15 Kasım 2011 Salı

KARATEPE

                                                   Karatepe / Aslantas
Wie erreiche ich Karatepe:



Plan von der Stadt Karatepe:



Die Hethiter nannten die Çukurova und die im norden anschließende Gebirgslandschaft Kizzuwatna. Nach dem Untergang des Hethitischen Großreichs hat sich in diesem Gebiet ein späthethitische Königreich namens Kizzuwatna gebildet. Im 8. Jh. v. Chr.  herrschte über dieses späthethitische Reich ein König Namens Asitawanda. Dieser Asitawanda ließ sich im 8. Jh. v. Chr. über dem rechten Ufer des Pyramos (Ceyhan) auf einem beherrschenden Hügel eine Sommerresidenz bauen und nannte sie nach sich selbst Asitawanda. Was wir heute besichtigen werden ist also die Sommerresidenz eines späthethitischen Königs: Asitawanda!


Heute wird die Ruinestätte auch Karatepe genannt (schwarzer Hügel). Karatepe ist eigentlich der Name des sich hier befindenden Nationalparks.



Das Ruinenfeld von Asitawanda

Der Hügel, auf dem sich der Asitawanda seine Sommerresidenz errichten ließ, war spätestens seit dem 12. Jh. v. Chr. besiedelt. Asitawanda ließ diese alte Siedlung zu seiner Sommerresidenz umbauen und umgab sie mit einer 1 000 m langen Mauer (1). 

Ausgegraben sind vor allem die beiden Toranlagen im Südwesten und Nordosten, ferner die Teile des Gipfelpalastes. Die Königsstatue und die berühmte Bilingue in phönikischer und hieroglyphisch-hethitischer Schrift wurde dort gefunden. Diese Inschrift, die von den Taten des Asitawanda berichtet, ermöglichte die weitgehende Entzifferung der hethitischen Hieroglyphenschrift.

Wir werden zunächst steil hinauflaufen zu dem Südwesttor. Von dor aus werden wir vorbei am Gipfelpalast zum Nordosttor kommen. Von dieser Toranlage für ein schöner Weg hinunter hierher zum Ausgangspunkt.    



Karatepe wurde 1946 von H. Th. Bossert entdeckt (2).

Am 15. März 1947 stand Bossart auf dem Karatepe. Er war begleitet von Bahadır Alkim. Dr. Alkim war einer seiner Schüler, 1915 in İzmir geboren, ausgebildet an der Universität Istanbul und bereits erfahren in archäologischen Grabungen. Ihre gemeinsame Sondage dauerte vier Wochen. Sie hatten keine Hilfskräfte, sie hatten keine Geräte, sie hatten keine rechte Unterkunft. Unter katastrophalen Verhältnissen wohnten sie im Zelt, ernährten sich mit dem Käse und Yufka der Nomaden.

Vier Wochen lang haben sie gegraben, Tag für Tag. Und sie erkannten Wälle –also war hier eine Burg gewesen; sie entdeckten innerhalb der Burg Mauerreste –also hatte hier ein Tempel oder ein Palast gestanden. Durch Sondagen fanden sie schließlich wohlerhaltene Orthostate, Reliefs mit zahlreichen Menschen- und Tierfiguren, mehr als ein Meter hoch, in dunkelgraue Basaltplatten geschlagen, aufrecht stehend, “in situ”, das heißt genau so, wie sie vor Jahrtausenden aufgerichtet worden waren.

Und Bossert fand den Beginn einer langen phönizischen Inschrift (wie lange ahnte er noch nicht). Er sprach kein Wort darüber. Bossert suchte von Anfang an nach hethitischen Hieroglyphenschriften usw. mit der verwegenen Hoffnung, eine Bilingue zu entdecken. Und gerade das schien er am letzten Tag der Grabungen gefunden zu haben. Es war aber keine Zeit mehr, das Relief auszugraben. So kratzte er mit Hand und Spachtel an der oberen Kante eines Orthostaten und markierte den Weg für spätere Grabungen. Was er sah, genügte: hier waren in der Tat hethitische Hieroglyphen! Da das Phönizische lesbar war, schien der Traum aller Hethitologen, eine Bilingue zu entdecken, war geworden zu sein. Es ist eines der dramatischsten Ereignisse in der Entdeckungsgeschichte des Hethiter-Reiches, dass sich Bossert hier irrte –und dennoch recht behielt!


