2 Nisan 2012 Pazartesi

Der Granatapfel


Der Granatapfel oder Grenadine (Punica granatum) ist eine Pflanzenart, die heute bei weiter Fassung der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) zugerechnet wird. Die Heimat des Granatapfels liegt in West- bis Mittelasien; heute wird er unter anderem im Mittelmeerraum angebaut.

Die Bezeichnung des Granatapfels ist in vielen Sprachen auf das lateinische Wort für Kerne oder Körner, granae, bzw auf deren große Zahl (lat. granatus = körnig, kernreich) zurückzuführen. Den lateinischen Namen Punica bekam er im Römischen Reich, da die Phönizier (auch Punier genannt) diese Pflanze, zum Teil aus religiösen Gründen, verbreiteten.

Heimat und Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Granatapfels liegt im westlichen bis mittleren Asien; die Heimat des Baumes erstreckt sich von der Türkei über den Kaukasus (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Südrussland) sowie Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan östlich bis nach Iran, Afghanistan und Pakistan.

Im Mittelmeerraum und im Nahen Osten, beispielsweise im Iran, in Armenien, Ägypten, Spanien, Marokko, Tunesien, Syrien, Palästina, Israel und in Anatolien, wird der Granatapfel seit Jahrhunderten kultiviert (siehe auch Gartenkunst). In Indien wird der Granatapfel auch als Gewürz angebaut. Aber auch in Fernost-Asien tritt der Granatapfel auf. In Indonesien ist er bekannt als delima.

Einige Selektionen des Granatapfels können auch in wintermilden Regionen Mitteleuropas ausgepflanzt werden. Ein Strauch blüht jährlich zum Beispiel im Vorgarten des Museums für Kunstgewerbe in Budapest.

Im Zuge des spanischen Kolonialismus gelangte der Granatapfel auch in die Karibik und nach Lateinamerika.

Die Eigenschaften der Pflanze

Habitus und Blätter
Der Granatapfel wächst als sommergrüner kleiner Baum und wird oft als Strauch kultiviert; er erreicht Wuchshöhen bis zu fünf Metern, wird bis zu drei Meter breit und kann einige hundert Jahre alt werden. Die Rinde ist rotbraun bis grau. Die jungen Zweige sind oft vierkantig. Die Blattstiele sind zwei bis zehn Millimeter lang. Seine überwiegend gegenständigen, glänzenden, ledrigen Laubblätter sind etwa zwei bis zehn Zentimeter lang (je nach Sorte) und ein bis zwei Zentimeter breit. Nebenblätter fehlen.

Blüten
Im Frühjahr und Sommer trägt er an den Zweigenden große, urnen- bis glockenförmige Blüten. Die zwittrigen Blüten sind fünf- bis neunzählig mit doppelten Perianth. Ihre Farbe reicht von orangerot bis hellgelb. Es sind viele Staubblätter vorhanden.

Frucht
Die von der Form apfelähnliche, anfangs grüne, später orangerote Frucht, ist als Grenzfall einer Beere anzusehen, da das Fruchtfleisch nicht fleischig ist, allerdings auch nicht verholzt. Sie hat einen Durchmesser von bis zu etwa zehn Zentimetern und ist durchzogen von vielen Wänden. Dadurch entstehen Kammern, in denen sich zahllose bis zu 15 Millimeter große kantige Samen befinden, die jeweils umgeben sind von einem glasigen, saftig-prallen, tiefrot bis blassrosa gefärbten Samenmantel (Arillus), der auf Druck leicht zerplatzt. Insgesamt sind etwa 613 Samen in der Frucht enthalten.

Granatäpfel zeichnen sich durch einen hohen Gehalt bioaktiver Inhaltsstoffe aus. Der Granatapfel enthält größere Mengen Flavonoide wie Anthocyane und Quercetin, Polyphenole vor allem Ellagitannine wie Punicalagin sowie Phenolsäuren wie Ellagsäure und Gallussäure. Er ist reich an Kalium und enthält unter anderem Vitamin C, Calcium und Eisen. Die Früchte reifen nach der Ernte nicht nach, sie zählen zu den nichtklimakterischen Früchten.

Die fleischig ummantelten Samen kann man entweder mit den Fingern oder mit der Hilfe eines Löffels gut herauslösen und sogleich verzehren oder Süßspeisen und Eis damit dekorieren. Eine weitere Methode zum Herauslösen der Samen: Frucht horizontal halbieren, die Schale an den dünnen Häutchen einritzen und die Frucht sternförmig zerbrechen. Ferner ist es möglich, die Kerne herauszulösen, indem man eine Schüssel mit Wasser füllt, den Strunk abschneidet und den Granatapfel in der Schüssel aufbricht. Die essbaren Kerne werden zu Boden sinken, während die Schale und die weißen Häutchen auf dem Wasser schwimmen und leicht zu separieren sind. Außerdem lassen sich die Kerne durch Schlagen auf die Außenschale der halbierten Frucht (etwa mit einem Holzlöffel) lösen; hierzu bietet es sich an, die Granatapfelhälften mit der Schnittkante nach unten in eine kleine Schüssel o.ä. zu legen, damit die Kerne herausfallen können.

Nutzung

Die Früchte werden in den Monaten September bis Dezember geerntet.

Schale und Saft des Granatapfels sind seit Jahrhunderten Farbstoffe für Orientteppiche. Durch das Kochen der Frucht erhält man eine pechschwarze Tinte. Die Fruchtschale des Granatapfels wurde in Indien zum Färben von Wolle in Gelb- und Schwarztönen verwendet. Mit einem Extrakt aus der Wurzel des Granatapfelbaumes können mit Hilfe einer Eisenbeize tief dunkelblaue Farbtöne erzeugt werden.

Die Wurzel, die Rinde und die gekochte Schale wurden bis ins Mittelalter als Wurmmittel auch gegen Bandwürmer eingesetzt.

Grenadinesirup, also Sirup, der einst ausschließlich aus Granatäpfeln der Karibikinsel Grenada hergestellt wurde, gibt dem Tequila Sunrise und verschiedenen anderen Cocktails seinen fruchtigen Geschmack und seine rote Färbung.

Granatäpfel und der aus den ganzen Früchten gepresste Granatapfelsaft sind weltweit, insbesondere im Mittelmeerraum, im Nahen Osten, in den USA, in Südeuropa und seit einigen Jahren auch in Mittel- und Nord-Europa als Nahrungsmittel weit verbreitet. Durch Vergärung kann aus dem Saft auch Granatapfelwein gewonnen werden, der vor allem von Armenien und Israel exportiert wird. Er ähnelt süßlichen Dessertweinen oder Südweinen wie Portwein oder Sherry.

Granatapfelsaft wird aber auch zu medizinischen Zwecken fermentiert. Denn vor allem durch Fermentation mit lebendenden Mikroorganismen (Lebendfermentation) wird die Bioaktivität und Bioverfügbarkeit der im Granatapfel enthaltenen Polyphenole durch fermentative Vorverdauung gesteigert.

Das Fruchtfleisch oder der Saft des Granatapfels werden in der feinen Küche gerne zur Verfeinerung von Wild- oder Geflügelgerichten oder in Obstsalaten verwendet.

Medizinische Bedeutung

Über 250 wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Granatapfel eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Arthritis haben könnte. Allerdings sind die meisten Studien nur auf Versuche mit Zellkulturen oder Tieren beschränkt. Die Übertragbarkeit auf den Menschen bleibt deshalb bis jetzt oft fraglich und muss in entsprechenden Studien belegt werden.
Bisher wurden sieben klinische Studien (zum Teil randomisierte Doppelblind-Studien) zur Wirkung des Granatapfelsafts veröffentlicht, und eine Phase-3-Studie mit 250 Patienten mit Prostatakrebs ist noch nicht abgeschlossen.

Der Granatapfel verfügt, selbst im Vergleich zu Rotwein und Blaubeeren, über besonders viele und stark wirksame Polyphenole, welche vermutlich für die positiven gesundheitlichen Effekte verantwortlich sind. Bei Granatapfelprodukten gibt es beträchtliche Unterschiede bezüglich Qualität und Gehalt an wirksamen Polyphenolen.

In einer In-Vitro-Studie konnte eine Schutzwirkung durch Granatapfelsaft vor Brustkrebszellen festgestellt werden. Sie hemmen die Bildung von körpereigenen Östrogenen und führen bei östrogenrezeptor-positiven Brustkrebszellen zu einer Wachstumshemmung von 80 Prozent - ohne das Wachstum der gesunden Zellen zu beeinträchtigen. Fermentierter Granatapfelsaft ist dabei doppelt so wirksam wie frischer Saft. Auch auf Leukämiezellen wirken die Polyphenole aus fermentiertem Granatapfelsaft: Die Zellen bilden sich entweder zu gesunden Zellen zurück (Redifferenzierung) oder werden in den programmierten Zelltod (Apoptose) getrieben. Außerdem verhindern die Polyphenole, dass sich neue Blutgefäße bilden (Neoangiogenese) - das erschwert die Ausbreitung des Tumors.

Auch gegen Prostatakrebs scheinen die Polyphenole aus fermentiertem Granatapfelsaft besonders wirkungsvoll zu sein, wie eine Reihe von präklinischen Studien zeigen. In einer Studie konnten Prostatakrebs-Patienten durch den täglichen Konsum von Granatapfelsaft (570 mg Polyphenole) ihren PSA-Wert, den zentralen Biomarker bei Prostatakrebs, viermal länger konstant halten als vor der Behandlung: In der sechsjährigen Nachbeobachtungsphase stieg die PSA-Verdopplungszeit von 15,4 auf 60 Monate. Nach diesem Erfolg wird die Studie nun ausgeweitet. In einer Zellkultur-Studie aus dem Jahr 2008 konnte außerdem gezeigt werden, dass auch im Spätstadium des Prostatakrebses Granatapfelsaft noch einen positiven Effekt auf die Zellstruktur haben kann - die Übertragung der Ergebnisse auf den Krankheitsverlauf eines Menschen ist allerdings ohne weitere Untersuchungen nicht möglich. Ähnliche positive Effekte mit hormonunabhängigem Prostatakrebs traten in Tierstudien auf.

