12 Ekim 2013 Cumartesi
10 Ekim 2013 Perşembe
Doliche - Dülük
Die Grabung auf dem Dülük Baba Tepesi
Seit
2001 untersucht die Forschungsstelle Asia Minor, Universität Münster, den
Gipfelbereich des Dülük Baba Tepesi. Als Folge der seitdem von einem
internationalen Forscherteam durchgeführten archäologischen, geophysikalischen
und vermessungstechnischen Arbeiten konnte die Existenz des Iuppiter Dolichenus
Heiligtums auf diesem Berg zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dies belegen neben
den bislang entdeckten umfangreichen baulichen Strukturen römischer Zeit, die
dem Heiligtum zugeordnet werden können, Weihungen an “den erhörenden Gott von
Doliche” in griechischer und lateinischer Sprache und auch Darstellungen des
Iuppiter Dolichenus.
Unerwartet
reiche Funde aus römischer Zeit wie vor allem auch aus früheren Epochen erlauben
es, sowohl unser Wissen über den Kult des Iuppiter Dolichenus als auch über die
Frühgeschichte des Kultplatzes zu erweitern. Hervorzuheben sind viele hundert
Perlen, Roll- und Stempelsiegel, die mehrheitlich aus dem 6./5. Jh. v. Chr.
stammen. Es handelt sich beim Dülük Baba Tepesi offensichtlich um einen der
wenigen Orte im südostanatolischen Raum, an dem sich Kulthandlungen vom frühen
1. Jt. v. Chr. bis in die christlich geprägte Spätantike hinein kontinuierlich
nachweisen lassen. Dass unterhalb des hellenistischen Horizonts noch Zeugnisse
früherer Phasen des Heiligtums anzutreffen sind, ist sicherlich ein Glücksfall
nicht nur für die Erforschung des Heiligtums eines der wichtigsten Götter des
römischen Imperiums, sondern auch allgemein für Fragen zur Kultkontinuität und
Religionsgeschichte des gesamten antiken Vorderen Orients.
Iuppiter
Dolichenus, Zeus Dolichaios, Hadad, Baal: Der höchste Gott von Doliche, einer
antiken Stadt in der der heutigen Südosttürkei, ist im 2. Jh. n. Chr. unter
verschiedenen Namen verehrt worden.
In
Lambaesis, einem Kastell in Libyen, Nordafrika, weiht der römische Offizier
Sextus Iulius Maior im Jahr 125/126 n. Chr. einen Tempel für Iuppiter
Dolichenus. Dies ist der erste Beleg für die Verehrung des Gottes außerhalb
Doliches. Nur 50 Jahre später treffen wir Dolichenus dann an vielen Orten des
römischen Reiches, vor allem an den Grenzen des Reiches, am Hadrianswall in
England, entlang des Rheins und der Donau, in Rumänien und auf der Krim. Als
„besten und größten Iupiter aus Doliche (Iuppiter Optimus Maximus Dolichenus)“
rufen ihn seine Verehrer, die häufig Soldaten sind, an. Zahlreiche Tempel,
Altäre und Reliefs werden ihm um 200 n. Chr. geweiht.
Warum
sich der Kult deses Gottes, nachdem er viele hundert Jahre nur in Doliche
verehrt wurde, innerhalb kurzer Zeit im ganzen römischen Reich verbreitete,
bleibt rätselhaft. Klar ist nur, dass römische Soldaten, die in Syrien und
Mesopotamien, an der Ostgrenze des Reiches, eingesetzt wurden, dort mit dem
Gott in Kontakt kamen. Als Herrscher der Welt mit kriegerischen wie auch
lebenspendenden Aspekten scheint er für sie besonders attraktiv gewesen zu
sein. Daher trugen die Soldaten, wenn sie von Einsätzen in Syrien
zurückkehrten, die Verehrung des Gottes aus Doliche in ihre alten Lager oder in
ihre neuen Einsatzorte. Dort lernte auch die Zivilbevölkerung den Gott kennen.
Das
Aufblühen des Kultes fiel in eine Zeit, in der sich auch andere Religionen
orientalischen Ursprungs schnell und weit verbreiteten, z. B. Isis,
Mithras oder auch das Christentum. Trotz großer Unterschiede zwischen diesen
Religionen war ihnen gemeinsam, dass sie einem gewandelten religiösen Empfinden
der Menschen entgegen kamen. Sie integrierten ihre Anhänger durch eine starke
gemeinschaftliche Bindung, durch geheimes Wissen, das nur Eingeweihten vertraut
war, und eine an dieses Wissen gebundene Aussicht auf eine gute Zukunft.