Nach nur 5 Monaten im September 1947 stand Bossert wieder auf dem Hügel. Diesmal war die Expedition vorbereitet. Sie war finanziert der Universität Istanbul, der Türkischen Geschichtsgesellschaft (TTK) und der Generaldirektion für Altertümer und Museen. Sie hatten nun die notwendige Geräte und immerhin so viel Geld, dass sie Arbeiter chartern konnte.

Bossert besaß Sinn für dramatische Effekte und liebte es, seine Mitarbeiter zu überraschen. So versammelte er sie am ersten Tag der Grabungen da, wo er beim letzten Besuch die lange phönizische Inschrift entdeckt hatte. Beiläufig erklärte er, diese Stelle dünke ihm die rechte für den ersten Spatenstich. Mit Wohlgefallen lauschte er den Bewunderungsrufen, als nach der Entfernung von wenigen Schaufeln Erde ein Orthostat zum Vorschein kam. Er ließ, sich seiner Sache sicher, ein paar Meter weiter graben. Ein weitere Orthostat kamen zum Vorschein. Als die Arbeiter ihn darauf aufmerksam machten, dass dieser neue reliefierter Stein Hieroglyphen zeigte, erkannte er, dass er sich geirrt hatte! Was er damals bei flüchtigem Blick am späten Nachmittag für Hieroglyhen gehalten hatte, das enthüllte sich jetzt unter hellem Sonnenlicht als ein schriftähnliches Gebilde.

Seine Enttäuschung war groß. Natürlich –auf jeden Fall lohnte sich hier auszugraben, keine Frage. Aber er konnte die Freude seiner Mitarbeiter nicht teilen. Er starrte auf das graue Stein, der nun bei jedem Spatenstich deutlicher zutage trat. Er hatte gehofft, eine längere zusammenhängende Hieroglyphen-Inschrift zu finden. Der Gedanke, dass diese Schrift zusammen mit den semitischen Zeichen die ersehnte Bilingue sein würde, hatte ihn den ganzen Sommer nicht losgelassen. In solchen Momenten wird Wissenschaft zur Charakterfrage. Bossert ließ weiter graben. Er ließ da und dort sondieren, und es klingt zwar märchenhaft, aber einen Meter neben den pseudohethitischen Hieroglyphen fand sich die wirkliche Hieroglyphenschrift.

Die Kampagne vom Herbst 1947 wurde die erfolgreichste. Auch später ist noch viel gefunden worden –vor allem die Umgebung wurde genau erforscht, wobei ein hethitisches, später römisches Vorwerk auf dem Domuztepe gefunden wurde. Doch übertrafen die Ergebnisse der Herbstgrabung alle späteren bei weitem.

Nach der Ausgrabung von 1947 wurde unverzüglich die Übersetzung der phönizischen Texte vorgenommen. Da es sich um ein Idiom  (3)handelte, das sehr alt war, lag hier eine Aufgabe für Spezialisten vor. Bossert, der sich sofort den Hieroglyphen widmen wollte, sandte die ersten phönizischen Texte an mehrere bedeutende Semitisten (4). Als erstes sandte er eine Abschrift der Statuen-Inschrift, deren Sockel, der sogenannte “Löwenstein”, ja den Anlass zur Entdeckung des Karatepe gegeben hatte. Der Stein war inzwischen recht berühmt geworden.

Immerhin erfahren wir, dass der Verfasser der Inschrift ein König war, dessen Name sich in der vokallosen semitischen Schrift “ztwd” schreibt, was Bossert dann später auf Grund der vokalhaltigen Hieroglyphen zu “Asitawandas” ergänzen konnte. Die Tatsache, dass hier reines Altphönizisch ohne aramäische Beimischungen geschrieben ist, erlaubt uns, den König zu datieren: er lebte gewiss im 8. Jahrhundert v. Chr. und, wie sich aus anderen Befunden noch schließen lässt, wahrscheinlich gegen 730 v. Chr. Um diese Zeit etwa, vielleicht noch zu seinen Lebezeiten, wurde der Karatepe von Feinden erobert und zerstört.

