Parekklesions eine Nonne. Außerdem galten die Mönche als wirksame Mittler für die Erlösung. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, warum die Mönche, die zu den eindrucksvollsten Heiligendarstellungen zählen, eine solche Stellung zwischen den anderen Heiligen hatten. Die Darstellung von Mönchen an sich stellt in byzantinischen Kirchen keine Besonderheit dar.
Sie alle tragen die sogenannte "große Amtstracht" (megaloschema), die aus einer dunklen Tunika, einem schwarzen Skapulier (analabos) mit weißen Streifen und einem äußeren, dunklen Mantel (mandyas) besteht. Alle Mönche halten eine geschlossene Schriftrolle und halten die rechte zum Teil in segnender oder Gebetshaltung.
Die Mönche sehen aus wie Aristokraten oder hohe Kleriker, die sich aus der Welt zurückgezogen haben, aber in einer anderen Ordnung ihre Wirkung ausüben. Während die Propheten Ekstase und die Bischöfe starren, würdevollen Ernst ausdrücken, zeigen die Mönche kompromißlose Lebhaftigkeit und offene Emotionen. Selbst die Kleidung scheint teilzuhaben an den ruhelosen und gewaltigen Charakteren der Mönche. Die Köpfe haben idiomatische Züge aber auch Gemeinsamkeiten wie die langen fließenden Bärte, die hohe Stirn, die zusammengezogenen Augenbrauen und den scharfen zur Seite gewendeten Blick. Dies ist wesentlich ein antikes Vokabular, das seit dem Hellenismus intenses Pathos beschreibt. Zwar folgen die Figuren bestehenden Typen, doch werden diese mit neuem Gefühl und Interesse interpretiert.
Der Festzyklus
Die Taufe
Die Taufe Christi ist die einzige, vollständig erhaltene szenarische Darstellung im Parekklesion.
Jesus steht in der senkrechten Mittelachse des Bildes leicht nach links geneigt und die Rechte leicht zur Segnung erhoben. Obwohl in der Paläologischen Periode nicht üblich ist er ganz nackt dargestellt. Jesus steht vor dem Wasser nicht darin, dies ist typisch für die byzantinische Kunst im Gegensatz zur westlichen (vgl. Bronzetüren Ghibertis). Der starke Faltenwurf von Johannes' Mantel betont die Dramatik der Szene, die durch die felsigen Ufer des Jordans gesteigert wird.
Rechts ist eine Personifikation des Jordans zu sehen, solche Personifikationen sind in der byzantinischen Kunst seit der Komnenischen Periode zu beobachten. Die linke Allegorie stellt das Meer dar. Beide kommen von Psalm 113:3 (griech. u. lat. Zählung) bzw. 114:3 (hebräische Zählung) her: "Das Meer sah es und floh, der Jordan wich zurück." Weiterhin ist der typische rote Fisch zu sehen.
Spannung zwischen "offener" (Raum-) und "geschlossener" (Flächen-) Komposition.
Dreiteiliger Bildaufbau: Mittelteil wird vom Fluß und der Trinitätsgruppe eingenommen; dies ist sozusagen das Rückgrad. Er ist gekennzeichnet durch unbeweglichen Ernst, Würde. Gegen diesen Ruhepol treten die heftigen Bewegungen der Seitenfelder. Die ungleiche Verteilung in diesen Teilen (1:4) wird ausgeglichen durch die stärkere und ausdrucksvollere Bewegung des Johannes und durch einen komplexeren Landschaftshintergrund und natürlich durch die Bedeutungsgröße Johannes'. Die drei unteren Engel sind pyramidal angeordnet und der oberste (vierte) Engel schafft eine Verbindung zu dem Täufer, so daß das Bild einen Abschluß bekommt der sich in den architektonischen Rahmen einfügt. Der Aufbau der Engel wirkt wie die Abfolge einer Bewegung durch mehrere Bilder von oben nach unten wie in einem Film.
Die Himmelfahrt Christi
Trotz der fragmentarischen Erhaltung dieses Freskos kann es identifiziert werden. Da die drei barfuß sind und an ihren Kleidern kann man sie als Apostel erkennen. Die Stellung der Zeugen in bezug auf die Haupthandlung (normalerweise in der Mitte im oberen Drittel), weist auf die Himmelfahrt hin, obwohl die beiden linken Figuren nicht die angemessene Stellung zeigen (die linke Person würde Christus den Rücken zukehren). Solche kontrastierenden Stellungen der Apostel in dieser Szene sind allerdings keine Ausnahme in vergleichbaren Darstellungen. Weitere Beweispunkte für die Identifikation sind: 1. Die Himmelfahrt wurde immer im Ostteil der Kirche dargestellt und 2. die einzige andere Darstellung, die für den Festtagszyklus in Frage käme wäre die Himmelfahrt (Dormitio) Mariä, die für gewöhnlich im Westteil der Kirche dargestellt wird.
Daß von einem so kleinen Relikt der Bildinhalt rekonstruiert werden kann, ist ein anschauliches Beispiel für die Homogenität und Kontinuität der byzantinischen Kunst.
Die Ornamente
Die Pflanzenornamente sind geprägt von frühchristlichem Einfluß (vgl. St. Sophia) und hatten wahrscheinlich (besonders in Grabkapellen) paradiesische Konnotationen. Das Wellenmuster um die Heiligenfiguren war in Mittelbyzantinischer Kunst unbekannt und ist in spätbyzantinischen Kirchen nur in vier Beispielen bekannt, zwei davon sind diese und die Chora-Kirche. Alle anderen Ornamente sind nur Weiterführungen der schon in der Mittelbyzantinischen Periode verwendeten Muster.
Interpretation der Mosaiken
"Die Mosaiken in der Grabkapelle von Panagia Pammakaristos wirken im Vergleich zu den etwa gleichzeitig entstandenen Mosaiken der Chorakirche sicherlich deshalb so empfindsam und fast allzu anmutig, weil der General Michael Glabas wie viele Armee-Offiziere eher sentimentale Vorlieben hatte, wohingegen Theodoros Metochites ein von klassischer Bildung durchdrungener Philosoph war, der einen möglichst klassischen Stil für seine Stiftung verlangte."