In einer doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie an 45 Patienten mit koronarer Herzkrankheit erhöhte die tägliche Gabe von 240 ml des Saftes des Granatapfels die Herzmuskeldurchblutung signifikant. Positive Effekte zeichneten sich auch bei einer Studie mit Patienten mit verengter Halsschlagader ab: Nach einem Jahr Granatapfelverzehr verminderten sich die Ablagerungen an der Halsschlagader um 35 %, während sie in der Kontrollgruppe deutlich zunahmen.

Anwendung
1. Granati cortex - früher als Bandwurmmittel. Infolge Nebenwirkungen, die sich durch Steigerung des Blutdruckes, Sehstörungen, Erbrechen und Kollaps äußern können, ist die Droge heute obsolet.

2. Granati radicis cortex - früher als Bandwurmmittel, mitunter auch gegen Spulwürmer. Die Wurzelrinde ist wirksamer als die Rinde der oberirdischen Organe. In der Volksheil­kunde der Herkunftsländer kommt sie auch als Adstringens und bei Dysenterie zum Einsatz.

3. Pericarpium Granati - als Adstringens, unter anderem bei Durchfall, sowie technisch in der Gerberei. Die Früchte von Punica granatum werden zur Herstellung erfrischender Getränke genutzt (s. Granatapfelsaft).

4. Flores Granati - Adstringens

5. Granatapfelsaft - Über 250 wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Granatapfel eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Arthritis haben könnte. Allerdings sind die meisten Studien nur auf Versuche mit Zellkulturen oder Tieren beschränkt. Die Übertragbarkeit auf den Menschen bleibt deshalb bis jetzt oft fraglich und muss in entsprechenden Studien belegt werden. Bisher wurden sieben klinische Studien (zum Teil randomisierte Doppelblind-Studien) zur Wirkung des Granatapfelsafts veröffentlicht, und eine Phase-3-Studie mit 250 Patienten mit Prostatakrebs ist noch nicht abgeschlossen.

Wirkstoffe
Gerbstoffe:
Fruchtschalen, Stammrinde und Blätter von Punica granatum enthalten Ellagitannine, deren Zusammensetzung sich je nach Pflanzenteil etwas unterscheidet. Die Frucht­schalen enthalten 25 bis 28 % Gerbstoffe mit Punicalin (= Granatin D) und Punicalagin (= Granatin C) als Hauptkomponenten. Gerbstoffbaustein beider Ellagitannine ist das Dilacton der Dodecahydroxyquaterphenyltetracarbonsäure (= Gallagsäure). In den Fruchtschalen kommen außerdem die ebenfalls gallagsäurehaltigen Ellagitannine Granatin A und Granatin B vor. Aus den Blättern wurden sowohl die Ellagitannine Granatin A, Granatin B, Corilagin, Strictinin und Punicafolin und weitere Gallotannine isoliert.

Alkaloide:
Punica granatum enthält in fast allen Pflanzenteilen, vor allem aber in der Rinde von Wurzel, Stamm und Zweigen α-substituierte Piperidin­alkaloide (Isopelletierin, N-Methyl­isopelletierin und Pseudopelletierin). Die Wurzel-, Stamm- und Zweigrin­den wilder Granatapfelbäume ent­halten mehr Alkaloide als die der kultivierten Formen. Das Holz ist alkaloidarm, die Fruchtschale ist alkaloidfrei. Nach einer neueren Untersuchung soll die Fruchtschale wilder Granatapfelbäume jedoch 0,15 % Alkaloide enthalten.

Phenole:
Die Fruchtschalen, die Blätter und die Blüten enthalten Ellagsäure, die in den Fruchtschalen und in den Blüten von Gallussäure begleitet wird. In den Blättern außerdem Brevifolin, Brevifolincarbonsäure und Pentahydroxy­dibenzo[b,d]pyran-6-on. Im Granatapfelsaft wurden Protocatechusäure, p-Cumarsäure, Chlorogensäure und Neochlorogensäure, in den Fruchtschalen wurde Iso­quercitrin nachgewiesen. Die Blüten enthalten Pelar­gonidin-3,5-diglucosid, die Fruchtschalen und der saft­reiche Samenmantel enthalten Cyanidin-3-glucosid, Pelar­gonidin-3-glucosid, Cyanidin-3,5-diglucosid und Pelar­gonidin-3,5-diglucosid. Im Samenmantel kommen zusätzlich Delphinidin-3-glucosid und Delphinidin-3,5-diglucosid sowie zwei Malvidinderivate vor.

Terpene, Steroide:
Alle Pflanzenteile des Granatapfelbaumes enthalten reichlich Triterpene sowie geringe Mengen Sterole. So wurden in den Blättern β-Sitosterol, Ursol- und Betulinsäure, in der Stammrinde β-Sitosterol und Friedelin sowie Betulinsäure, in der Fruchtschale Ursol­säure in den Samen ss-Sitosterol und Stigmasterol und in den Blüten Sitosterol, Ursol­säure, Maslinsäure, Asiatsäure und Sitosterol-β-D-glucosid gefunden. Die Samen sollen 17 ppm Östron enthalten. Bei einer Nachuntersuchung wurden mit Hilfe kompetitiver Proteinbindungstechniken jedoch nur 4 ppb Östron nachgewiesen.

Sonstige Inhaltsstoffe:
Der Fruchtsaft enthält Borsäure, Oxalsäure, Äpfelsäure, Ascorbinsäure, zahlreiche freie Aminosäuren sowie 5 bis 11 % Glucose und 8 bis 20 % Invertzucker. Die Samen enthalten Mono-, Di- und Triacylglycerole, freie Fettsäuren, Sterole und Sterolester sowie Phos­pho­lipide und Cerebroside. Die vorwiegende Fettsäure des Samenöls ist Punicinsäure, eine konjugierte C18-Triensäure. Das wässrige Homogenat von Samenmantel und Samen agglutiniert menschliche Erythrocyten, und daraus wurde auf das Vorkommen von Lectinen geschlossen. Diese sind bisher jedoch nicht näher untersucht worden. Aus den Fruchtschalen wurde ein Pektin mit einer Molekularmasse von 58.000 isoliert.


Zuchtformen

Es ist eine Vielzahl von Formen gezüchtet worden, wobei teils die Blütenpracht, teils die Früchte das Zuchtziel darstellten.

Der Zwerggranatapfelbaum (als natürliche Zwergform Punica granatum var. nana, als Zuchtform Punica granatum 'Nana') bleibt ein kleiner Strauch und erreicht bis etwa einen Meter Wuchshöhe.

Der Granatapfel in den Religionen

Der Granatapfel ist das Symbol der syrischen Göttin Atargatis.

Griechische Mythologie
Im antiken Griechenland wurde der Granatapfel den Gottheiten der Unterwelt, Hades und Persephone, zugeschrieben. Der Unterweltgott Hades entführte Persephone ihrer Mutter Demeter und nahm sie mit in die Unterwelt. Göttervater Zeus beschloss, das Mädchen dürfe zurück zu ihrer Mutter, wenn sie in der Unterwelt nichts gegessen habe.
Kurz vor ihrer Rückkehr drückte Hades sechs Granatapfelkerne in ihren Mund. Da sie nun doch etwas in der Unterwelt gegessen hatte, musste sie ein Drittel des Jahres in der Unterwelt mit Hades regieren und durfte die anderen zwei Drittel mit ihrer Mutter Demeter verbringen.

Den Streit der drei griechischen Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite, wer die Schönste von ihnen sei, beendete der Trojaner Paris, indem er Aphrodite einen Apfel (Granatapfel) überreichte (siehe Urteil des Paris).

Erwähnung in der Bibel
Die Frucht wird auch mehrfach im Alten Testament der Bibel erwähnt. Der Granatapfel soll 613 Kerne haben, genauso viel wie das Alte Testament Gesetze enthält. Granatäpfel waren laut der Schilderung in 2 Mos 28,33f. Lut Teil des Efods des Hohepriesters, dessen Anfertigung Gott den Israeliten befohlen haben soll. Die abschließenden Knäufe der beiden erzernen Säulen Jachin und Boas vor dem Salomonischen Tempel wurden laut 1 Kön 7,18 Lut von zwei Reihen Granatäpfeln geschmückt. Der erste König Israels, Saul, wohnte nach 1 Sam 14,2 Lut zeitweilig unter einem Granatapfelbaum. Im Hohelied Salomos wird das Wort Granatapfel mehrere Male verwendet, um die Schönheit einer Frau zu untermalen (4,3 Lut, 4,13 Lut, 6,7 Lut). Schließlich findet sich der Granatapfelbaum noch bei den Propheten Joel 1,12 Lut und Hag 2,19 Lut.