Mit
der Verbreitung des Gottes wandelte sich auch dessen Darstellung. Er passte
sein Aussehen den neuen Zeiten an. Zwar stand er weiter auf einem Stier, hielt
Axt und Blitz, doch trug er nun die Kleidung römischer Offiziere mit kurzer
Tunika und Panzer. Alte orientalische Elemente wie die Hörnerkrone oder der
lange Zopf, die auf der Stele von Doliche sichtbar sind, waren für die
Gläubigen im Westen des Reiches unverständlich und fielen weg. Die neue
Bildsprache präsentierte den Gott zwar deutlich erkennbar und bewusst als
„orientalisch“, tat dies jedoch auf eine Weise, die den Menschen im Westen des
Reiches vertraut war.
Diese
neue Bildsprache war auch in Doliche selbst verbreitet. Eine 2009 im Heiligtum
gefundene Bronzeapplik zeigt den Gott in der westlich beeinflussten Tracht. Dieses
Bildnis unterscheidet sich deutlich von der Stele in altorientalischer
Tradition. Hier treffen anschaulich zwei Ebenen aufeinander: Lokaltkult und
Reichsreligion.
In
der 2. Hälfte des 3. Jh. n. Chr. werden die Zeugnisse für die Verehrung des
Gottes immer weniger. In dieser Zeit wird zudem das Heiligtum von Doliche durch
die Perser zerstört. Das Christentum drängt schließlich alle anderen Religionen
zurück. Nur noch wenige Weihungen an den Gott stammen aus dem 4. Jh. n. Chr. In
dieser Zeit etabliert sich das Christentum auch im Heiligtum von Doliche.
Die Stele von Doliche
Am
18.09.2007 wurde eine Basaltstele mit der ersten Darstellung des Gottes von
Doliche und seiner Partnerin aus dem Heiligtum von Doliche entdeckt. Wie kein
anderer Fund gibt sie Auskunft über das den Charakter des Götterpaares und die
Vorstellungen, die den Glauben der Menschen prägten.
Die
Stele ist in zwei Felder geteilt: Die obere Zone zeigt die Welt der Götter, die
kleinere untere Zone hingegen die der Menschen. Zwei Männer stehen um einen
Altar und opfern. Auf dem Kopf tragen sie spitze hohe Hüte, in der linken Hand
halten sie einen Zweig. Diese sind typische Merkmale von Priestern im antiken
Syrien. So sind z. B. ganz ähnliche Bilder von Priestern aus dem Heiligtum der
Großen Syrischen Göttin von Hierapolis, 80 km südöstlich von Doliche, überliefert.
In
der oberen Zone steht links Iuppiter Dolichenus auf einem Stier. Bekleidet ist
er mit einem knielangen Schurz mit Fransenborte. An einem breiten Gürtel hängt
ein Schwert. Der Gott trägt einen langen spitzen Bart, der weit auf die Brust
herabfällt. Den Kopf bedeckt eine hohe Kappe, die mit kleinen Hörnerpaaren
geschmückt ist. Das lange Haupthaar fällt zum Zopf geflochten in den Rücken
hinab und rollt sich am Ende ein. In der vorgestreckten Linken hält der Gott
ein Blitzbündel. Die Blitze sind als mächtige Waffen und als Zeichen der
Herrschaft über das Wetter zu sehen. In der erhobenen Rechten hält der Gott
eine Doppelaxt.
Die
Darstellung des Gottes folgt einem bekannten Muster, das seit dem 3. Jt. v.
Chr. für viele Wettergottheiten des Nahen Ostens üblich war. Dies wird z. B. im
Vergleich mit einer der Wettergottstelen aus Tell Ahmar (9. Jh. v. Chr.)
deutlich.
Die
weibliche Göttin, als Iuno Regina bekannt, steht rechts vom Gott auf einem
Hirsch. Ihr knöchellanges Gewand wird von einem sehr breiten, aus vier Reifen
gebildeten Gürtel gehalten ist. Ein Mantel fällt über die linke Schulter herab.
Teile des Hinterkopfes sind verloren. Sie trägt eine quadratische Kappe
(Polos). Das lange Haar fällt im Nacken herab. In ihrer rechten Hand hält sie
einen runden Spiegel, ein typisches Attribut von Göttinnen, genauso wie
Granatapfel in der Linken, Symbol der Fruchtbarkeit.