Was hat die Ausstattung mit General Michael Glabas zu tun, der ja schon tot war? Seine Witwe wird wohl gemeint sein.
"Die Mosaiken der Grabkapelle der Panhagia Pammakaristos sind technisch hervorragend, jedoch von einer Anmut, ja fast sentimentalen Schönheit und entbehren die kraftvolle Lebendigkeit der Chorakirche."
Das Ausschmückungssystem
Das Gebäude scheint hauptsächlich als Zeichen der Frömmigkeit, des Reichtums und der Vornehmheit der Gründer gedacht gewesen zu sein. Dazu wurde nicht nur Manuel Philes als Dichter engagiert, sondern auch die besten Künstler der Zeit, um diesen Grad der Exzellenz zu erreichen.
Der Raum ist klar in vier Raumzonen gegliedert. Diese variieren in Komplexität der Ausschmückung und Architektur.
Die Sockelzone hat eine einfache Struktur und ist mit Marmorverkleidung und einzelnen figuralen Mosaiken ausgeschmückt. Die wenig abwechslungsreiche Wandverkleidung mit einzelnen Mosaiken korrespondiert mit der einfachen Raumstruktur. Diese Zone ist sozusagen das Preludium für die anderen komplizierteren Zonen.
Die zweite (Arkaden-) Zone steht zur unteren in starkem Kontrast und erreicht die größte Komplexität, sie beinhaltet Fenster, Lunetten, Pfeiler, Arkaden, usw. Auch ihre Ausschmückung wird vielfältiger: in den Eckräumen sind Mosaiken verschiedener Themen und Ornamente. Die Einheit der Sockelzone wird hier zur Dualität des Hauptschiffs mit seiner Marmorverkleidung, welche eine Überleitung von der Sockel- zur Arkadenzone herstellt, und den Eckräumen mit ihrem Mosaikschmuck. Nimmt man die Arkadenzone für sich, erscheint sie wie eine Reihe Portale durch die man vorbei an den "Wache stehenden" Heiligen vom Schlichten Hauptschiff in die reich dekorierten Eckräume gelangt, die Dekoration unterstützt somit die Raumaufteilung. Die Eckräume selbst sind in sich wundervoll strukturierte Einheiten. Ihre Gewölbe erheben sich wie Baldachine über den Goldmosaiken, Bögen und Lunetten. Die Mitte jedes Baldachins öffnet sich zu einem Medaillon mit einer Büste eines Heiligen in einem Schachbrettrahmen. Die Baldachine sind umgeben von blauen oder roten Rahmen und aus ihren Ecken wachsen Pflanzenornamente. Diese Akanthus-Dekoration ähnelt der des Narthex der Chora Kirche und ist eine Übernahme aus der frühbyzantinischen Kunst.
In der dritten Zone sinkt der Grad der räumlichen Komplexität: klar treten die Seitenarme des Hauptschiffes hervor, doch bleibt der der Ausstattung durch eine Vielzahl an Motiven. Die oberste Zone stellt die völlige Einheit wieder her: Die Kuppel besitzt die klarste Form und ihr Schmuck besitzt ein Thema: Christus. Bewußt wird in der Kuppel die Wandaufteilung durch die Rippen unterdrückt, indem keine Rahmen zwischen die Propheten gezogen werden, wie dies in anderen Kirchen der Fall ist. Trotz der Rippen scheinen die Propheten sich in einem einheitlichen Raum zu bewegen und zu interagieren. Somit bestimmt die Dekoration wieder zu einem großen Teil die Aufteilung des Raumes, und Architektur, Dekoration und Bildinhalte schließen sich zu einem Gesamtkonzept zusammen, an dessen Höhepunkt die Einheit steht.
Wie die Kuppel gehört auch die Apsis zum "Himmelreich". Und so finden wir auch in der Apsis die gleichen darstellerischen Mittel wie im Dom. Auch hier wird über die architektonische Gliederung des Baus hinweg die Einheit betont. Dies geschieht durch einen einheitlichen Goldgrund und durch die triptychonähnliche Anordnung der Personen, die normalerweise bei der Deesis auf einer Wand abgebildet sind. Eine weitere Ausnahme zu dem traditionellen, i.e. mittelbyzantinischen, Bildersystem ist in der Apsis zu finden, denn üblicherweise war die Apsis der Jungfrau Maria vorbehalten. Daß sie hier zur Seitenwand verdrängt wurde, läßt sich aus der Inschrift, die bezeichnenderweise auch nicht bildnerisch herausgehoben ist, sondern auf dem einheitlichen Goldgrund plaziert ist, erklären: Die Kirche ist Christus geweiht und er steht somit an den beiden herausragendsten Stellen. Vielleicht als Ausgleich dafür wurde die Maria durch einen Schemel über die anderen Figuren erhöht.
Jede Zone wird von der unter ihr liegenden Zone "eingefaßt", so daß sich vier Stufen ergeben vom Höchsten zum Niedrigsten. Getrennt sind die einzelnen Zonen durch Friese, auch diese variieren in ihrer Ausführung. Das oberste ist ein Relief, das darunter besteht aus Einlegearbeiten (Champlevé Fries: Der Löwe könnte ein Wappen der Glabas-Familie darstellen.), das unterste ist nur noch gemalt.
Dieses Schmucksystem ist im Laufe der Jahrhunderte nach dem Bilderstreit entstanden und findet sich in vielen anderen byzantinischen Kirchen, doch im Parekklesion der Fethiye wirkt es besonders durch die gelungene Reduktion auf eine außergewöhnlich kleine Größe.
Vergleicht man das Parekklesion der Fethiye mit dem der Kariye so fallen große unterschiede auf. Allgemein wird in der Kariye nicht ein eigener Bilderzyklus aufgebaut, sondern eher der in der Hauptkirche komplementiert. Darüberhinaus steht bei diesen Darstellungen (und auch bei denen der Narthikes) die Dramatik, die Bewegung und das erzählerische Detail im Vordergrund, im Gegensatz zur Klarheit und zum logischen Aufbau, wie dies wohl in der späten Epoche üblich war. Vor diesem Hintergrund erscheint die Fethiye in ganz anderem Licht, hier herrscht das "Klassische" vor.