Erwähnung im Koran
Die Frucht wird auch im Koran erwähnt:

Das Vieh (6. Sure), 99: „Und Er ist es, Der Wasser niedersendet aus der Wolke, damit bringen Wir alle Art Wachstum hervor; mit diesem bringen Wir dann Grünes hervor, daraus Wir gereihtes Korn sprießen lassen, und aus der Dattelpalme, aus ihren Blütendolden, (sprießen) niederhängende Datteltrauben, und Gärten mit Trauben, und die Olive und den Granatapfel - einander ähnlich und unähnlich. Betrachtet ihre Frucht, wenn sie Früchte tragen, und ihr Reifen. Wahrlich, hierin sind Zeichen für Leute, die glauben.“

Das Vieh (6. Sure), 141: „Er ist es, Der Gärten wachsen lässt, mit Rebspalieren und ohne Rebspalieren, und die Dattelpalme und Getreidefelder, deren Früchte von verschiedener Art sind, und die Olive und den Granatapfel, einander ähnlich und unähnlich. Esset von ihren Früchten, wenn sie Frucht tragen, doch gebet Ihm die Gebühr davon am Tage der Ernte und überschreitet die Grenzen nicht. Wahrlich, Er liebt die Maßlosen nicht.“

Der Gnadenvolle (55. Sure), 68: „In beiden werden Früchte sein, und Datteln und Granatäpfel.“

Kulturgeschichte

Granatapfelbaum aus dem Jahr 1653 in den Herrenhäuser Gärten
Die archäologischen Überlieferungsbedingungen für Granatäpfel sind schlecht, da die Frucht meist frisch verzehrt wird und die wasserreiche Schale beim Erhitzen explosionsartig zerbirst. Wie Versuche ergeben haben, haben lediglich alte Granatäpfel mit relativ ausgetrockneter Schale die Chance, zu verkohlen und so überliefert zu werden. Ein verkohlter Granatapfel wurde in den frühbronzezeitlichen Schichten des Tel es-Sa'idiyeh in Jordanien gefunden. Auf Zypern und in Ägypten wurden in der späten Bronzezeit farbige Glasgefäße in Form eines Granatapfels hergestellt. Das bei Kaş in der Türkei gefundene Ulu Burun-Schiff enthielt zyprische Vorratskrüge mit über 1000 Granatapfelsamen. Es ist nach den geborgenen Gefäßen in die Periode SM IIIA2 zu datieren. Granatäpfel wurden als Grabbeigabe in einer Grabkammer eines hohen ägyptischen Beamten aus der Zeit Ramses IV. gefunden. Im jordanischen Tell Deir ʿAllā im Jordantal wurden Granatäpfel in eisenzeitlichen Schichten geborgen. In Deutschland ist der Granatapfel etwa im mittelalterlichen Konstanz archäologisch nachgewiesen.

Der Granatapfel ist seit Urzeiten ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht (Reichsapfel), Blut und Tod.

In der christlichen Symbolsprache kann der Granatapfel für die Kirche als Ekklesia stehen, als Gemeinschaft der Gläubigen. Er symbolisiert auch das Enthaltensein der Schöpfung in Gottes Hand bzw. Vorsehung. Er ist außerdem auch Symbol des Priesterstandes, weil er in seiner harten Schale (= Askese des Priesterstandes) reiche Frucht trägt. Aufgrund dieser Symbolik taucht der Granatapfel in zahlreichen mittelalterlichen Tafelgemälden auf. So spielt zum Beispiel auf der von Matthias Grünewald 1517/1519 geschaffenen Stuppacher Madonna das Jesuskind mit dem Granatapfel, den ihm seine Mutter reicht. Damit ist die Frucht der Schlüssel zu der mit diesem Gemälde verbundenen Aussage, dass Maria die Mutter der Kirche sei.

Der Orden der Barmherzigen Brüder hat als Emblem einen Granatapfel mit Kreuz. Zum einen wurde der Orden in der spanischen Stadt Granada gegründet, die in ihrem Wappen den Granatapfel hat. Zum anderen gilt der Granatapfel bei vielen Völkern als Symbol der Liebe, der Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit. In der katholischen Kirche wurde der Granatapfel schon bald zu einem Symbol für Jesus.

Der Granatapfel ist auch Bestandteil der Wappen der Stadt Granada, der gleichnamigen Provinz und vieler ihrer Orte, sowie Teil des Wappens von Spanien, wo es das alte Königreich Granada nach der Übernahme durch die christlichen Herrscher Spaniens repräsentiert.

In China gilt der Granatapfel wegen seiner vielen Kerne als Symbol für Fruchtbarkeit und Kinderreichtum.


14 Mart 2012 Çarşamba

Nasreddin (Nasrettin Hoca)


Nasreddin (Nasreddîn Hoca) Er lebte im 13./14. Jahrhundert in Akşehir im südwestlichen Anatolien gelebt hat. Er lebte in südwestanatolische Akşehir und es gibt ein Mausoleum mit seinem Namen, das sich dort befindet. Er is bekannt mit humoristischer prosaischer Geschichten im gesamten türkisch-islamisch beeinflussten Raum vom Balkan bis zu den Türkvölkern Zentralasiens.

Ihm wurden allerlei witzige, humorvolle oder schwankhafte Erzählungen nachträglich zugeschrieben. In vielen Erzählungen spielt er einfach eine Witzfigur wie Fritzchen, in anderen eine Art Till Eulenspiegel, wobei es durchaus Ähnlichkeiten in den Geschichten zu Eulenspiegel gibt (siehe beispielsweise Der Klang des Geldes, die vergleichbar bei Till Eulenspiegel oder in Grimms Märchen vorkommt).

Manchmal spielt Nasreddin in seinen Witzen die Rolle eines schlauen Menschen, manchmal die eines Idioten. Bedingt durch die weite geographische Verbreitung und die lange zeitliche Überlieferung wurden Nasreddin immer wieder neue Geschichten zugeschrieben. So konnte es nicht ausbleiben, dass die ihm zugeschriebenen Witze eine bunte Mischung aus Volksweisheit, Schlauheit, aber auch derben oder anzüglichen Inhalten sind.

Die ersten Anekdoten über Nasreddin Hoca in türkischsprachigen Quellen befinden sich in der Saltuḳ-nāme von Ebülhayri Rumi (gest. 1480) und in Letāʾif von Lamiî Çelebi (gest. 1531). Lamiî Çelebi gibt Nasreddin Hoca als Zeitgenossen von Şeyyad Hamza (14. Jahrhundert) an. In der populären Tradition hat sich allerdings die Auffassung durchgesetzt, die auf den osmanischen Reisenden Evliya Çelebi zurückgeht. Evliya Çelebi schreibt im 17. Jahrhundert über seine Reise zum vermuteten Grabmal Nasreddin Hocas in Akşehir und gibt dabei eine Anekdote an, in der Nasreddin Hoca mit Timur (gest. 1405) auftritt. Versuche, den Charakter Nasreddin zu historisieren, gelten allerdings als spekulativ. Hierbei sollte auch erwähnt werden, dass es auf historischen Stiftungsurkunden (Vakfiye) aus den Jahren 1257 und 1266 einen Verweis auf eine Person namens Nasreddīn Ḫoca gibt, die vor den Kadi treten musste. Ob es sich um die gleiche Person handelt, bleibt spekulativ.

Vor der weiten Verbreitung gedruckter Bücher erfolgte die Überlieferung vor allem mündlich, eine Tradition, die sich unter anderem in der Türkei bis heute erhalten hat. Hier finden regelmäßig Hoca-Nasreddin-Festivals statt, in denen seine Witze inszeniert werden. Die meisten Bücher mit Witzen von Hoca Nasreddin sind in der Türkei erschienen, doch gibt es auch dort nur wenige umfangreiche Sammlungen.

Und wenn es doch klappt?
Der Hodscha sitzt am Ufer des Aksehir-Sees und wirft Joghurt hinein. Ein Vorübergehender fragt erstaunt: "Was tust du denn da, Hodscha?"
"Ich setze Joghurt an", erwidert dieser.
"Wie soll denn in einem See Joghurt entstehen?"
"Ich weiß", meint der Hodscha, "es ist unmöglich, es kann einfach nicht sein. Aber was, wenn es doch klappt?"

Dein Topf ist gestorben
Der Hodscha hat sich von einem Nachbarn einen Topf ausgeliehen, den er ihm, nachdem er ihn gebraucht hat, zurückgibt. In den Topf aber hat er einen kleineren gestellt, und als der erstaunte Nachbar fragt, was das denn bedeute, antwortet er:
"Der Topf war wohl trächtig, er hat ein Junges bekommen."
Nach einiger Zeit leiht sich der Hodscha wieder einmal den Topf vom Nachbarn aus. Die Zeit vergeht, aber der Hodscha gibt den Topf nicht wieder zurück. Schließlich verlangt der Eigentümer seinen Topf zurück. Doch der Hodscha meint betrübt: "Mein Beileid, dein Topf ist leider gestorben."
"Seit wann kann denn ein Topf sterben?", fragt der Nachbar.
"Oho, Herr Nachbar", erwidert da der Hodscha, "dass Töpfe Junge kriegen können, glaubst du, aber dass sie sterben, das glaubst du nicht?"

Der allwissende Turban
Ein Mann, der des Lesens unkundig ist, bekommt einen Brief und bittet den Hodscha, ihn ihm zu übersetzen. Der Hodscha tut sein bestes, kann das Geschriebene aber nicht entziffern. Es ist wohl Arabisch oder Persisch.
"Ich kann es nicht lesen", erklärt er schließlich, "frag lieber einen anderen."
"Und du willst ein Gelehrter sein", sagt der Mann ärgerlich, "du solltest dich deines Turbans schämen, den du trägst!"
Da nimmt der Hodscha seinen Turban ab, setzt ihn dem Mann auf und sagt: "Wenn du meinst, der Turban sei allwissend, dann lies du doch den Brief!"