Wie
Iuppiter Dolichenus ist auch Iuno auf der Stele nicht von Darstellungen von
Göttinnen aus viel früherer Zeit zu unterscheiden. Man vergleiche sie etwa mit
einer Stele der Kubaba aus Nordsyrien im British Museum (9. Jh. v. Chr.).
Zwischen
den Göttern ist ein stilisierter Lebensbaum zu sehen, der genauso wie die
Trauben am oberen Bildrand die lebenspendende Kraft der Götter ausdrückt.
Wann
wurde die Stele angefertigt? Trotz der altertümlichen Darstellung ist sie erst
in hellenistisch-römischer Zeit entstanden. Das ist vor allem an der Opferszene
zu erkennen, etwa an der Form des Altars. Gleichzeitig zeigt die Stele, wie
stark auch in dieser Zeit noch die Gottesvorstellung in der altorientalischen
Vorstellung verwurzelt ist.
Das Heiligtum -
Forschungsgeschichte
Obwohl
bereits im 19. Jh. aufgrund zahlreicher Funde von Inschriften und Darstellungen
aus den Nordwestprovinzen des Imperium Romanum die Bedeutung des Iuppiter
Dolichenus für die römische Religionsgeschichte bekannt war, blieb das
Interesse an der Heimat des Gottes zunächst gering. Der große belgische
Forscher Franz Cumont, der 1907 Nordsyrien und auch Doliche bereiste, war der
erste, der den Dülük Baba Tepesi besuchte und dort spuren des Heiligtums
entdeckte. Zu sehen gab es auf dem damals noch kahlen Berg freilich nicht viel,
und so blieben auch nachdem Cumont die Ergebnisse seiner Studien in Syrien 1917
veröffentlicht hatte, weitere Forschungen aus.
Zwar
nahm, beflügelt durch einen stetigen Strom neuer Zeugnisse vor allem von den
nördlichen und westlichen Grenzen des römischen Reiches, das Interesse an
Iuppiter Dolichenus weiter zu - Fragen zum Heimatheiligtum und zu dessen Rolle
in der Blütezeit des Kultes konnten jedoch weiterhin nicht präzise beantwortet
werden. Einzige Ausnahme waren die Forschungen Jörg Wagners, der in seit den
70er Jahren den Dülük Baba Tepesi mehrfach besuchte. Die Ergebnisse seiner
Untersuchungen, darunter auch wichtige Neufunde wie das Fragment einer
kommagenischen Kultinschrift oder die nahe dem Heiligtum gelegene sogenannte
Priesternekropole, wurden 1982
in den Bonner Jahrbüchern veröffentlicht.
Eine
systematische Erforschung des Heiligtums begann erst 2001, als der
Forschungsstelle Asia Minor in Kooperation mit dem Museum Gaziantep die
Erlaubnis erteilt worden war, den Dülük Baba Tepesi archäologisch zu
untersuchen. Die ersten zwei Jahre waren vor allem der Erschließung des
Geländes durch Geoprospektion gewidmet, was jedoch angesichts der Aufforstung
des Areals, des hoch anstehenden Felses und der Antennen im zentralen
Gipfelareal jedoch nur bescheidene Resultate brachte.
2003
begannen daraufhin systematische Grabungsarbeiten im Gipfelbereich, die seitdem
beständig ausgedehnt wurden und das Wissen um die Geschichte und Ausgestaltung
des Gipfels von der Eisenzeit bis in das christliche Mittelalter beständig
erweitern.
Elif und Hisar Dorf in Gaziantep mit römischen Monumentalgräber
Die römischen
Monumentalgräber von Elif, Hisar Dörfer liegen im Landkreis Araban der
türkischen Provinz Gaziantep.
Die Gräber liegen
an der römischen Heerstraße, die am Euphrat entlang von Zeugma nach Samosata
führte, an dem Abschnitt zwischen der Brücke bei Rum Kalesi über den antiken
Marsias(heute Bozatlı Çay) und der, die den Karasu überquerte. Sie sind am
Übergang vom zweiten zum dritten Jahrhundert n. Chr. entstanden.