22 Ağustos 2011 Pazartesi

Kommagene Reich ( Teil3)

1. Kommagene: Das vergessene Königreich
Das Königreich Kommagene lag im Südosten der heutigen Türkei, an den oberen Regionen des Euphrat.
"Eichen und Platanen bedecken die Hügel, die Täler sind voll Feigen-, Oliven,- Walnuß- und Granatapfelbäumen, Wein und Oleander; der Getreideanbau erzielt die reichsten Ernten." Es ist schwer zu glauben, daß diese Beschreibung vor etwas mehr als hundert Jahren von einem deutschen Reisenden gemacht wurde. Wenn man seinen Bericht liest, meint man die Beschreibung des Gartens Eden vor sich zu haben. Tatsächlich wird von vielen Menschen angenommen, daß der Garten Eden hier zu finden war.
Heute kann von einem Paradies keine Rede mehr sein. Die meisten Bäume wurden gefällt und die Ziegen fressen eifrig die letzten Spuren der Vegetation. Dennoch beginnt die vor kurzem begonnene Bewässerung Erfolge zu erzielen und es werden in letzter Zeit auch Versuche zur Aufforstung gemacht. Der Boden ist immer noch fruchtbar und klares Wasser entspringt aus unzähligen Quellen.
Früher war Kommagene ein reiches Land, bekannt für seinen Reichtum an Mineralien und Erzen. Ein Teil dieses Reichtum wurde heutzutage wiederentdeckt. Zum Beispiel wurde in den sechziger Jahren im Euphrat erfolgreich nach Gold geschürft.
Eine andere Entdeckung war das Erdöl. Während der letzten Jahre wurde in dieser Region intensiv nach Rohöl gebohrt. Überall in der Landschaft vermehren sich die Bohrtürme der Turkish Petrol Organisation (TPO), um nach dem schwarzen Gold zu suchen.
Aber jetzt wollen wir in der Zeit zurückspringen. Um 850 v. Chr. wurde Kommagene zum ersten Male schriftlich erwähnt. Nach den Aufzeichnungen eines assyrischen Königs hatte das kommagenische Volk an ihm einen jährlichen Tribut an Gold, Silber und Zedernholz zu zahlen. Anscheinend war die wertvolle Zeder zur damaligen Zeit nicht nur im heutigen Libanon verbreitet, sondern auch in Kommagene. Mit der Zeit wurde Kommagene wurde zum Satellitenstaat von Assyrien.
Um 700 v. Chr. rebellierte ein kommagenischer König gegen die Assyrer. Dieser Aufstand wurde von dem assyrischen König Sargon niedergeschlagen. Von Sargon stammt folgende lebhafte Beschreibung des aufständischen Königs : "Er ist ein gottloser Mann, der die Götter nicht fürchtet. Er verschwört sich mit schlechten Dingen und ist voller Verschlagenheit.." Es ist anzunehmen, daß Sargons Beschreibung ein wenig subjektiv ist. Er fährt fort:
"Ich nahm ihm seine Frau, seine Söhne, seine Töchter, seine Besitztümer, seine Schätze, und zum Schluß nahm ich die Bevölkerung seines Landes und brachte sie in den Süden von Mesopotamien (im heutigen Irak). Keiner wurde verschont. Das Volk aus dem Süden Mesopotamiens brachte ich nach Kommagene."
Wie wir sehen, war die Praxis der Deportation schon in der damaligen Zeit ein Mittel der Politik.
Um das Jahr 600 v. Chr. wurden die Assyrer von den Babyloniern unterworfen. Die Entscheidungsschlacht fand statt bei der Stadt Samosata, die später die Hauptstadt von Kommagene werden sollte. Hier vereinigten sich die letzten Legionen der Assyrer mit der ägyptischen Armee, um den Babyloniern zu widerstehen. Die vereinigten Kräfte wurden von dem babylonischen König vernichtend geschlagen.
Aber das Blatt wendete sich wieder und um 550 v. Chr. wurden die Babylonier von den Persern vertrieben. Die Perser wiederum wurden dann von den vordringenden Griechen unter Alexander dem Großen unterworfen.
Um 300 v. Chr. kommt ein Erbe Alexanders in den Besitz des Landes. Dies war König Seleukos I. Nicator, der die Dynastie der Seleukiden begründete. Er ist einer der griechischen Vorfahren der kommagenischen Könige. Nach fast siebenhundert Jahren wechselnder Geschichte wurde Kommagene um 130 v. Chr. ein unabhängiges Königreich.