Hat der Dieb denn gar keine Schuld?
Dem Hodscha wurde der Esel gestohlen. Ein Nachbar, der davon erfährt, fragt den Hodscha vorwurfsvoll: "Warum hast du aber auch die alte Stalltür nicht längst erneuert?"
Ein anderer Nachbar meint: "Du hast bestimmt vergessen, den Riegel vorzuschieben!"
Und ein dritter sagt: "Du hast aber einen tiefen Schlaf, Hodscha! Der Dieb kommt, geht in den Stall, holt den Esel heraus, und du schläfst und merkst überhaupt nichts!"
So findet jeder etwas auszusetzen. Dem Hodscha wird es bald zu bunt: "Also Nachbarn, alles, was recht ist! Bin ich denn ganz allein schuldig an der Sache, hat denn der Dieb gar keine Schuld?"

Glaubst du dem Esel oder mir?
Ein Nachbar bittet den Hodscha um dessen Esel. Der Hodscha aber, der das Tier nicht weggeben möchte, antwortet: "Der Esel ist nicht hier, ich habe ihn zur Mühle geschickt."
Kaum hat er das gesagt, fängt auch schon der Esel im Stall lauthals an zu schreien.
"Du hast doch gesagt, der Esel sei nicht da, und jetzt schreit er", meint der erstaunte Nachbar.
Da antwortet ihm der Hodscha: "Mir, mit meinem weißen Bart, mir glaubst du nicht, aber einem Esel glaubst du!"

Der Mund ist kein Sack, dass man ihn zubinden könnte
Der Hodscha ist unterwegs zum Dorf. Er hat seinen Sohn auf den Esel gesetzt und geht selbst nebenher. Da kommen ein paar Leute vorbei und sagen: "Schau dir das an! Der alte Mann muss zu Fuß gehen und der Junge sitzt auf dem Esel. Er sollte sich was schämen!"
Der Hodscha, der dies hört, lässt seinen Sohn absteigen und setzt sich selbst auf den Esel. Doch schon nach einer Weile hört er, wie sich zwei, die am Wegrand sitzen, unterhalten: "Der große Kerl sitzt auf dem Esel und lässt den armen Jungen nebenher gehen. Gibt es denn kein Mitleid mehr auf der Welt?"
Da holt der Hodscha seinen Sohn mit auf den Esel und so reiten sie beide weiter. Kommt ein Bauer des Weges und meint: "muss dieses schwache Tier denn euch beide tragen? Das ist ja unglaublich. Der arme Esel wird sich das Rückgrat brechen."
Der Hodscha steigt daraufhin ab und nimmt auch seinen Sohn vom Esel herunter. So gehen sie weiter, der Esel voraus und die beiden hinterdrein. Als sie nicht mehr weit vom Dorf entfernt sind, hören sie, wie ein Mann zum anderen sagt: "Schau dir bloß die zwei Hohlköpfe an! Der Esel spaziert voraus und die zwei marschieren hinterher. Wie kann man nur so dumm sein?"
Da sagt der Hodscha zu seinem Sohn: "Du hast es gehört, das beste ist immer, man tut, was man selbst für richtig hält. Den anderen kann man nie etwas recht machen. Und der Mund ist auch kein Sack, dass man ihn einfach zubinden könnte."

Älterer Bruder
Als Nasreddin Hodscha noch ein Kind war, fragte ihn ein Erwachsener: “Wer ist älter, du oder dein Bruder?”
Nasreddin dachte eine Weile nach und antwortete dann: “Letztes Jahr erzählte meine Mutter mir, dass mein Bruder ein Jahr älter sei als ich. Demnach müssten wir in diesem Jahr gleichaltrig sein.”

Arabischunterricht
Ein Freund Nasreddin Hodschas wollte die arabische Sprache lernen. Der Hodscha bot sich als leichtfertig als Lehrer an, obwohl er die Sprache selbst nicht besonders gut beherrschte.
Als der Unterricht begann, wollte der lernbegierige Schüler wissen: "Wie sagt man auf Arabisch: ‘Bitte eine kalte Suppe’?"
Nasreddin Hodscha ließ sich nicht in Verlegenheit bringen und antwortete schlagfertig: "Oh, es ist nicht nötig, das zu lernen. Du brauchst die Wörter ‘kalte Suppe’ nicht, denn die Araber mögen ihre Suppe heiß!"

Beim Müller
Einmal brachte Nasreddin Hodscha einen Sack mit Getreide zur Mühle, um es dort mahlen zu lassen. Da gerade niemand anwesend war, ergriff der Hodscha die günstige Gelegenheit beim Schopf und füllte Getreidekörner aus anderen Säcken in seinen eigenen um.
Plötzlich aber stand der Müller neben ihm und fragte: "Hodscha, was machst du denn da?" Der Hodscha machte ein harmloses Gesicht und sagte: "Ich bin ein dummer Mann. Ich mache einfach das, was mir in den Sinn kommt."
Da antwortete der Müller: "So ist das also. Dann mach es doch auch einmal umgekehrt und fülle Körner aus deinem Sack in meinen um."
Nasreddin Hodscha war um eine Antwort nicht verlegen: "Ja Herr, ich bin zwar dumm, aber so weit geht die Dummheit nun doch nicht!"

Das Gewicht der Katze
Nasreddin Hodscha aß gerne Fleisch und brachte eines Tages ein ganzes Kilo vom Markt nach Hause. Er überließ das Fleisch seiner Frau zur Zubereitung und verließ das Haus wieder, um noch einige Besorgungen zu machen. In der Zwischenzeit kamen einige Nachbarinnen zu seiner Frau, und sie lud sie ein, von dem köstlichen Fleisch zu probieren, von dem bald nichts mehr übrig war. Als der Hodscha zurückkam und zum Mittagessen nur Suppe serviert bekam, traute er seinen Augen nicht.
"Wo ist das Fleisch?", fragte er seine Frau.
"Das hat die Katze gefressen", erwiderte sie.
Der Hodscha sah die Katze an, die sehr klein und mager war. Er nahm die Katze und legte sie auf die Waage. Sie zeigte genau ein Kilo an.
Da rief Nasreddin Hodscha sehr erstaunt aus: "Wenn dies das Fleisch ist, wo ist denn dann die Katze? Wenn aber dies die Katze ist, wo ist dann das Fleisch?"

Der Berg
Der Hodscha brüstete sich manchmal mit seinen angeblich übernatürlichen Kräften. Die Leute wollten einen Beweis dafür sehen und baten ihn, den Berg zu sich zu rufen.
“Berg”, schrie der Hodscha, “komm zu mir!”
Natürlich bewegte sich der Berg nicht und so rief er wieder und wieder. Schließlich ging Nasreddin Hodscha auf den Berg zu. Einer der Männer fragte ihn:”Wohin gehst du?”
Der Hodscha erwiderte: “Ich bin nicht so ein widerspenstiger und eigensinniger Mann. Wenn der Berg nicht zu mir kommen will, werde ich zu ihm gehen."

Der Besuch des Sultans
Ein großes Ereignis stand bevor: der Sultan persönlich wollte in Nasreddin Hodschas Stadt kommen. Der Hodscha war unsicher, wie der sich in Gegenwart des Herrschers verhalten sollte. Einer der Beamten des Königs unterwies ihn, wie er auf die üblichen Fragen des Sultans antworten sollte. Der Sultan würde zunächst fragen, wie lange Nasreddin schon in der Stadt lebte und wie viele Jahre er studiert hätte. Nasreddin Hodscha lernte seine Antworten auswendig, aber der Sultan stellte die Fragen in anderer Reihenfolge:
"Wie viele Jahre hast du studiert?"
"38 Jahre, oh Sultan", antwortete der Hodscha.
"Wie alt bist du denn?"
"Dreizehn Jahre", erwiderte Nasreddin.
"Wie kann denn das möglich sein? Bist du verrückt, oder bin ich es?"
Auf diese unerwartete Frage hin überlegte Nasreddin Hodscha nur kurz, bevor er antwortete "Wir sind beide verrückt, aber jeder auf eine andere Weise!"

Der Fastenmonat Ramadan
Wisst ihr, wie Nasreddin Hodscha die 30 Tage im Monat Ramadan zählte? Für jeden Fastentag legte er einen Stein in einen Topf. Seine kleine Tochter beobachtete ihn einmal dabei und beschloss, ihrem Vater beim Sammeln von Steinen zu helfen. Ohne sein Wissen legte sie also ein paar Steine dazu.
Nach ein paar Tagen wurde der Hodscha von einem Nachbarn gefragt: "Der wie vielte Fastentag ist heute eigentlich?" Nasreddin Hodscha flitzte zu seinem Topf und zählte die Steine. Stellt euch seine Überraschung vor, als er auf 125 Steine kam! Aus Angst, ausgelacht zu werden, antwortete er dem Nachbarn: "Heute ist der 45. Tag."
Der Nachbar war sehr erstaunt. "Wie kann das sein, obwohl der ganze Fastenmonat Ramadan nur 30 Tage hat?", fragte er.
Verlegen antwortete Nasreddin Hodscha: "Wenn man den Topf fragt, ist heute sogar der 125. Tag."
Liebe Kinder, ihr habt es viel besser als der Hodscha. Öffnet einfach an jedem Abend im Ramadan zum Iftar ein Türchen eures Kalenders, und ihr werdet euch bestimmt nicht verzählen.
(Diese Geschichte ist auf der Rückseite des Ramadankalenders 2000 in deutscher und türkischer Sprache abgedruckt.)

Der Gebetsruf
Gerade als vom Minarett der Ruf zum Gebet erklang, beobachteten die Leute, dass der Hodscha von der Moschee wegeilte. Jemand rief ihm hinterher: "Wohin läufst du, Hodscha?"
Der Hodscha rief zurück: "Das war der lauteste und durchdringendste Ruf, den ich je gehört habe. Ich gehe jetzt so weit von der Moschee weg, bis ich herausfinde, aus welcher Entfernung der Gebetsruf noch gehört werden kann!"