Elif
Hisar Dorf :
Caracalla-Thermen Ankara
Caracalla-Thermen in Ankara
Die Thermen befinden sich auf der Çankırı Caddesi, in der Naehe von Ulus auf einer 2,5 m. hohen Plattform. Die Baeder stammen aus dem 3.Jhd.v.Chr. und wurden von dem römischen Kaiser Caracalla (211-217) gebaut. Bei Ausgrabungen im Jahre 1937 wurden Reste aus den römischen, seldschukischen und phrygischen Zeiten gefunden. Das aus Steinen und Ziegeln gebaute Bad wurde erst zwischen 1940 – 1943 ausgegraben und ist 80 X 130 m. gross. Im Bad befinden sich ein Schwimmbad, Kalt- und Heissraeume und ein Bekleidungsraum. Dieses Bad gibt uns ein gutes Bild, wie die Installationen der alten Baeder bei den Römern durchgeführt wurden. Es wurde eine Fussbodenheizung gebaut, bei der die heisse Luft unter dem Fussboden durchströmte. Röhrenreste sind immer noch zu sehen. Heutzutage wird in diesem Bad eine reiche römische Inschriftensammlung ausgestellt.
Die Thermen befinden sich auf der Çankırı Caddesi, in der Naehe von Ulus auf einer 2,5 m. hohen Plattform. Die Baeder stammen aus dem 3.Jhd.v.Chr. und wurden von dem römischen Kaiser Caracalla (211-217) gebaut. Bei Ausgrabungen im Jahre 1937 wurden Reste aus den römischen, seldschukischen und phrygischen Zeiten gefunden. Das aus Steinen und Ziegeln gebaute Bad wurde erst zwischen 1940 – 1943 ausgegraben und ist 80 X 130 m. gross. Im Bad befinden sich ein Schwimmbad, Kalt- und Heissraeume und ein Bekleidungsraum. Dieses Bad gibt uns ein gutes Bild, wie die Installationen der alten Baeder bei den Römern durchgeführt wurden. Es wurde eine Fussbodenheizung gebaut, bei der die heisse Luft unter dem Fussboden durchströmte. Röhrenreste sind immer noch zu sehen. Heutzutage wird in diesem Bad eine reiche römische Inschriftensammlung ausgestellt.
7 Eylül 2013 Cumartesi
19 Mayıs 2013 Pazar
Aphrodisias die Stadt mit Liebe und Kunst
Aphrodisias die Stadt mit Liebe und Kunst
Die Ursprünge der Stadt reichen bis ins dritte
vorchristliche Jahrtausend. Funde im nahegelegenen Pekmezgebirge deuten sogar
auf eine noch ältere, bis ins Neolithikum (5. Jt. v. Chr.) erkennbare
Zivilisation. Die Stadt liegt auf eine malerische Landschaft in milden 600
Metern Höhe über dem ,Meeresspiegel, am Fuß des 2308 Meter hohen Akdağ. Den
Namen Aphrodisias erhielt die Stadt zu Ehren der Liebesgöttin Aphrodite.
Ursprünglich hieß Aphrodisias „Lelegonpolis“
„Stauropolis“, später Megapolis und schließlich nach dem
byzantinischen König Ninos „Ninoi“.
Folgt man den Ausführungen des byzantinischen Schriftstellers Stephanos, so
war die Stadt in der Frühzeit unter dem NamenNinoe bekannt,
was den Einfluss des legendären Assyrerkönigs Ninus vermuten lässt. Eine andere
Theorie bringt Ninoe mit
der meist nackt dargestellten syrisch- palästinänsischen Liebesgöttin Asarte in
Verbindung, die ebenfalls den Beinamen Nina trug. Der Name Aphrodisias taucht
erstmalig im 3. Jh. v. Chr. auf und wurde im 2. Jh vor Chr. durch einen römischen
Verwaltungsakt auf Anraten des Orakels von Delphi zur offiziellen Bezeichnung
der Metropole.
Im Jahre 82 vor Chr. schickte der römische General Sulla dem
Aphrodite-Tempel eine Krone sine Axt, die damals im Gebiet Karien als heilig
galt. Das zeigt, dass Aphrodisias zu dieser Zeit schon sehr an Bedeutung
gewann.
Um 39 vor Chr. wurde Aphrodisias steuerfrei und war 10 Jahre später, also
mit dem Beginn des Römischen Reiches unter Augustus, eine reiche und berühmte
Stadt.
Die Stadt pflegte eine enge Beziehung zum julisch-claudischen Kaiserhaus
und unterstützte während der römischen Bürgerkriege Cäsar und Oktavian, was ihr
zu weiterem Wohlstand und zahlreichen Privilegien verhalf. Ihre ausschweifenden
Festlichkeiten wurden bald zum Magneten für zahlreiche Kaufleute und
Reiselustige.
Im 2. Jh. nach Chr. vereinigte Aphrodisias sich mit der Nachbarstadt
Plarasa. Das geschah damals dadurch, dass man gemeinsame Münzen prägte.