2. König Mithradates I. Kallinikos
Wie viele andere Königreiche in Kleinasien war auch Kommagene ein Schmelztiegel von Menschen aus Ost und West. Es gab dort unterschiedliche Kulturen, vielfältige Gewohnheiten und ein buntes Gewirr verschiedener Sprachen. Gewiß verstanden sich die Menschen dort nicht als ein zusammengehöriges Volk. Familienbande und Blutsverwandtschaft waren ihnen wichtiger als dem Volk von Kommagene anzugehören.
Unter Mithradates I. sollte sich diese Einstellung der Menschen ändern. Er veranstaltete z.B. jedes Jahr sportliche Wettkämpfe zu Ehren der Vorfahren. Diese Wettkämpfe können durchaus mit den olympischen Spielen der Griechen verglichen werden.
In seinen jüngeren Jahren nahm er selbst daran teil, was seine Popularität bei seinem Volk enorm steigerte. Durch seine Geschicklichkeit konnte er viele der Wettkämpfe für sich entscheiden. Das Resultat seiner sportlichen Leistung war sein Ehrenname Kallinikos, "der Schönsiegende".
Mithradates heiratete die seleukidische Prinzessin Laodike. (*) Sie gebar ihm vier Töchter, und sie waren schon der Verzweiflung nahe, als ihnen endlich doch noch ein Sohn als Thronerbe geboren wurde. Die stabilen Verhältnisse im Reich konnten erhalten bleiben, und die Freude und die Erleichterung darüber waren riesengroß.
Der Sohn erhielt seinen Namen Antiochos nach dem Vater von Laodike.
Da Kommagene von Staaten umgeben war, deren militärische Kräfte der eigenen Armee zahlenmäßig weit überlegen waren, brauchte Mithradates Hilfe. Deshalb schloß Mithradates einen Vertrag mit den Göttern. In welcher Weise die Götter ihm zu Hilfe kamen ist nicht bekannt. Jedenfalls blieb sein Königreich beschützt und blieb unabhängig.
Durch diesen Vertrag wurde auch die Uneinigkeit im Volk abgemildert. Die Bevölkerung Kommagenes bestand aus einer Mischung verschiedener Kulturen, die in kaum einer Beziehung zueinander standen. Durch den Vertrag mit den Göttern wuchs das Gefühl, ein auserwähltes Volk zu sein und bevorzugt unter dem persönlichen Schutz der Götter zu stehen.
Dadurch gelang es Mithradates Glied er zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen seines Reiches zu schmieden. Zur Ehrung seines Vertrages ließ er über das ganze Land verstreut kleine Heiligtümer (Temenos) errichten.
Die Temenos von Mithrates wurden auf eindrucksvollen Punkten in der Landschaft errichtet. Von allen diesen Punkten kann man das wichtigste Heiligtum, den Nemrud , erblicken.
Jedes dieser Heiligtümer bestand aus fünf Steintafeln, auf denen dargestellt ist, wie Mithradates einem Gott nach dem anderen zur Begrüßung die Hand reicht.
Mithradates gaben jedem der fünf Götter einen griechischen und einen persischen Namen:
1. Apollo / Mithras
2. Artagnes / Herakles
3. Zeus / Oromasdes
4. Hera / Teleia
5. Helios / Hermes
Durch die gemeinsamen persischen und griechischen Namen sollte sich jeder in Kommagene angesprochen fühlen, egal woher seine Vorfahren gekommen waren.
Mit diesen Steintafeln, die auch als Stelen bezeichnet wurden, wollte Mithradates jedem ins Bewußtsein rufen, daß alle seine Vorhaben unter dem Schutz der großen Götter stehen. Die Temenos, in denen diese Stelen aufgestellt waren, sollten seinen Vertrag mit den Göttern bezeugen.
Der 10. Loos, der 14.Juli, war der Tag der " Erscheinung der großen Götter". Dies war auch der ausgewählte Tag für die Krönung von Mithradates. Zu jedem Jahrestag seiner Krönung versammelten sich das Volk von Kommagene in den kleinen Heiligtümern nahe ihrer Dörfer und feierten diesen Ehrentag.
Mithradates selbst versammelten sich mit den Adligen und anderen wichtigen Männern auf dem Gipfel des Nemruds. Dort, in Gegenwart von Hunderten kommagenischen Pilgern erhielt er seine Vollmacht von den Göttern. Für das kommagenische Volk war dies die jährliche Bestättigung ihres Vertrages mit den Göttern.
3. König Antiochos I. Theos
Antiochos, der Sohn von Mithradates, erhielt von seinen Eltern eine Erziehung, die persische und griechische Inhalte vereinte. Mütterlicherseits stammte er durch Laodike von Alexander dem Großen ab. Die Vorfahren von Mithradates konnten bis zu dem persischen " König der Könige" Darius I. zurückgeführt werden.
Schon als Antiochos noch sehr jung war, wurde von seinem Vater die Heirat mit einer seleukidischen Prinzessin mit Namen Isias Philostorgos, " die Geliebte", eingefädelt. Mit Liebe hatte diese Heirat natürlich nichts zu tun, diente sie doch nur politischen Zwecken.
Ahnentafel von Antiochos I


Als Mithradates abdankte, um seinen Sohn den Thron zu überlassen, blieb er dennoch an der Seite seines Sohnes. Zusammen planten sie die Errichtung des Grabheiligtums auf dem Nemrud . Dort sollte das geistliche Zentrum des Vertrages mit den Göttern entstehen, für den Mithradates den Grundstein legte.
Wie gewöhnlich verfolgte Mithradates auch hier ein praktisches Ziel. Es sollte solch ein beeindruckendes Monument werden, daß seine Untertanen es als Beweis für die Größe seines Vertrages mit den Göttern ansehen. Genauso wie der Nemrud die umliegende Landschaft beherrscht, sollte dieser Beweis von allen Untertanen von jedem Ort in Kommagene aus gesehen werden können.
Antiochos Ziele waren da idealistischer. Der Kult um den Vertrag mit den Göttern sollte in eine neue Religion gipfeln, und der Nemrud sollte dafür das Zentrum bilden. Vom Nemrud aus sollte sich diese Religion über die gesamte zivilisierte Welt ausbreiten. Als Stifter dieser neuen Religion gab er sich kurz nach seiner Krönung den Beinamen " Theos" (Gott). Er schaffte dadurch seine eigene Legende.
Für seinen Vater empfand Antiochos großen Respekt, seine Mutter aber liebte er über alles. Er erwähnte gerade sie in verschiedenen Inschriften und nannte sich selbst den " Mutterliebenden".