Der Gelehrte
Ein Bauer, der nicht lesen konnte, brachte Nasreddin Hodscha einen Brief und bat ihn, diesen vorzulesen. Doch der Hodscha beschied ihn: "Die Handschrift ist so schlecht, dass ich den Brief nicht lesen kann."
Da wurde der Bauer böse und sagte: "Du trägst den Turban des Gelehrten und kannst noch nicht einmal einen Brief lesen!"
Da setzte der Hodscha seinen Turban ab, legte ihn vor sich hin und meinte: "Wenn du denkst, dass jeder, der einen Turban trägt, ein Gelehrter ist, dann setz du ihn auf und lies den Brief vor!"

Der Kochtopf
Eines Tages lieh sich Nasreddin Hodscha einen großen Kochtopf von seinem Nachbarn aus. Einige Tage später gab er ihn mit einem zusätzlichen kleinen Topf darin zurück.
"Was ist denn das?", fragte der Nachbar und blickte verwundert auf den kleinen Topf.
"Oh, während dein Kochtopf in meinem Haus war, hat er den kleinen geboren", erwiderte der Hodscha.
Sein Nachbar war über diese Mitteilung sehr erfreut und nahm beide Töpfe an sich. Einige Zeit darauf lieh sich der Hodscha erneut den großen Kochtopf von seinem Nachbarn aus. Diesmal wartete der Nachbar jedoch vergeblich auf die Rückgabe, sodass er schließlich den Hodscha fragte: "Warum gibst du mir meinen Topf nicht zurück?"
"Ich kann ihn dir nicht zurückgeben, denn dein Kochtopf ist gestorben", antwortete Nasreddin Hodscha.
"Gestorben, wie kann ein Topf sterben?", fragte der Nachbar ungläubig.
"Warum nicht?", erwiderte der Hodscha. "Wenn du glaubst, dass der Kochtopf gebären kann, dann musst du auch glauben, dass er gestorben ist."

Der neue Mond
Nasreddin Hodschas Freunde wollten einmal von ihm wissen:
“Hodscha, wenn der neue Mond kommt, was passiert dann mit dem alten?”
Nasreddin Hodscha fiel es nicht schwer, seine Unwissenheit über dieses Thema zu verbergen, und so lieferte er ihnen gleich die Antwort:
“Sie schneiden ihn in Stücke. Daraus entstehen die Sterne!”

Der Saft des Hasen
Ein Jäger brachte Nasreddin Hodscha einen Feldhasen als Geschenk. Nasreddin Hodschas Frau bereitete daraus ein schmackhaftes Gericht, das sie am Abend gemeinsam mit dem Jäger verspeisten.
Ein paar Tage später klopfte es an der Tür. Als der Hodscha öffnete, sah er sich einem Fremden gegenüber und fragte: "Wer bist du und was willst du?"
Der Fremde antwortete: "Ich bin der Nachbar des Jägers, der dir neulich den Hasen gebracht hat."
Nasreddin Hodscha bat ihn herein und sie aßen gemeinsam zu Abend.
Eine Woche später klopfte ein anderer Unbekannter an die Tür. Auf Nasreddins Frage, wer er sei, antwortete er: "Ich bin ein Verwandter des Nachbarn des Jägers, der dir letzte Woche den Hasen geschenkt hat."
Auch ihn lud der Hodscha zum Essen ein.
Wieder verging eine Woche und wieder klopfte ein Unbekannter an Nasreddin Hodschas Tür. Kaum hatte der Hodscha die Tür geöffnet, begann der Fremde: "Ich bin ein Bekannter des Verwandten des Nachbarn des Jägers,..."
"... der mir neulich den Hasen gebracht hat", ergänzte der Hodscha resigniert. "Also bitte, tritt ein."
Nasreddin Hodschas Frau brachte eine Suppentasse und setzte sie dem Gast vor. Der fing an zu löffeln, verzog aber gleich den Mund und beschwerte sich: "Das ist ja nur Wasser!"
Da erwiderte der Hodscha, dem die ungebetenen Besucher längst lästig waren: "Ja mein Freund, das ist der Saft des Saftes des Saftes des Hasen!"

Der Straßenverkäufer
Ein Freund empfahl dem Hodscha, sauer eingelegtes Gemüse zu verkaufen, um damit etwas Geld zu verdienen. Nasreddin Hodscha hielt das für eine gute Idee und besorgte sich sogleich Gemüse und allerlei Geräte. Er befestigte zwei große Fässer an beiden Seiten seines Esels und zog mit ihm los, um in den Straßen der Stadt sein Gemüse anzupreisen.
Als sie in die erste belebte Gasse kamen, wollte der Hodscha gerade "Eingelegtes Gemüse" rufen, aber gerade da schrie der Esel lauthals sein "Iaah" heraus, so dass niemand den Hodscha hörte.
Nasreddin Hodscha versuchte sein Glück in der nächsten Gasse, aber dort erging es ihm genauso. Gerade als er sein Gemüse anpreisen wollte, fing der Esel an zu schreien. So ging es weiter, bis sie zum Marktplatz kamen.
Nasreddin Hodscha fing wieder an zu rufen: "Eingelegtes Gemüse", und genau in diesem Moment übertönte der Esel ihn mit seinem "Iaah".
Empört drehte der Hodscha sich zu seinem Esel um und fuhr ihn an:
“Wer verkauft hier eigentlich Gemüse, du oder ich?!"

Die Erde kippt
Eines Tages fragte jemand den Hodscha: "Wie kommt es eigentlich, dass bei Tagesbeginn alle Leute aufstehen und in unterschiedliche Richtungen gehen?"
"Ganz einfach", erwiderte Nasreddin Hodscha. Wenn jeder in dieselbe Richtung ginge, würde die Erde umkippen!"

Die Feigen
Einmal wurde Nasreddin Hodscha von einem reichen Mann zum Essen eingeladen. Dessen Diener trugen viele verschiedene Gerichte herbei, aber keine Feigen.
Der Gastgeber bat den Hodscha: "Bevor du gehst, trage uns doch bitte einige Abschnitte aus dem Koran vor, damit nach unseren Körpern auch unsere Seelen gestärkt werden."
Der Hodscha öffnete den Koran bei dem Abschnitt, der so beginnt: ‘Über Feigen und Oliven und den Berg Sinai’. Nasreddin begann zu lesen: "Im Namen des gnädigen Gottes. Über die Oliven und den Berg Sinai."
Sogleich unterbrach ihn sein Gastgeber: "Du hast die Feigen vergessen!"
"Nein, mein Freund", antwortete Nasreddin Hodscha. "Du bist derjenige, der die Feigen vergessen hat!"

Die Rettung des Mondes
Wie ihr wisst, fängt der Fastenmonat Ramadan erst an, wenn der neue Mond zu sehen ist. Was würde man nur machen, wenn es den Mond auf einmal nicht mehr gäbe? Wenn ihr euch nicht vorstellen könnt, dass der Mond ganz verschwinden könnte, dann lasst euch erzählen, was Nasreddin Hodscha einmal erlebte ...
Eines Nachts hatte Nasreddin Hodscha großen Durst. Er ging in den Garten hinaus, denn zu seiner Zeit holte man das Wasser noch vom Brunnen. Als er sich über den Brunnen beugte, um Wasser zu ziehen, durchfuhr ihn ein gewaltiger Schreck: der Vollmond sah von der Wasseroberfläche zu ihm empor.
Verzweifelt überlegte der Hodscha: "Der Mond ist in den Brunnen gefallen. Ich muss ihn retten."
Schnell holte er ein Seil, befestigte einen Haken daran und ließ das Seil in den Brunnen hinunter. Dann begann er, das Seil wieder hochzuziehen. Er musste sich sehr anstrengen, denn das Seil hatte sich im Brunnen verhakt, während Hodscha unter dem vermeintlichen Gewicht des Mondes stöhnte.
Plötzlich hielt das Seil dem kräftigen Ziehen nicht mehr stand und riss. Nasreddin Hodscha fiel auf den Rücken, und dabei erblickte er über sich am Himmel den Mond.
"Gott sei Dank, es ist mir gelungen, den Mond zu retten," seufzte der Hodscha so erleichtert, dass er seinen schmerzenden Rücken ganz vergaß.

Die richtige Seite
Eines Tages kam eine Gruppe von Religionsgelehrten zusammen, um über verschiedene Fragen zu diskutieren. Einer von ihnen stellte die Frage: "Sollte man bei einer Bestattung an der rechten oder an der linken Seite des Sarges gehen?"
Sofort spaltete sich die Gruppe in zwei Lager. Die eine Hälfte vertrat diesen Standpunkt: "Nein, nicht an der rechten Seite, sondern besser an der linken." Die andere Hälfte dagegen behauptete das Gegenteil: "Nein, nicht an der linken Seite, sondern besser an der rechten."
So argumentierten sie hin und her und konnten sich nicht entscheiden, welches die bessere Seite sei. Da kam zufällig Nasreddin Hodscha vorbei und die Gelehrten fragten ihn nach seiner Meinung. Der zögerte nicht lange und erwiderte fröhlich: "Es kommt nicht darauf an, ob du nun an der rechten oder der linken Seite bist, solange du nicht dazwischen bist!"


Die Wäscheleine
Nasreddin Hodschas Nachbar wollte sich einmal eine Wäscheleine ausleihen. Der Hodscha sagte ihm verlegen: "Verzeihung, aber ich benutze sie gerade. Ich habe Mehl zum Trocknen daran aufgehängt." Der Nachbar fragte äußerst verwundert: "Wie um alles in der Welt kann man Mehl an der Wäscheleine aufhängen???"
Da antwortete Nasreddin ihm lächelnd: "Nun, so schwierig ist das gar nicht, wenn man seine Leine nicht verleihen möchte."