Zwar war Aphrodisias in byzantinischer Zeit noch Bischofssitz, der Glanz der Stadt, die
einst so heilig war, dass sie bis ins 4. Jh. n. Chr. keine Stadtmauer
benötigte, war jedoch verblasst. Aphrodisias wurde in dieser Zeit in Stravpolis
/ „Stauropolis“
("Stadt des Kreuzes") umgenant. Als
Hauptstadt der Provinz Karien wurde sie jedoch am häufigsten Karie genannt, wovon sich das heutige Geyre ableitet. Nach einigen Erdbeben verlor
die Stadt mehr und mehr an Bedeutung.
Die Feldzüge der Seldschuken im 11. und 13. Jahrhundert gaben ihr schließlich
den Rest. Zu den bedeutendsten Söhnen der Stadt zählt Alexander von
Aphrodisias, einer der einflussreichsten Aristoteles-Kommentatoren.
Die aus Pergamon abgewanderte Künstler gründeten in
Aphrodisias die einflussreichste und bedeutendste
Bildhauerschule der Antike. In Aphrodisias entstandene Kunstwerke wurden
überwiegend nach Rom exportiert, aber auch ins griechische Olympia. Die Bildhauer belieferten aber
auch wohlhabende Städte Nordafrikas,
so z. B. Leptis Magna.
Begünstigt durch die nahe gelegenen Steinbrüche auf Akdağ, erblühte eine umfangreiche Marmor-Industrie,
der einzigartige blauweiß leuchtende
Mrmor und eine berühmte Bildhauer-Schule. Aphrodisias war aber auch bekannt
für feine Textil-Produkte (Wolle und
Baumwolle). Die Stadt wurde, beginnend in augustescher Zeit, in den ersten
beiden Jahrhunderten n. Chr. wie viele kleinasiatische Städte mit zahlreichen
öffentlichen Bauten versehen. Im späten 3. Jahrhundert wurde sie Hauptstadt der
neu eingerichteten Provinz Caria.
Ausgrabungen :
* Charles Texier'le 1802–71 fr.
* Paul Gaudin'in 1904–05 fr.
* Giulio Jacopi 1937 it.
* Kenan T. Erim von New York
Üniversitet 1961
* Prof. R.R.R. Smith von Oxford
Universität Lincoln Klassische
Archäologie und Kunst Professor mit
New York Universität Güzel
Sanatlar Enstitüsü'nde Prof. Christopher Ratte' 1992
"Heiraten
? Ich ?Ich bin doch verheiratet. Wie soll ich eine bessere Frau finden als
Aphrodite ?" (Kenan T. Erim, Leiter derAusgrabungen in Aphrodisias)
Architektur
und Sehenswürdigkeiten der Stadt:
Die
Stadtmauer
Aphrodisias hatte sehr lange Zeit keine
Stadtmauer, weil man glaubte, die Stadt sei durch den Tempel der Aphrodite
geschützt. Erst zur Zeit der gotischen Züge, also der Völkerwanderung, bauten
die Einwohner in großer Eile eine Mauer zum Schutz. Da nur sehr wenig Zeit zur
Materialbeschaffung blieb, verwendeten sie einfache Bausteine von zerstörten
Denkmälern. Aus diesem Grund kann man in der Stadtmauer architektonische Teile
und Inschriften finden.
Die Mauer hat drei große und drei kleine
Stadttore. Die Hauptstraßen, die bei diesen Toren begannen, kann man heute nur
noch teilweise erkennen.
Das
Theater
hat eine kunstvolle Scaea die von C.
Julius Zoilos in den 27 v. Chr. in Auftrag gegeben wurde so kann man es einer Inschrift auf dem Bühnengebäude entnehmen). Es erhielt
marmorne Sitze im 1. Jhd. n. Chr. Vor der Scaena war ein dorisches logeion,
dahinter eine zweistöckige Fassade. Eine Vielzahl von Statuen wurden in der
Orchestra oder vor der Scaena gefunden. Im Innnern des Bühnengebäudes befanden
sich sechs mittelgroße Umkleide- oder Abstellräume. Am nördliche Bühnenzugang
entstand im 2. und 3. Jahrhundert ein wahres Archiv zur Geschichte der Stadt.