4. Kunst
In Kommagene findet man eine vollkommen eigenständige Kunsttradition. Es ist eine einzigartige Synthese von griechischer und persischer Kunst. Antiochos förderte diese Kunst dadurch, daß er Künstler und Wissenschaftler an seinem Hof versammelte, die er zudem Philoi, " Freunde des Königs" nannte.
Noch zur Regierungszeit von Mithradates wurde das künstlerische Schaffen im Lande von östlichen Einflüssen beherrscht. Während der Regentschaft von Antiochos wurden die Darstellungen mehr und mehr naturalistisch, und verloren ihre stilisierte Charakteristik. Antiochos selbst bevorzugte die griechische Kultur. Er nannte sich wörtlich einen "Freund der Griechen und der Römer".
Die Statuen auf dem Nemrud bilden den Höhepunkt der kommagenischen Kunst. Ost und West verschmelzen hier in vollkommener Harmonie.
Ein wunderschönes Beispiel ist der Kopf des Antiochos auf der Westterrasse. Überflüssige Details, wie z.B. Juwelen und luxuriöse Ornamente, wurden vermieden. Auf diese Art und Weise wurde eine harmonische Spannung in der Skulptur des Antiochos erzeugt. Auch heute noch beeindruckt der in die kommagenische Weite starrende Kopf des Antiochos die Besucher mit seiner zeitlosen Schönheit.
5. Handel
Bereits zur damaligen Zeit war der Handel der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Die wachsenden Differenzen zwischen Römern und Parthern beeinträchtigten den gewinnbringenden Handel zwischen Ost und West. Kommagene war der einzige unabhängige Staat zwischen den beiden Großmächten und wurde daher sowohl für die Römer, als auch für die Parther zum wichtigen Handelspartner. Die Händler aus Kommagene konnten frei durch das Gebiet der Parther reisen, und konnten so mit exotischen Tieren und Gewürzen aus Indien und Seide aus China große Gewinne machen.
Antiochos konnte hohe Zölle erheben, denn er kontrollierte die Pässe des Taurusgebirges und die Übergänge über den Euphrat. Aufgrund seines Reichtums konnte es sich Kommagene auch leisten, wertvolle Güter nicht nur zu handeln, sondern auch zu importieren.
Die Händler verkauften ihre wertvolle Ware in Samosata an römische Händler und wohlhabende Einheimische. Während der Regentschaft von Antiochos wurde Samosata zum Mittelpunkt des Handels zwischen Ost und West. Hier trafen die Händler aus Kommagene und dem Partherreich auf die Römischen, Griechischen und Arabischen Kaufleute.

6. Der Krieg mit Rom

Asia Minor 100 BC
Nachdem die Römer erst einmal im Westen der heutigen Türkei Fuß gefasst hatten, eroberten sie nacheinander die Königreiche Kleinasiens.
Nachdem sie Pergamom erobert hatten, zogen sie um 80 v. Chr. weiter nach Bithynia und Pisidia. Zur gleichen Zeit erreichten die Parther auf ihren Eroberungszügen die Grenze von Kommagene.

Asia Minor 80 BC
Um 70 v. Chr. zerschlugen die Römer das Königreich von Pontus, ihrem damaligen größten Gegner. Danach überrannten sie Armenia, den mächtigsten Verbündeten von Pontus. Um ihre Eroberungen abzuschließen, zogen die römischen Armeen gegen Kommagene, dem letzten unabhängigen Königreich. Das kleine Land wurde wie von einer Dampfwalze überrannt.

Asia Minor 70 BC
Die Hauptstadt Samosata wurde im Jahre 69 v. Chr. belagert. Dann geschah etwas Unerwartetes: die römische Kriegsmaschine kam ins Wanken. Die Römer wurden mit einer Materie beschossen, die außerhalb Kommagenes unbekannt war. Der römische Historiker Plinius beschrieb diese Substanz folgendermaßen. " ein Soldat, der damit in Berührung kommt, verbrennt mit allen seinen Waffen". Es ist offensichtlich, daß die Angst vor dieser Waffe gewaltig war.
Samosata konnte nicht eingenommen werden. Es gab ein persönliches Treffen zwischen dem römischen Konsul Lucullus und König Antiochos. Man weiß nicht genau worüber verhandelt wurde, aber es endete mit dem Abzug der römischen Legionen.
Die Situation für Kommagene war aber dennoch weiterhin spannungsbeladen, da es zwischen zwei Großmächten eingekeilt war. Auf der einen Seite befand sich das kriegerische römische Reich, auf der anderen Seite das Reich der Parther.