Die wirkungsvolle Moschee
Eines Tages hatte Nasreddin Hodscha eine wichtige geschäftliche Angelegenheit in Bursa zu erledigen, der damaligen Hauptstadt. Es tauchte jedoch ein Problem auf, das er ohne Hilfe nicht lösen konnte.
Ein Freund riet ihm, in der großen und berühmten Ulu-Moschee zu beten. Er empfahl dem Hodscha: "Wenn du vierzig Tage hintereinander morgens vor dem Mihrab (Gebetsnische) für dein Anliegen betest, wird dein Gebet erhört werden." Nasreddin hielt sich genau an die Anweisungen seines Freundes, doch sein Gebet wurde nicht erhört.
Einmal ging er in die kleinere und weniger prächtige Orhan-Moschee, um dort zu beten. Noch am gleichen Tag wurden seine Gebete erhört und alle seine Geschäftsprobleme auf wundersame Weise gelöst.
Da ging Nasreddin Hodscha zur Ulu-Moschee und rief mit lauter Stimme: "Du solltest dich schämen, du riesengroße und prächtige Moschee. Deine einfache kleine Nachbarmoschee hat etwas vollbracht, was dir nicht gelungen ist!"

Ein Festtag
Als Nasreddin Hodscha einmal auf Reisen war, kam er in ein Dorf und sah mit Erstaunen, dass alle Leute dort aßen und tanzten und fröhlich waren.
"Was für ein gesegneter Ort!", rief der Hodscha. "Dort, wo ich lebe, haben die Leute kaum etwas zu essen."
"Eigentlich geht es uns hier genauso", erwiderte ein Mann. "Heute ist aber ein besonderer Festtag. Dafür hat jeder aus dem Dorf etwas zu essen aufbewahrt und heute zubereitet. Deshhalb haben wir so viel zu essen und trinken und freuen uns."
Darüber dachte Nasreddin Hodscha eine Weile nach und seufzte dann:
"Wenn wir nur jeden Tag so ein Fest haben könnten! Dann wäre jeder so glücklich wie heute und niemand müsste hungern."

Billige Esel
An jedem Markttag brachte der Hodscha einen Esel zum Markt und verkaufte ihn sehr billig. Der Preis, den er für seinen Esel verlangte, lag immer weit unter den Preisen seiner Konkurrenten. Eines Tages sagte ein reicher Eselhändler zu ihm: "Ich weiß nicht, wie du es dir erlauben kannst, deine Esel so billig zu verkaufen. Ich lasse meine Diener das Heu von den Bauern stehlen und befehle ihnen auch, die Esel zu halten, ohne dass ich sie dafür bezahle. Und dennoch sind deine Preise niedriger als meine." "Nun ja, das ist sehr verständlich", antwortete der Hodscha. "Du stiehlst Futter und Arbeitskraft - ich stehle Esel!"

Dann weiß ich, was ich tu...
Der Hodscha ist auf Besuch in einem Nachbardorf. Da verliert er seine Satteltasche. Die Dorfbewohner, die er im Kaffeehaus trifft, warnt er: "Ihr tätet gut daran, meine Satteltasche zu finden, sonst weiß ich nämlich, was ich tu..."
Die Leute bekommen eine Heidenangst, alle sind in Aufregung. Der Ortsvorsteher ordnet eine Suchaktion an und schließlich wird die Tasche gefunden.
"Hodscha", fragt da der Ortsvorsteher, "du hast doch gesagt, du wüsstest, was du tätest, wenn wir die Satteltasche nicht finden würden. Jetzt würde uns doch interessieren: Was hättest du denn in dem Fall gemacht?"
Und der Hodscha antwortet: "Was hätte ich schon tun sollen? Zu Hause habe ich noch einen alten Teppich, aus dem hätte ich mir eine neue Satteltasche gemacht..."

Das Mehl auf der Wäscheleine
Ein Nachbar kommt zum Hodscha und möchte dessen Wäscheleine ausleihen. Der Hodscha geht ins Haus und kommt bald darauf wieder zurück. "Tut mir leid, Nachbar", sagt er, "jemand hat die Wäscheleine mit Mehl bestreut."
"Aber Hodscha", meint der Nachbar, "wer sollte denn eine Wäscheleine mit Mehl bestreuen?"
"Der, der sie nicht verleihen will", antwortet der Hodscha kleinlaut.

Der Wind tat es
Der Hodscha kletterte über den Zaun eines fremden Gartens und fing an, seinen Sack mit allem zu füllen, was er in seine Hände bekommen konnte. Der Gärtner erwischte ihn und schrie: "He, was machst du da?" "Ich wurde von einem starken Wind hier her geblasen." "Und wer hat das Gemüse heraus gerissen?" "Ich habe versucht mich daran fest zu halten, um zu verhindern, von dem Wind weg gefegt zu werden." "Aber wie kommt es dann, dass das Gemüse in diesem Sack ist?" "Das ist wirklich komisch. Ich saß gerade hier und wunderte mich über dasselbe, als du hier her kamst."

Die Nachtigall
Eines Tages wollte der Hodscha frische Früchte essen, darum schlich er in einen fremden Garten. Dort kletterte er auf einen Baum und aß all die Früchte, die in seiner Reichweite waren. Etwas später kam der Besitzer des Gartens und fragte ihn böse: "Was machst du da oben?" Der Hodscha versuchte sich heraus zu reden und antwortete süß: "Oh, mein Herr, ich bin nur eine Nachtigall und sitze hier oben und singe!" Der Mann amüsierte sich darüber und sagte lachend: "Soso, du bist also eine Nachtigall? Dann lass mich mal ein Lied von dir hören!" Der Hodscha machte komische Gesichtsausdrücke und gab merkwürdige Töne von sich. Der Besitzer brach in Lachen aus und sagte: "Mann, was für "ne Art von Singen ist das? Ich habe noch nie zuvor eine Nachtigall so singen hören!" Der Hodscha erwiderte: "Ja, eine unerfahrene Nachtigall singt nun mal so!"

Gänsebeine
Nasreddin Hodscha hat eine Gans gebraten, um sie dem Sultan Tamerlan zu bringen. Auf dem Weg zu ihm bekommt er plötzlich Hunger und reißt der Gans ein Bein heraus, das er verspeist. Bei Tisch bemerkt Tamerlan, dass der Gans ein Bein fehlt, und er fragt:" Hodscha, was ist denn mit dem Bein passiert?"
Der Hodscha, der gerade aus dem Fenster schaut, entdeckt ein paar Gänse am Brunnen. Sie stehen auf einem Bein, das andere haben sie angezogen. Er zeigt sie Tamerlan: "Bitte, in unserem Land haben alle Gänse nur ein Bein!"
Tamerlan ist skeptisch. Er ruft einen Mann aus seinem Gefolge und flüstert ihm einen Befehl ins Ohr. Schon nach kurzer Zeit hört man draußen ein Getöse, das von Trommeln, Klarinetten, Tamburins und Becken herrührt. Die Gänse, von dem Spektakel aufgeschreckt, stieben davon.
"Siehst du, Hodscha", sagt Tamerlan, "das hat nicht gestimmt mit den Beinen. Alle haben davon zwei."
Der Hodscha gibt zurück: "Wenn man soviel Krach für dich veranstaltet hätte, hättest du jetzt vier!"

Ich habe das Rezept
Der Hodscha kauft beim Fleischer eine dünne Scheibe Leber. Auf dem Heimweg begegnet er einem Freund, der ihm sagt, wie man Leber zubereitet.
"Ich vergesse es bestimmt", sagt der Hodscha, "schreibe es mir doch bitte auf ein Papier." Und der Freund schreibt es ihm auf. Wie der Hodscha dann weitergeht, das Blatt mit dem Rezept in der einen Hand und der Leber in der anderen, stößt plötzlich ein Milan herab und schnappt ihm die Leber weg. Der Hodscha rennt ihm hinterher, doch als er merkt, dass er den Vogel wohl nicht mehr erwischen wird, streckt er die Hand mit dem Rezept nach ihm aus und ruft:
"Es wird dir nichts nützen, ich habe das Rezept!"

Iß, mein Pelz, iß!
Der Hodscha ist zu einem Bankett eingeladen. Er trägt sein Alltagsgewand und wird von niemandem beachtet. Das macht ihn betroffen. Er eilt nach Hause, wirft seinen prächtigen Pelzmantel um und kehrt zu der Festgesellschaft zurück. Schon am Eingang wird er in Empfang genommen und zu einem Podest geführt, wo man ihm den besten Platz zuweist. Als die Suppe serviert wird, tunkt der Hodscha das Revers seines Mantels in die Schüssel und sagt: "Bitte, bedien Dich. Iß, mein Pelz, iß, mein Pelz!"
Den erstaunten Gästen aber erklärt er:
"Die Ehre gilt ja doch dem Pelz, soll der auch das Essen haben!"

Sagen wir neun
Der Hodscha hat einen Traum. Ein Mann gibt ihm neun Goldmünzen, der Hodscha will aber unbedingt zehn. Da wacht er plötzlich auf und merkt, dass er gar nichts in der Hand hat. Sofort schlägt er die Augen wieder zu, streckt seine Hand aus und meint: "Also gut, du sollst deinen Willen haben, sagen wir neun!"

Solange du nicht drinnen liegst
Der Hodscha wird gefragt: "Auf welcher Seite des Sarges muss man bei einem Begräbnis gehen? Vor dem Sarg, dahinter, rechts oder links davon?"
"Die Seite spielt keine Rolle", antwortete der Hodscha, "solange du nicht drinnen liegst!"