Die Wand dieses Teils des Bühnengebäudes, in einer Höhe von 5 m und einer Länge von 15 m erhalten, war mit
griechischen Inschriften bedeckt. In
der halbkreisförmigen Orkestra wurden zur Zeit des Marcus Aurelius (161-180)
Stierkämpfe und Gladiatorenwettkämpfe durchgeführt. Für diese Kämpfe wurden die
unteren Sitzreihen zur Sicherheit abgebaut. Die meisten dieser Inschriften sind
Briefe römischer Kaiser und anderer leitender Persönlichkeiten von der späten
Republik bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. . Das Bühnengebäude ist das
älteste dreistöckige Bühnengebäude ganz Anatoliens. Es ist im dorischen,
ionischen und korinthischen Stil gebaut. In Nischen befanden sich große
Statuen, von denen zum Beispiel die des Apollos gefunden wurden. Inschriften an
der nördlichen Bühnenwand berichten über Sonderrechte, die der Stadt eingeräumt
wurden.
Tiberius-Portiko/Torgebäude:
Der Name dieses Platzes,
der mit Säulen und Portikos umgeben ist, stammt von einer Inschrift, die
besagt, dass das Gebäude dem Kaiser Tiberius gewidmet war. Auf der Agoraseite eine zweigeschossige Fassade mit von
Säulen flankierten Aediculen und an jedem Ende einen vorspringenden,
turmartigen, tonnengewölbten Raum, der an die Colonnaden der Porticus anschloß.
Bei den Versuchen das Grundwasserproblem zu lösen, wurde es nach dem Erdbeben
des 4. Jahrhunderts in in Nymphäum umgewandelt. Ein Auffangbecken wurde
angebaut, und die Fassade wurde mit einem System von Tonröhren versehen, die
das Wasser in das Becken leiteten. Aus den Nischen des Tores fand man
zahlreiche Statuen und ungewöhnliche Reliefplatten (Kentauromachie,
Amazonomachie, Götter gegen Giganten), im Auffangbecken wiederverwendet.
In der Mitte des Portikos befindet sich ein Pool, 260 m (!) lang, 25 m breit und 1,20 m tief. Dieser Pool
wurde nach einem Erdbeben gebaut, um Überschwemmungen unter Kontrolle zu
halten. Er diente auch als Wasser-Reservoir für die Hadrians Bäder.
Thermen
Im Vorhof der
Palaestra wurden große Mengen von Architekturteilen gefunden, darunter große
Pilaster, in deren Akanthusranken sich Eroten, Vögel und allerlei Getier
tummeln; ferner eine Reihe von Konsolen mit kolossalen Köpfen, darunter Medusa,
Herakles, Perseus, Minotaurus, die das Gebälk der Palaestra geschmückt hatten.
Eine Reihe von lebensgroßen Statuen wurde auch in der Westporticus der
benachbarten Agora gefunden.
Die
Räumlichkeiten dieser Thermen waren fast symmertrisch angeordnet. Ein
Mittelsaal, wahrscheinlich das Caldarium, ist von großen Galerien flankiert. Im
Kellergeschoss befinden sich die Heizräume mit einem System von
Bedienungskorridoren und Wasserkanälen. Das Mauerwerk besteht aus leichtem
Sandstein und war mit Marmorplatten verkleidet. Tepidarium, Sudatorium,
Frigidarium und Apodyterium befanden sich in den seitlichen Galerien.
Odeion
Halbrund mit Sitzreihen,
Bühnenwand. Der Korridor hinter der Bühne öffnete sich nach Süden auf einen von
Säulenhallen umgebenen, an die Nord-Porticus der Agora angrenzenden Platz, wo
Statuen von angesehenen Bürgern der Stadt standen; Nordwestlich des Odeion, an
seine Rückwand angelehnt, befindet sich eine runde Plattform auf Stufen mit
einem in der Mitte in den Boden eingelassenen Sarkophagkasten. Nördlich davon
befand sich vielleicht ein Gymnasium, bevor das Odeion gebaut wurde. Im 4.
Jahrhundert war dort eine Bildhauerwerkstatt, wie man aus zahlreichen
vollendeten und unvollendeten Bruchstücken von Skulpturen schließen kann, die
hier gefunden wurden. Westlich des Odeions liegt ein ausgedehnter
Gebäudekomplex mit einem Triconchos und einem Peristylhof sowie Wohnquartieren.
In spätrömischer Zeit war dies vielleicht der Wohnsitz des örtlichen Gouverneurs,
später wurde der Komplex zum Palast des Bischofs von Aphrodisias umgewandelt.
Orchestra mit opus sectile Boden dekoriert.