Asitawandas rühmt sich mit einer gewissen hethitischen Bescheidenheit:

“Und ich baute diese Stadt und gab ihr den Namen Asitawanda ... Und ich baute starke Befestigungen an allen Enden, an den Grenzen und an den Orten, an denen schlechte Menschen Anführer von Banden waren”.

Er nennt sich : “Herrscher der Donuna”, was, wie wir wissen, das Volk der Adana-Ebene war. Weiterhin berichtet er, dass er seine Westgrenze dadurch befriedete, dass er alle aufsässigen Bewohner an die Ostgrenze deportierte, legt aber unter wiederholter Betonung äußersten Wert auf die Feststellung, dass er und sein Volk stets in Glück und unentwegtem Wohlstand lebt! Und zumindest die Neigung zu solchem Dasein glaubt man dem rundlichen Herren, wenn man ihn bei seiner Tafelei betrachtet.
      

Südtor
   
Plan von der Südtor:

Wir sehen König Asitawanda beim Mahl. In seiner linken Hand hält er ein Stück Fleisch und mit der Rechten greift er nach Brot. Unter dem Tisch hockt ein kleines Äffchen, Diener wedeln die lästigen Fliegen beiseite. Im unteren Teil der Hauptszene werden ein Ochse und ein Lamm herangeführt. Auf der links anschließenden Reliefplatte bringen Köche und Diener Früchte, einen Hasenbraten und Getränke herbei, darunter spielen Musikanten zum Mahl auf.

Im Kontrast zum strengen Charakter der Orthostaten Reliefs anderer späthethitischer Fürstensitze wie Arslantepe (Malatya) und Kargamış, die im Traditionellen Stil (5) die Kunst der hethitischen Großreichzeit (6)  fortgeführt haben, sind bei den späten Reliefs vom Karatepe starke assyrische, aramäische und phönikische Einflüsse spürbar. Motive von Affen und Palmen sowie die Hinzuziehung der phönikischen Schrift machen das augenscheinlich. Auch haben die Künstler (7) die Reliefs ganz bewusst nicht für das strenge höfische Zeremoniell eines repräsentativen Palastes, sondern für die Leichtlebigkeit einer Sommerresidenz geschaffen; wie anders wäre der private und zugleich humoristische Charakter vieler Bilder zu deuten.



Nordtor
 Plan von der Nordtor:

Das Nordosttor war ursprünglich mit vier Löwen und zwei Sphingen geschmückt. Über umlaufenden hieroglyphischen Inschriften erkennt man auf den Einzelbildern der westlichen Orthostatenreihe einen Kalbträger, einen Vogelmenschen unter der geflügelten Sonnenscheibe, eine stillende Mutter, eine Bärenjagd, einen Tanz mit zwei Bären und darüber einen auf dem Rücken liegenden Hasen zwischen zwei Raubvögeln, eine weitere Bärenjagd, einen Dämon und andere Motive. Diese weitgehend burlesken (8) Bilder strahlen eine in der späthethitischen Kunst einzigartige Heiterkeit aus und sind in ihrer naiven (9) Darstellungsweise von großer Ausdruckskraft. 




 1.aus mächtigen Steinquadern errichtet.
 2. Ersten Ausgrabungen wurden 1947-1950 begonnen. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die Erfassung der Befestigungsmauern (welche ein Gebiet von etwa 195 x 375 m umschließen), auf die beiden Tore und die Residenz des Königs Azatiwata. Seit 1952 steht die Unternehmung Karatepe Aslantas unter der Leitung von Halet Çambel, in den Jahren 1952-1957 wurden (in Zusammenarbeit mit dem Instituto Centrale del Restauro) Restaurierungen der beiden Tore sowie unter der Leitung von Bahadir Alkim Ausgrabungen in einigen Bereichen der Befestigungsmauern sowie der Bebauung innerhalb der Mauern vorgenommen.
1997 konnte die Aufarbeitung der Architektur des Karatepe Aslantas in Zusammenarbeit mit Halet Çambel und dem Deutschen Archäologischen Institut, Abteilung Istanbul unter der Leitung von Martina Sicker Akman wieder aufgenommen werden.
3.feste Redewendung, eigentümliche Sprache.
4. an Johannes Friedrich nach Berlin, an Dupont-Sommer nach Paris, an Father
     O’Callaghan nach Rom und auch an R.D. Barnett nach London.
5.1050-850 v. Chr.
6. 1500-1200 v. Chr.
7.  mit Einverständnis ihres königlichen Auftraggebers.
8. spaßhaftes Musikstück
9.  das gilt besonders für das Relief der stillenden Mutter.