Asia Minor 60 BC
Im Jahre 64 v. Chr. setzten die Römer ihre Eroberungszüge fort. Der Überrest des seleukidischen Reiches wurde weggefegt und der römischen Provinz Syria angeschlossen. Zu dieser Zeit hatte Rom mit Ausnahme von Kommagene alle unabhängigen Königreiche Kleinasiens unterworfen.
Kommagene profitierte aber auch vom Fall des seleukidischen Reiches durch eine begrenzte Ausweitung seines Staatsgebietes.
Von der strategischen Bedeutung her war es allerdings sicher, daß Kommagene früher oder später von den Römern eingenommen wird, oder zumindest bei seiner östlichen Expansion angehalten wird. Daher stellte Antiochos seine Verbindung mit den Parthern wieder her, indem er seine Tochter Laodike mit dem König der Parther vermählte. Laodike gebar aus dieser Heirat einen Sohn namens Pakoras. Er war das Lieblingskind seines Vaters und der Erbe des Königthrons.
Die Kriege in Kleiasien hielten an. Im Jahre 53 v. Chr. besiegten die Parther die Römer und eroberten Syria. Nun lehnte sich auch das unterworfene Königreich Pontus gegen die Römer auf.
Julius Caesar marschierte in Kleinasien ein und schlug den Aufstand nieder. Caesars berühmte Worte: "Ich kam, ich sah, ich siegte" beziehen sich auf diesen Feldzug.
Nach der Ermordung Julius Caesars wurde das Reich unter seinen Nachfolgern aufgeteilt. Marcus Antonius erhielt den Osten, Octavian den Westen. Marcus Antonius hielt Hof in Tarsus in Begleitung seiner Geliebten Cleopatra. Schon Julius Caesar war der Schönheit der ägyptischen Königin erlegen.
Im Jahre 38 v. Chr. wurde eine Armee der Parther von Marcus Antonius vernichtend geschlagen. In dieser Schlacht fiel auch Pakoros, der Kronprinz der Parther. Seine Mutter Laodike und ihr Mann waren in tiefster Trauer. Antiochos hatte großes Mitleid mit seiner Tochter und ihrem Gatten und beschloß ihnen zu helfen.
Als die überlebenden Parther in die Grenzen von Kommagene flohen, stellte sie Antiochos unter seinen persönlichen Schutz. Er verweigerte die Auslieferung der Flüchtigen an Marcus Antonius. Stattdessen bot er dem Römer einen Betrag von 1000 Talenten, der zur damaligen Zeit einen Wert von 25 Tonnen Silber entsprach.
Marcus Antonius aber sah die Gelegenheitheit, all das Gold und Silber Kommagenes in Besitz zu nehmen. Da Kommagene für seinen Reichtum bekannt war, lehnte Marcus Antonius das Angebot ab und verlangte den gesamten Staatsschatz. Natürlich konnte Antiochos nicht auf dieses Angebot eingehen.
In den Augen von Marcus Antonius war dies ein gravierender Eingriff eines unbedeutenden einheimischen Befehlshabers. Er befahl seinen Legionen sofort in Kommagene einzumarschieren. Er selbst hielt sich währenddessen mit seiner Geliebten Cleopatra, in Erwartung eines schnellen Sieges, am Hof von Tarsus auf.
Unglücklicherweise kam es nicht zu einem schnellen Erfolg. Im Gegenteil, er erhielt eine Botschaft, daß die Belagerung von Samosata zum Stillstand gekommen war. Marcus Antonius mußte vom guten Leben am Hofe Abschied nehmen und verließ Tarsus, um die persönliche Befehlsherrschaft über seine Legionen zu übernehmen. Um einen Fehlschlag abzuwenden, wurde König Herodes von Judäa hinzugezogen. Marcus Antonius war vermutlich sehr zuversichtlich, diesen Einsatz alsbald schnell zu beenden.
Was auch immer dann geschah, am Ende mußte Marcus Antonius selbst seine Truppen von Samosata zurückziehen und die Belagerung abbrechen. Sein Verbündeter Herodes wartete noch nicht einmal die letzte Entscheidung ab und kehrte vorzeitig in sein Königreich Judäa zurück. Mit leeren Händen mußte dann auch Marcus Antonius abziehen.
Der großmütige Antiochos gab ihm 300 Talente um den Schicksalsschlag abzumildern. Im Austausch dazu mußte Marcus Antionius einen Abtrünnigen an Antiochos ausliefern. Antiochos bestand darauf, da er Untreue und Verrat haßte.
7. Das Ende von Kommagene
Kurz nach diesen Ereignissen verstarb Antiochos. Er wurde in dem Heiligtum auf dem Nemrud beigesetzt, wo seine sterblichen Überreste wahrscheinlich in dem Grab neben dem seines Vaters liegen.
Sein Sohn Mithradates II. folgte ihm auf dem Thron. Kommagene war nicht länger ein Gegner für das römische Reich. Unter der Regierung Mithradates II. wurde Kommagene ein Satellitenstaat der Römer und später ein Teil der Provinz Syria.
Nachdem der Kronprinz der Parther in der Schlacht gegen die Römer gefallen war, war die Trauer des Königs so groß, daß er schließlich abdankte. Es war kein Vorteil für ihn, daß Antiochos, der Großvater des Kronprinzen, sein eigenes Königreich aufs Spiel setzte, indem er die überlebenden Soldaten der Parther unter seinen persönlichen Schutz stellte.
Ein anderer Sohn folgte dem Partherkönig auf dem Thron. Dieser wütete gnadenlos. Er ließ jeden aus dem Weg schaffen, der ihm den Thron hätte streitig machen können. Unter seinen Opfern waren auch Laodike und ihre Kinder.
Mithradates II. ließ seine tote Schwester nach Kommagene überführen und in dem Grabhügel von Karakus (schwarzer Vogel) beisetzen. Er fertigte einen wunderschönen Gedenkstein für sie an, auf dem dargestellt ist, wie er sich von seiner Schwester verabschiedet. Aus der Inschrift erfahren wir, wie stolz er auf seine Schwester war: " Sie war die schönste aller Frauen ...".
Auch seine Mutter Isias, sowie seine andere Schwester Antiochis und deren Tochter Aka liegen dort begraben. Mithradates II. ließ Karakus an den Ufern des Flußes Nymphaios errichten.
Von den Terrassen seiner Sommerresidenz im Arsameia (Eski Kale), hoch über den schwindelerregenden Schluchten, konnte er über das fruchtbare Tal des Nymphaios, zu dem Hügel von Karakus blicken. Auf diese Weise waren die von ihm geliebten ihm immer nahe, auch über den Tod hinaus.
Sein eifersüchtiger Bruder namens Antiochos II. wollte Mithradates II. vom Thron stürzen. Dafür wurde Antiochos von den Römern bestraft. Der römische Senat verurteilte ihm zum Tode und im Jahre 29 v. Chr. wurde er hingerichtet.
Unter König Antiochos IV. wurde Kommagene, wenn auch nur für eine kurze Zeit, zum letzten Mal unabhängig. Im Jahre 74 n. Chr. verlor Kommagene entgutig ihre Unabhängigkeit. Die Kommagenische Armee wurde. dann von den Römern vernichtend geschlagen.
Die kleine Armee von Kommagene wurde auseinandergeschlagen. Die gefürchteten Bogenschützen und die schwer bewaffnete Reiterei wurde in die römische Armee als " cohortes Comagenorum" übergenommen.
Um jeden Aufstand von vornherein zu vermeiden, zerstörten die Römer systematisch alle Statuen und Gebäude, die an die frühere Größe Kommagenes erinnerten. Sie zerstörten auch das Heiligtum auf dem Nemrud . Kommagene starb und der Nemrud fiel in einen langen Schlaf, nur gestört von dem Heulen des Bergwindes und den zufälligen Besuchen verirrter Schafhirten.