Ursprünglich
war das Odeion überdacht, die oberen Sitzreihen stürzten wohl beim Erdbeben des
4. Jahrhunderts ein. Folgen der Überschwemmungen, durch das Erdbeben
verursacht, sind in der Orchestra sichtbar.
1962 durch Zufall entdeckt, südlich des Aphroditetempels; 1965 Porticus
hinter dem Bühnenkorridor.
Gruppe von fünf
Räumen nördlich des Odeion
Gruppe von
fünf Räumen nördlich des Odeion. In zwei der Räume wurden der Hauptteil der
Skulpturen gefunden, beide sind zur Straße hin geöffnet. Bei den drei weiteren
Räumen ist es nicht klar ob sie tatsächlich zur Werkstatt gehören.
Die genauen Ursprünge der Schule sind nicht bekannt. Möglicherweise kamen
einige Künstler im 2. Jahrhundert v. Chr. aus Pergamon. Auf alle Fälle muss die
Qualität des vorhandenen Marmors eine große Anziehungskraft gehabt haben. Die
Bildhauer von Aphrodisias waren direkte Abkömmlinge der hellenistischen Kunst.
Die Langlebigkeit der Schule - vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum Ende des 5.
Jahrhunderts n. Chr. - ist selten, wenn nicht einzigartig und ermöglicht, die
Originalität und den Beitrag der Künstler von Aphrodisias zur
griechisch-römischen Plastik gebührend einzuschätzen.
Bischofspalast
Der
Peristyhof ist mit blauen Marmorsäulen auf hohen Basen dekoriert. Drei gewölbte
Kammern (später datiert) öffnen sich in die südliche Porticus des
Peristylhofes. Vor diesem stehen zwei kleinere blaue Marmorsäulen. An der westlichen
Porticus sind zwei Räume mit buntem, geometrischen Mustern verzierten
Mosaikfußböden gelegen. Ebenso sind noch Reste von Freskomalereien vorhanden.
Durch ein großes Eingang wurde eine dreigliedrige Halle vom Peristylhof
betreten. An der Halle wurden ein kleines Bad und eine Latrine gefunden.
Der Aphroditetempel: Peripteros
Der Aphroditetempel ist das wichtigste Bauwerk der Stadt. Er wurde im 1.Jh
vor Chr. im ionischen Stil mit 13 Säulen an den
Langseiten, der für Anatolien typisch ist, erbaut. Die 14 gewaltigen
Säulen stehen heute immer noch.
Oktostylos mit 13 Säulen an den Langseiten, nach Osten
ausgerichtet; Pronaos mit Mosaikboden, Cella, Kein Opisthodom oder Schatzraum
hinter der Cella.
Heiligtum
seit spätarchaischer Zeit. Der Tempel wurde unter Augustus vollendet, das
Temenos erhielt seine Form unter Hadrian.
Im heiligen Teil des Tempels, der durch ein monumentales Eingangsgebäude
vom übrigen Tempel getrennt war, befand sich das Kult-Denkmal der Göttin
Aphrodite.
Dieser Bereich durfte nur von Priestern betreten werden, die einer
Erzählung nach ausschließlich männlich waren.
Der Tempel war Zufluchtsort für Schutzsuchende und Wallfahrtsort. Mit der
Christianisierung der Stadt wurde der Tempel zur Kirche umgebaut. Aus diesem
Grund fand man dort auch Darstellungen von Jesus und Maria. Die Kirche wurde
bis zum 11.Jh. nach Chr. benutzt, dann jedoch von einem Erdbeben zerstört.
Bildhauerschule:
Das Gebäude befindet sich neben der berühmten Aphroditetempel . Den Marmor für ihre Werke bezogen die Bildhauer aus den
Marmorsteinbrüchen in der Nähe der Stadt. Dieser hochwertige Marmor war ein
Exportgut, das für das Wirtschaftsleben in Aphrodisias von Bedeutung war. Viele
der Kunstwerke können im Aphrodisias-Museum am ehemaligen Dorfplatz besichtigt
werden.
Ein sehr imposantes Werk der Bildhauer und Architekten von Aphrodisias
konnte aus Fundstücken beinahe zu achtzig Prozent rekonstruiert werden.
Das Tetrapylon:
Das Tetrapylon (Korinthisch gebaut) wurde in 2 jh. nach Chr. gebaut und ist
ein Tor auf der Nord-Süd-Straße der Stadt. Den Namen hat das Tor wegen seiner
vier Säulen an jeder Seite. Die genaue Funktion des Tores ist nicht sicher,
allerdings versammelte sich die Prozession zum Tempel am Tetrapylon, bevor sie
den Tempel betrat. Neben dem Tetrapylon liegt Prof. Erim begraben, der
Drahtzieher dieser Restauration war. Diese ist die wichtigste, die je in
Anatolien durchgeführt wurde.