Ausruf des Astivata

Ich bin wirklich Astivatas
Der Mann meiner Sonne, der Diener des Sturmgottes
Der Herrscher von Adanava, groß gepriesen von Avariku
Der Sturmgott hat mich zur Mutter und zum Vater von Adanava gemacht und ich habe Adanava weiterentwickelt
Und ich habe das Adanava-Land erweitert, den Westen und auch den Osten des Tages
Und zu meinen Tagen hat Adanava Wohlfahrt Genugtuung, Bequemlichkeit gekostet, die Depots von Pahara habe ich gefüllt.
Zu Pferden habe ich Pferde hinzugefügt, zu Schildern Schilde, zu Heeren Heere, alles für den Sturmgott und die Götter
Die Prahler haben ihr Prahlen verlassen
Ich habe mir Schlösser bauen lassen, mein Stamm hat Behaglichkeit gefunden und ich habe den Vaterthron bestiegen, ich habe Friede mit allen Königen geschlossen.
Und die Könige haben mich als ihre Ahnen angesehen, wegen meiner Gerechtigkeit, Weisheit und Gutherzigkeit.
An all meinem Grenzen, habe ich starke Festungen bauen Lassen, an solchen Grenzen wo es schlechte Menschen, Bandenführer gibt;
Ich habe alle,die sich dem Hause Mopsos nicht unterworfen haben zertreten.
Ich habe alle Festungen in dieser Gegend vernichtet, habe Festungen errichtet damit Menschen in Adanavali in Ruhe und Frieden leben können.
Ich habe den Westen, starke Länder überwältigt, die die Könige, bevor mir nicht überwältigen konnten.
Ich Asativas, habe sie alle überwältigt, mir zu Dienern gemacht und sie den Osten meines Landes angesiedelt.
Und heute habe ich die Grenzen Adanavas den Westen, sowie auch den Osten erweitert.
Wo einst Männer sich trauten zu gehen, sich fürchteten auf einsamen Wegen zu gehen, laufen heute Frauen spinnwebend umher.
Und in meiner Zeit gab es Reichtum, Genugtuung, Ruhe und Frieden.
Und Adanava und das Land Adanava lebte in Zufriedenheit.
Und ich habe diese Burg bauen lassen und sie Asativadaya genannt,
Der Sturmgott und die Götter haben nicht dazu gedrängt, damit diese Burg die Adana-Ebene und das Haus Mopsos beschützt.
In meiner Zeit gab in den Grenzen der Adana-Ebene Reichtum und Zufriedenheit,
In meiner Zeit hat es keinen aus Adanava gegeben der dem Schwert unterlag.
Und ich habe diese Burg bauen lassen und habe sie Asativadaya genannt.
Ich habe dort den Sturmgott untergebracht und ihm Opfer dargebracht einmal im Jahr einem Ochsen, in der Pflüggezeit einem Schaaf und im Herbst einen Schaaf.
Ich habe den Sturmgott verehrt, er hat mir Lange Tage, zahlreiche Jahre und eine Kraft weit über dem Masse aller Könige.
Dank dem Sturmgott und den Göttern, wurden die Menschen die hier ansiedelten Besitzer von Ochsen, Herden, Reichtum und Getränken, wurden reich an Nachkommen.
Sie haben Asativatas und dem Hause Mopsos gedient.
Und wenn jemals ein König unter Königen, ein Prinz unter Prinzen, ein Angesehener unter Angesehenen den Namen des Asativatasanas von diesen Tore entfernt und einen anderen Namen einschreibt, darüber hinaus ein Auge auf diese Stadt hat und diesen Tor, den Asativatas erbauen liess vernichtet und ein anderes Tor baut und ihm seinen Namen gibt, wer wegen Habsucht, Hass oder Verachtung diesem Tor vernichte, dann werden der Gott es Himmels, der Erde und Sonne des Universums und Nachkommen von allen Göttern, wird dieser König, dieser Prinz oder dieser Angesehener von der Erde gewicht.
Nur der Name des Asativatas ist unsterblich, bis zur Ewigkeit,

genau wie die Sonne und der Mond.