Wem es steht, dem steht es
Der Hodscha predigt in der Moschee. Er erklärt, es sei Sünde, wenn Frauen sich schminkten. Da weist einer der Zuhörer darauf hin, dass die Frau des Hodscha sich doch auch schminke.
Da entgegnet er: "Tja, wem es steht, dem steht es!"

Wer die blaue Perle hat
Der Hodscha hat zwei Frauen. Beide fragen ihn immer wieder: "Welche von uns beiden hast du am liebsten?"
Als die beiden Frauen einmal nicht zusammen sind, gibt der Hodscha jeder eine blaue Perle und bittet jeweils die eine, der anderen nichts davon zu sagen.
Als sie ihn dann wieder einmal fragen, wen er denn lieber hätte, da antwortet er: "Wer die blaue Perle hat, der gehört mein Herz!"

13 Mart 2012 Salı

Türkische Sprichwörter



Auch wenn du tausend Dinge weißt, frag den der ein einziges weiß.
Bin bilsen de bir bilene danis.

Es ist leicht tausend Herzen zu brechen, aber schwer eines zu gewinnen.
Bin gönülü yikmak kolay fakat birini yapmak zordur.

Auf einem Seil können nicht zwei Akrobaten tanzen.
Bir ipte iki cambaz oynamaz

Die Zunge ist schärfer als das Schwert.
Dil kilictan keskindir.

Erst denken, dann reden.
Önce düsün, sonra söyle.

Hör hundertmal, denk tausendmal, sprich einmal.
Yüz dinle, bin düsün, bir konus.

Die Gäste essen nicht, was sie erwarten, sondern was man ihnen vorsetzt.
Misafir umdugunu degil, buldugunu yer.

Der Fisch stinkt von Anfang an.
Balik bastan kokar.

Achte nicht auf den, der spricht, achte auf das was gesprochen wird.
Söyleyene bakma, söylenene bak.

Am Ende der Geduld wartet der Segen.
Sabrin sonu selamettir.

Wie du lebst, so stirbst du.
Nasil yasarsan öyle ölürsün.

Bis man über der Brücke ist, muß man zum Bären Onkel sagen.
Köprüyü gecene kadar ayiya dayi derler.

Böse Worte bringen den Menschen um seinen Glauben, süße Worte bringen die Schlange aus ihrem Loch.
Kötü söz insani dinenden, tatli söz yilani ininden cikarir.

Das Mädchen das seiner älteren Schwester vertraut, bleibt ohne Mann.
Ablasina güvenen kiz kocasiz kalmis.

Nicht jeden Tag schleckt die Katze Rahm.
Her zaman kedi kaymak yemez.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Aksam olmadan gün övülmez.

Wer die Rose liebt, der erträgt auch ihren Dorn.
Gülü seven dikenine katlanir.

Wenn zwei Herzen eins sind, wird die Scheune zum Palast.
Iki gönül bir olunca samanlik seyran olur.

Der Bär hat vierzig Lieder. Alle handeln von der Holzbirne.
Ayinin kirk türküsü var, kirki da ahlat üstüne.

Zum Lernen ist keiner zu alt.
Ögrenmenin yasi yoktur.

Wenn einer mit Steinen wirft, gib ihm Brot.
Tas atana ekmek ver.

Der Hase war dem Berg böse, der Berg merkte es nicht.
Tavsan daga küsmüs, dagin haberi olmamis.

Der Kopf wird nach der Zunge gemessen.
Bas dille tartilir.

Der Lügner braucht ein gutes Gedächtnis.
Yalancinin hafizasi kuvvetli olmali.

Der Spiegel des Menschen sind seine Taten, auf die Worte kommt es nicht an.
Aynasi istir kisinin lafa bakilmaz.

Eine Lanze passt nicht in den Sack.
Mizrak cuvala girmez.

Es gibt Worte, die zum Erfolg führen, es gibt Worte, die den Kopf kosten.
Söz vardir is bitirir, söz vardir bas yitirir.

Für den Ledigen ist die Ehescheidung einfach.
Ergene kari bosamasi kolaydir.

Gib Dein Herz nicht einem Verheirateten, er wird nach Hause gehen und Dich vergessen.
Gönül verme evliye, eve gider unutur.

Gib ihm fünf Geldstücke, damit er redet und zehn Geldstücke, damit er schweigt.
Bes para ver, söylet; on para ver, sustur.

Hätte der Kahle eine Salbe, würde er sie auf den eigenen Kopf streichen.
Kelin ilaci olsa basina sürer.

Jeder zeigt Mitleid, aber Brot gibt keiner.
Aciyan cok ama ekmek veren yok.

Mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem Faß voll Essig.
Bir fici sirkeden ziyade bir damla bal ine sinek tutulur.

Ob Ali Hoca oder Hoca Ali, bleibt sich gleich…
Ha Ali Hoca, ha Hoca Ali.

Sage Deiner Frau nichts schlechtes, sie könnte Dir Gift ins Essen tun.
Kötü söyleme esine, agi katar asina

Schnee an sonnenlosem Ort und Geld in der Hand eines Geizigen bleiben lange.
Kar kuytuda, para pintide eglesir.

Solange nicht die Seele rausgeht, geht der Karakter nicht raus.
Can cikmayinca huy cikmaz.

Versprich nichts, doch was du versprochen hast, halte.
Söz verme, verdinse dönme.

Verzeih, aber vergiss nicht.
Affet, ama unutma.

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Bügünkü isini yarina birakma.

Wem alles schiefgeht, dem bricht der Zahn auch beim Puddingessen ab.
Ters giderse insanin isi, muhallebi yerken kirilir disi.

Wen das Herz lieb hat, der ist die Schönste.
Gönül kimi severse güzel odur.

Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein
El icin kuyu kazan kendi düser icine

Wer früh aufsteht, kommt voran.
Erken kalkan yol alir.

Wer seinen Kopf dem unerfahrenen Barbier anvertraut, vergesse nicht, Watte einzustecken.
Basini acemi berbere teslim eden, cebinden pamugunu eksik etmesin.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten.
Son gülen iyi güler.

Wie man die Arbeit ansieht, so sieht sie einen wieder an.
Sen ise nasil bakarsan, is de sana öyle bakar.

Zum Dorf, das man sieht, braucht man keinen Führer.
Görünen köy kilavuz istemez.


10 Mart 2012 Cumartesi

Die Offenbarung, Sendschreiben an die sieben Gemeinde.



Thema des Buches
Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss; und indem er sie durch seinen Engel sandte, hat er sie seinem Knecht Johannes kundgetan, der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat, alles, was er sah.  Glückselig, der liest und die hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist! Denn die Zeit ist nahe.

Verfasser, Widmung und Gruß
Johannes den sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde! Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut  und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme der Erde. Ja, Amen. Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.

Auftrag an Johannes, die Offenbarung zu schreiben
Ich, Johannes, euer Bruder und Mitteilhaber an der Bedrängnis und am Königtum und am Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.  Ich war an des Herrn Tag im Geist, und ich hörte hinter mir eine laute Stimme wie von einer Posaune,  die sprach: Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es den sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea!  Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter,  und inmitten der Leuchter einen, gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand, und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel, sein Haupt aber und die Haare waren weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme,  und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser, und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor, und sein Angesicht war, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades. Schreibe nun, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird! Was das Geheimnis der sieben Sterne, die du auf meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter betrifft: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.


Sendschreiben an Ephesus
 Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Dies sagt der, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt:  Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren, und dass du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner befunden;  und du hast Ausharren und hast vieles getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden.  Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.  Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich zu dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust.  Aber dies hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse.  Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.
  Sendschreiben an Ephesus Video:   http://youtu.be/dNUNUiCPRBI

Sendschreiben an Smyrna
 Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Dies sagt der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde:  Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans.  Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, wird keinen Schaden erleiden von dem zweiten Tod.
 Sendschreiben an  Smyrna Video:    http://youtu.be/mCpgsQLy2Ro

Sendschreiben an Pergamon
Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Dies sagt der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat: Ich weiß, wo du wohnst; wo der Thron des Satans ist; und du hältst meinen Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist.  Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, eine Falle vor die Söhne Israels hinzustellen, so dass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben.  So hast auch du solche, die in gleicher Weise die Lehre der Nikolaiten festhalten.  Tu nun Buße! Wenn aber nicht, so komme ich zu dir bald und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwert meines Mundes. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.    
 Sendschreiben an Pergamon Video:   http://youtu.be/28oAngSpAXo

Sendschreiben an Thyatira
Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Dies sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und Füße gleich glänzendem Erz:  Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren und weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten. Aber ich habe gegen dich, dass du das Weib Isebel gewähren lässt, die sich eine Prophetin nennt und meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen.  Und ich gab ihr Zeit, damit sie Buße tue, und sie will nicht Buße tun von ihrer Unzucht.  Siehe, ich werfe sie aufs Bett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, in große Bedrängnis, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken. Und ihre Kinder werde ich mit dem Tod töten, und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben.  Euch aber sage ich, den Übrigen in Thyatira, allen, die diese Lehre nicht haben, welche die Tiefen des Satans, wie sie es nennen, nicht erkannt haben: Ich werfe keine andere Last auf euch.  Doch was ihr habt, haltet fest, bis ich komme!  Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben;  und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden,  wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben.  Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!    
Sendschreiben an Thyatira Video:  http://youtu.be/_vImMlN8lqI


Sendschreiben an Sardes
Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Dies sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und bist tot. Wach auf und stärke das Übrige, das im Begriff stand zu sterben! Denn ich habe vor meinem Gott deine Werke nicht als völlig befunden.  Denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße! Wenn du nun nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.  Aber du hast einige wenige Namen1 in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; und sie werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind es wert. Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.  Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
  Sendschreiben an Sardes Video:   http://youtu.be/6E-KZ7TnHtY

Sendschreiben an Philadelphia
 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Dies sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, und niemand wird schließen, und schließt, und niemand wird öffnen: Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich gebe Leute aus der Synagoge des Satans, von denen, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen; siehe, ich werde sie dahin bringen, dass sie kommen und sich niederwerfen vor deinen Füßen und erkennen, dass ich dich geliebt habe. Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.  Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!  Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!  
Sendschreiben an Philadelphia Video:  http://youtu.be/EXUC6EiDrV4

Sendschreiben an Laodizea
Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Dies sagt, der "Amen" heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:  Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest!  Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts!, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist,  rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.  Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße! Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir.  Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
   Sendschreiben an Laodizea Video:   http://youtu.be/HMcI_g0uhKo

25 Ocak 2012 Çarşamba

Die zwölf Apostel


                      Die zwölf Apostel

Ein Apostel ist im Verständnis der christlichen Tradition jemand, der von Jesus Christus direkt als „Gesandter“ beauftragt worden ist. Von Aposteln berichtet wird in der Bibel, insbesondere in den Evangelien und in der Apostelgeschichte.