Das Stadion
Das Stadion 262m lang und 50m breit und ist das am besten erhaltene Gebäude
der Stadt und eines der wichtigsten antiken Bauwerke der Welt. Es ist elyptisch
geformt und bietet 30.000 Menschen Platz. Die 22 Sitzreihen wurden auf die
schrägen Gewölbe platziert, in denen sich damals Geschäfte und Lagerdepots
befanden. Der Zuschauerraum wurde durch tunnelförmige Eingänge betreten.
Das Stadion wurde hauptsächlich für athletische Sportveranstaltungen und
später auch als Arena genutzt. Wenn es nötig war, wurden dort die
Volksabstimmungen durchgeführt.
Säulenhalle,
Sebasteion
dorisch;
ionisch; korinthisch, Beide, nicht ganz gleichen Porticus hatten Fassaden wie
eine Bühnenfront: drei Geschosse von Halbsäulen, dorisch im Untergeschoß,
ionisch im etwas niedrigeren Mittelgeschoß und korinthisch im noch niedrigeren
Obergeschoß.
Eine Anzahl
großer Relief- und Ornamentplatten wurden innerhalb und außerhalb der Porticus
gefunden. Sie stammen aus den Intercolumnien der beiden Obergeschosse. Die
Reliefs des Mittelgeschosses der Südporticus hatten mythologische Themen, die
des Obergeschosses hingegen zeigten Gestalten des Kaiserhauses; Nordporticus
wurde durch Erdbeben im 4. und 7. Jahrhundert schwer beschädigt. Viele der
Reliefs der Intercolumnien wurden verschleppt und sind verloren. Sie zeigen
Personifikationen und kosmische Gestalten. Vom Tempel sind nur noch Spuren der
Crepis und des Stylobats sowie Säulentrommeln, korinthische Kapitelle und
Architravblöcke erhalten.
Das
Sebasteion liegt im südwestlichen Teil der Stadt, östlich der Agora, und ist
weder auf diese, noch auf ein anderes Gebäude ausgerichtet. Es ist ost-westlich
orientiert und besteht aus zwei etwa 80 m langen parallelen Porticus von einander
gegenüberliegenden Halbsäulen, getrennt durch eine etwa 14 m breite Prozessionsstraße.
Im Westen waren die Porticus durch ein Tor verbunden (Propylon), das auf die am
Tetrapylon vorbeigehende Straße führte. Am gegenüberliegenden Ende führte eine
in byzantinischer Zeit zugefügte Treppe zu einem Podium, auf dem der den ganzen
Komplex beherrschende Tempel stand. Beide, nicht ganz gleichen Porticus hatten
Fassaden wie eine Bühnenfront: drei Geschosse von Halbsäulen, dorisch im
Untergeschoß, ionisch im etwas niedrigeren Mittelgeschoß und korinthisch im
noch niedrigeren Obergeschoß.
Die Reliefe zeigen mythologische Szenen wie zum Beispiel
Dionisos und Herkules, die aus Troja flüchten und Bilder von Kaisern wie
Augustus oder Cäsar und deren Familien.
Durch Inschriften ist erwiesen, dass die Porticus von zwei verschiedenen
Familien aus der Regierungszeit des Claudius und des Nero gestiftet waren. Das
Propylon war eine Stiftung derselben Familie, die die Nordporticus geweiht
hatte. Seine Fassade war mit zwei Geschossen von Aediculen versehen und war mit
einer großen Anzahl von Statuen der iulisch-claudischen Familie geschmückt;
Nordporticus wurde durch Erdbeben im 4. und 7. Jahrhundert schwer beschädigt.
Im und um den Tempel und der Prozessionsstraße entlang wurde ein ausgedehntes
System von Abflußrohren und Wasserkanälen angelegt, um das
Überschwemmungswasser abzuleiten; Zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert wurde der Gebäudekomplex
nicht mehr oder nur noch gelegentlich als Marktplatz
benutzt. Sein vollständiger Zusammensturz erfolgte im Erdbeben des 7.
Jahrhunderts. Viele Bauteile des Sebasteions wurden als Spolien
wiederverwendet.
Kaydol:
Kayıtlar (Atom)
























