Karakuş-Hügel (940m)

Der Grabhügel ist 30m hoch und aus Schottersteinen auf eine flache Terrasse errichtet. Er hat einen Durchmesser von etwa 110m.Drei durchschnittlich 7m hohe Säulenpaare umschlossen ursprünglich den Hügel. Die Säulenpaare bilden mit je 130m Abstand ein gleichseitiges Dreieck. Von den einst sechs dorischen Säulen sind noch vier vorhanden.Jeweils eine trug eine Tierplastik, während sich auf der anderen ein Relief befand.
1. Vom südlichen Paar hat sich nur eine Säule erhalten, auf der ein 2,5m hoher Adler sitzt.
2. Im Nordwesten steht noch eine Reliefsäule und eine von der fehlenden zweiten Säule herabgestürzte Löwenskulptur. Die Säule trägt eine Reliefplatte, die den Ab-schied zwischen Mithradates und seiner Schwester Laodike zeigt.
3. Im Nordosten stehen noch beide Säulen, von denen eine die beschädigte Skulptur eines Stiers trägt, während das Relief der anderen verloren ist.
Gerade die letzte Säule gibt uns aber nähere Auskünfte über die Bestimmung des Grabheiligtums, da auf den beiden oberen Trommeln eine heute nur noch schwach erkennbare Bauinschrift eingeschlagen ist.
In dieser Bauinschrift läßt uns König Mithradates II. (36-20 v.Chr.) wissen, daß er dieses Grabmal für seine Mutter Isias, seine Schwester Antiochis und seine Nichte Aka errichtet hat.
Darüber hinaus entnehmen wir von der Säule der norwestlichen Säulengruppe, daß er diesen Platz zugleich der Erinnerung an seine Schwester Laodike geweiht hat. Laodike war mit dem parthischen Großkönig verheiratet und wurde zusammen mit ihm und ihren Kindern ermordet.
Bauinschrift des Heiligtums auf den oberen beiden Trommeln der rechten Säule:
Dies ist das Hierothesion der Isias, welche der große König Mithradates, nachdem er ihr als seiner eigenen Mutter alle sonst üblichen Ehren erwisen hatte, dieser letzten Erinnerung für würdig erachtete. Zuerst aber liegen hier Antiochis, des Königs Schwester von der gleichen Mutter, die schönste aller Frauen, deren Leben zwar nur kurz war, aber in der Erinnerung alle Zeiten überdauern wird. Beide sind sichtbar abgebildet und mit ihnen die Enkelin Aka, Tochter der Antiochis. Dem gemeinsamen Lebensweg und der Ehre des Königs zur Erinnerung.

Inschrift auf der Säule der nordwestlichen Säulengruppe:
Der große König Mithradates, Sohn des großen Königs Antiochos und der Königin Isias, hat dieses Bild zur unvergänglichen Erinnerung an die Königin Laodike, Schwester des Königs und Frau des Königs der Könige Orodes, und zur eigenen Ehre errichtet.

Die römische Brücke über den Çendere Suyu (Chabinas)

Nach den Bauinschriften wurde dieses Bauwerk in den Jahren 198/200 n.Chr. von Ingenieuren und Pionierabteilungen der Legio XVI Flavia firma errichtet. Sie ersetzte eine ältere Brücke, die Kaiser Vespasian (69-79 n.Chr.) errichten ließ.
Der Neubau dieser Brücke gehört in ein überregionales Bauprogramm des Kaisers Septi-mius Severus (193-311 n.Chr.), der zur Vorbereitung großer militärischer Operationen gegen das partherreich die Aufmarsch- und Nachschubstraßen in Kleinasin und Syrien erneuern ließ.
Die Brückenrampen wurden einst von je zwei Säulen flankiert; diese trugen die von vier kommagenischen Städten gestifteten Inschriften für Kaiser Septimius Severus, seine Frau Iulia Domna und ihre Söhne Caracalla und Geta. Nach der Ermordung Getas durch seinen Bruder Caracalla im Frühjahr 212 n.Chr. wurde die Geta-Säule be-seitigt.

Höhe: 17,85 m
Länge: 117,5 m
Breite: 7,8m / 5,3m(Breite zwischen den Säulen) / 4,9m (Innenbreite)
Spannweite: 34,2 m


Yeni Kale

Burg und Brücke stammt von den Mamluken (13.Jh.). Hier standen einst die Bauten jener Festung und Sommerresidenz, die Arsames (260-228 v.Chr.) errichtet haben soll. Vermutlich war das Dorf auch schon der Platz der antiken Siedlung.
Die Ruinen der mamlukischen Festung dürften sich an der Stelle der antiken Festung befinden, die mit den Bauten auf Eski Kale von einer gemeinsamen Mauer umschlossen wurde.
Die Mamlukenburg verfügt über einen 80m langen gedeckten Gang, der hinunterführt zum Fluss. Unterhalb der Burg befindet sich ein in den Felsen hineingebauter Tauben-Schloss. Hier wurden einst Brieftauben gehalten, mit denen die Mamluken auch im Belagerungszustand militärische Nachrichten übermitteln konnten.