In den Evangelien der Bibel wird von einer Auswahl aus den Jüngern Jesu berichtet, die auch „die zwölf Apostel“ oder kurz „die Zwölf“ genannt werden. Das Lukasevangelium und Markusevangelium berichten übereinstimmend, dass Jesus die zwölf Jünger selbst erwählte und als Apostel einsetzte (Lk 6,13 und Mk 3,14). Die in den Evangelien überlieferten Namenslisten geben kein einheitliches Bild darüber ab, dass die Gesamtzahl aller Apostel auf 12 begrenzt wäre:

Die zwölf Apostel, die das Matthäusevangelium (10,2 ff) und das Markusevangelium (3,18 ff) jeweils aufzählen, tragen die gleichen Namen.

Das Lukasevangelium entspricht dieser Aufzählung im Wesentlichen (6,13 ff). Statt Thaddäus nennt es aber „Judas, Bruder des (jüngeren) Jakobus“, außerdem wird Simon (Kanaanäus) als Zelot, also „Eiferer“, bezeichnet.

Im Johannesevangelium existiert keine förmliche Liste der Apostel. Dort tritt zweimal ein Nathanael auf (Johannes 1,45 ff; 21,2), der in den anderen Evangelien nicht erscheint. Er wird zwar nicht Apostel genannt, in Johannes 21,2 befindet er sich nach der Auferstehung Jesu allerdings in ihrer Gesellschaft. In der gleichen Episode in der Apostelgeschichte (Apg 1,13) wird an dessen Stelle Bartholomäus aufgeführt.

Es ist historisch umstritten, ob Jesus einen engeren, leitenden Zwölferkreis auswählte. Dass Judas als „einer der Zwölf“ bezeichnet wird, deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine spätere Stilisierung des Urchristentums handelt. Die Testamente der zwölf Patriarchen und andere Dokumente weisen auf die Bedeutung der zwölf Stämme Israels auch zur Zeit Jesu hin. Diese sollten auf der Erde herrschen, wenn Gott die politische Autonomie Israels wieder herstellen würde. Sollte Jesus tatsächlich seinem Anhängerkreis eine solche Struktur gegeben haben, unterstreicht dies nach C. H. Charlesworth seinen gewaltfreien politischen Anspruch, der zur Zeit des jüdischen zweiten Tempels nicht von religiösen Zielen zu trennen war.



In der Apostelgeschichte
Da Judas Iskariot sich nach dem Verrat an Jesus selbst tötete, wurde kurz nach der Himmelfahrt Jesu Matthias als einer der Zwölf nachgewählt (Apostelgeschichte 1,15 ff). Der Bericht über seine Nachwahl ist besonders interessant, weil er die Voraussetzungen nennt, die ein Mitglied der apostolischen Zwölfergruppe spätestens zu dieser Zeit (der Abfassung der Apostelgeschichte, also ca. 80/90 n. Chr.) aufzuweisen hat:

Das muss einer von den Männern sein, die mit uns (den anderen Zwölfen) gewesen sind in all der Zeit, in der der Herr Jesus bei uns ein- und ausging, und zwar von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tage, an dem er aufgenommen wurde. Mit uns soll er zum Zeugen seiner Auferstehung werden. (Apg 1,21-22)
Diesen Voraussetzungen entsprach die Biografie des Apostels Paulus nicht. Er hatte seine Begegnung mit Jesus Christus ja erst nach Pfingsten. Was den „geschichtlichen“ Jesus anging, war Paulus auf Informationen der anderen Apostel und Jünger sowie auf besondere Offenbarungen angewiesen. In Römer 11,13 (und öfter) nennt Paulus sich Apostel der Heiden und beschreibt damit seinen besonderen Dienstauftrag, den er nach seinen Aussagen bereits bei seiner Bekehrung erhalten hatte. In der Apostelgeschichte dagegen wird Paulus von Lukas, dem Verfasser, der Titel Apostel fast komplett verweigert, auch wenn Lukas Paulus zum erweiterten Kreis der Apostel und Ältesten zählt (z. B. Apg 15 u.ö.).



Apostel im weiteren Sinne
Hier geht es nicht um die auserwählten Zwölf, sondern der Begriff „Apostel“ wird im wörtlichen Sinne verwendet – Gesandter. Wichtig für diesen unterschiedlichen Sprachgebrauch ist sicher der zeitliche Abstand zwischen den Paulus-Briefen (verfasst ca. 45-60 n. Chr.) und den Listen der Evangelien und der Apostelgeschichte, die nach gängiger Meinung wohl erst 66-90 n. Chr. geschrieben wurden. Wahrscheinlich war zur Zeit des Paulus der Begriff „Apostel“ noch nicht exklusiv für die „12 Jünger“ reserviert, sodass bei Paulus selbst und bei den mit Paulus zusammenhängenden Bibelstellen (in der Apostelgeschichte) die Bezeichnung „Apostel“ wesentlich großzügiger und eher im wörtlichen Sinne gebraucht werden konnte. D. h.

In Apostelgeschichte 14,4 und 14 werden Barnabas und Paulus als Apostel bezeichnet. Barnabas war zuvor laut Apostelgeschichte 13,1-4 zusammen mit Paulus zu dem Werk, zu dem sie der Herr berufen hatte, auserwählt worden.
In Römer 16,7 werden Andronikus und Junia erwähnt, die „angesehene Apostel sind“ (Einheitsübersetzung). Junia (weiblich) wird dabei von manchen als Kurzform für Junianus (männlich) interpretiert. Die Gute Nachricht Übersetzung und die Lutherübersetzung fassen dagegen Junia als Apostelin auf. In den Erläuterungen zur Guten Nachricht zum Stichwort Junia heißt es: „Für eine Frau spricht auch, daß der Frauenname Junia in der außerbiblischen antiken Literatur vielfach belegt ist, ein Männername Junias aber bis heute nicht nachgewiesen werden konnte. Die Ansicht, daß es sich bei der betreffenden Person um einen Mann namens Junias handle, wird zum ersten Mal im 13. Jh. in der lateinischsprechenden Kirche des Westens vertreten. Sie wird hier sehr schnell Gemeingut der Ausleger und ist es bis heute geblieben, während die orthodoxen Kirchen des Ostens immer noch an der althergebrachten Auffassung festhalten.“ In den neuesten Ausgaben der Lutherrevision steht in einer Anmerkung zur Stelle „Wahrscheinlich lautete der Name ursprünglich (weiblich) Junia. In der alten Kirche und noch bis ins 13. Jahrhundert wurde er als Frauenname verstanden.“ Alle Kirchenväter halten Junia für eine Apostelin. Der erste Ausleger, bei dem der Name Junias auftaucht, ist Aegidius von Rom (1245-1316). Die Entdeckung der Apostelin Junia geht auf eine ausführliche Untersuchung von Bernadette Brooten zurück. Eine Kurzfassung ist zugänglich unter dem Titel „Junia … hervorragend unter den Aposteln“ (Röm 16,7), in: Elisabeth Moltmann-Wendel (Hg.), Frauenbefreiung. Biblische und theologische Argumente, München 1982, 148-151.
Paulus bezeichnet Jakobus, „des Herrn Bruder“, als Apostel (Galater 1,19).
Silvanus und Timotheus nennen sich zusammen mit Paulus „Christi Apostel“ (1. Thessalonicher 2,6 im Zusammenhang mit 1. Thessalonicher 1,1)
In Epheser 4,11 wird das Amt des Apostels zusammen mit den Ämtern der Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrern als einer der grundlegenden Dienste der Kirche bezeichnet.
In Hebräer 3,1 wird Jesus Christus selbst als der Apostel und Hohepriester unseres Bekenntnisses bezeichnet.
In 2. Korinther 8,23 und in Philipper 2,25 ist von "Aposteln der Gemeinden" die Rede, welche von den Gemeinden für eine bestimmte Aufgabe ausgesandt wurden.
Paulus betont in seinen Briefen immer wieder, dass er - im Gegensatz zu den "Gemeindeaposteln" und anderen Missionaren - direkt durch Christus zum Apostel berufen worden sei (vgl. Galater 1,1 und 1. Korinther 9,1). Ein Apostel ist für Paulus in erster Linie ein Verkünder des Evangeliums, der als glaubwürdiger Zeuge der Auferstehung Christi für dessen Wahrheit bürgt (vgl. 1. Korinther 15,1ff und Apostelgeschichte 22,15).