Nemrut Dağı- Der Grabhügel ist :
Ursprünglich 60 m hoch, heute 50 m.150 m Durchmesser. 30.000 m³ faustgroße Schottersteine.600.000 Tonnen.290.000 m² Masse.

20 Ağustos 2011 Cumartesi

HIERAPOLIS

HIERAPOLIS

Stadtgründer:

Die Stadt wurde um 180 v.Chr. vom pergamenischen König Eumenes II. als Grenzfeste gegen die Psidier gegründet.

Namensursprung:

Nach dem offiziellen Mythos des pergamenischen Königshauses, leitet sich die Dynastie von König Telephos her, dessen Gemahlin Hiera hieß.
Nach ihr, der mythischen Stammutter seines Geschlechtes, könnte König Eumenes, die von ihm begründete Stadt benannt haben.

Andere Quellen sind der Meinung, daß das Wort “Hiera” soviel wie “heilig” bedeutet und die Stadt auf Grund ihrer bedeutenden religiösen aktivitäten seit der Antike
„Hierapolis = Heilige Stadt“ heißt.

Geschichtlicher Hintergrund:

• In der Mitte der schmalen und langen Terasse, auf der die antike Stadt Hierapolis gegründet worden ist, befindet sich eine Höhle, die im Volksmund als “Dämonenhöhle” oder “Teufelsloch” bezeichnet wird.

• Man glaubte, daß diese Höhle, der Eingang zur unterirdischen Welt Hades war.
• Sie ist der Ursprung der Quelle, der die Terassen mit Wasser versorgt.

• Aus der Höleneingang strömten Kohlendioxyd-Gase, die für alles Lebendige totbringend wirkten. Allerdings gelang es den Priestern des Tempels längere Zeit in der Höhle zu verweilen, indem sie ihren Atem anhielten und sich an den Löchern orientierten, den Sauerstoff enthielten.

• Duch dieses “Wunder” vermehrten sie den Ruhm des Ortes und trugen zur Entwicklung der Stadt bei.

• Infolge der reichen heilenden Eigenschaften des Wassers entwickelte sich um die Thermalquelle zuerst ein Thermen-Tempel Zentrum.

• In der Antike erstreckte sich eine leicht begehbare natürliche Strasse von großer militärischer und wirtschaftlicher Bedeutung von Milet aus beginnend durch das Tal der Mäander an Osten bis Syrien und Persien. Sie führte an Hierapolis vorbei.

• Entlang dieser Straße, die Ägais und Osten verband, wurden viele Städte gegründet. Drei von ihnen waren Colossae, Laodicea und Hierapolis.

• Ein berühmter Historiker aus Anatolien, Strabon, weist auf die wirtschaftlichen und kulturellen Funktionen dieser drei Städte im 2. Jh.v.Chr. hin. Nach Strabon wurde hier Wolle von sehr guter Qualität produziert; Stoffe aus Wole und Baumwolle wurden infolge der farbfestigenden Wirkung des Wassers des Flusses Lykos gewaschen und von hier aus exportiert.


• In verschiedenen Quellen wird erwähnt, daß Hierapolis ein Ort war, wo die Einwohner der umliegenden Städte, insbesondere von Laodicea Lager aufschlugen, um die Thermalquellen zu nutzen.

• Die Entwicklung von Laodicea und die Tatsache, daß die Bedeutung der Thermen wuchs, trugen zur Vermehrung der Ansiedler bei, so daß die Gründung einer zweiten Stadt notwendig wurde.

• Das Gebiet gehörte im 2.Jh.v.Chr. dem König von Pergamon, der an dieser strategisch wichtigen Stelle ein leicht zu verteidigendes Bollwerk anlegen ließ.

• Hierapolis als eine Militärkolonie schützte damit auch die nicht weit entfernte Stadt Laodicea.

• Um 133 v.Chr. vermachte der letzte pergamenische König Attalos der III. das gesammte Königreich und damit auch die Stadt Hierapolis per Testament an die Römer.

• Hierapolis wurde mehrmals durch Erdbeben zerstört, aber immer wieder aufgebaut(17. und 60 n.Chr.)

• Seine Glanzzeit erreichte Hierapolis im 2. und 3. Jh.n.Chr. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten Bauwerke, die heute das Bild der Ausgrabungsstädte bestimmen.

• Unter Alexander Severus wird wieder von einem Erdbeben berichtet, das gleichzeitig mit dem Niedergang des römischen Reiches zur bedeutungslosigkeit der Stadt führte (235 n.Chr.).

• Wir wissen zwar, daß der christliche Kaiser Valens im Jahre 370 einige Zeit hier verbrachte, und selbst nach um 900 Hierapolis als blühende Bischofssitz bei Leo dem Weisen erwähnt wird, doch der Glanz der römischen Epoche war unwiederbringlich vorbei.

• Vom 7. Jh. an erlebte die Stadt zahlreiche Überfälle arabischer Glaubenskrieger.

• Nach der Einwanderung der türkischen Seldschuken im 11.Jh. kam die Stadt, ebenso wie das benachbarte Laodicea unter deren Verwaltung.

• Das Letzte Erdbeben war im Jahre 1354.

• In der Mitte des 15.Jh. brachten schließlich die Mongolen unter Timur jeglich verbliebene Stadtleben zum Erliegen.