Der Himmel und Die Hölle / Cennet Cehennem

Cennet Cehennem / Der Himmel  und die Hölle

Das Taurusgebirge ist ein riesiges Karstgebiet (Karst: Bezeichnung für alle durch Lösungsverwitterung in Kalk- und Gipsgesteinen entstandene Formen. Das Gestein wird bei diesem Prozess durch das im Wasser enthaltene Kohlendioxid gelöst und abtransportiert). Östlich von Silifke besteht das Gebirge bis zur Küste herunter aus ungefalteten Miozän-kalken (Miozän: 23 bis 5 Millionen Jahre vor heute). Das weiche Kalk-Gestein ist im Wasser leicht löslich und daher konnte sich ein reicher Formenschatz des Karstes bilden.

Durch unterirdische Ausspülung sind große Hohlräume entstanden, die im Laufe der Zeit in sich zusammenbrachen. So entstanden Einsturzdolinen riesigen Ausmaßes, auf Türkisch “obruk” genannt (Doline: Bezeichnung für trichter- und kesselförmige Hohlformen in Karstgebieten. Dolinen entstehen durch die chemische Verwitterung im kalkhaltigen Untergrund).



                             Cennet – Der Himmel

Der Himmel, die größere der beiden Dolinen, hat eine ovale Form (200 x 90 x 70 m). Der Boden der Doline ist mit Humus bedeckt und von Sträuchern und Kräutern bewachsen. In einer Ecke liegt der Ausgang einer abwärts ins Erdinnere gerichteten Karströhre. An ihrem Ende befindet sich ein Fluss, der letztlich die Ursache für das Entstehen der Doline ist. Der unterirdische Fluss (den man nicht sehen, aber manchmal hören kann) konnte das Kalkgestein auslösen und die gelösten Teile abtransportieren. Der unterirdische Fluss ergießt sich bei Narlıkuyu auf dem Meeresboden ins Meer. Dies gab in der Spätantike (4. Jh. N. Chr.) Anstoß zur Errichtung eines Badehauses. Der Statthalter Poimenion hatte die Quelle entdeckt und stiftete die noch heute erhaltenen Mosaike der “Drei Grazien”.


                    Kapelle der Jungfrau Maria

 Am Eingang  zur eigentlichen Grotte, 75 m tief unter dem Ausgangs-Punkt, befindet sich eine kleine Kapelle. Eine Inschrift über dem Eingang weist sie als Marienkapelle aus. Die Inschrift: “So wie Du (hl. Maria) voller Freude das Gotteswort empfangen hast, unbegrenzt, so lebe ich in dem kleinen Haus, das dein treuer Diener Paulus gebaut hat, indem er Christus, Deinem Sohn, nacheifert”.

Wahrscheinlich wurde die Kirche im 5./6. Jh. N. Chr. von einem Bürger namens Paulus errichtet. Wie lange sie in Gebrauch war ist ungewiss. Im 19. Jh. Wurde sie eine Weile als Moschee benutzt. Im Innenraum, der nicht überdeckt ist, ist noch Reste von Fresken erhält, die Jesus Christus und zu beiden Seiten Heiligenbilder zeigen.

Von der Marinenkapelle erreicht man über 150 glitschige Stufen, das Ende der Höhle in 260m Tiefe. Je tiefer man kommt, desto dunkler und enger wird die Höhle.


Cehennem – Die Hölle

 75 m nördlich der Himmelskarstdoline liegt zwischen Felsen die Hölle. Ihr Eingang ist 58m groß und sie ist 128m tief. In die Hölle kann man nicht absteigen. Es gibt lediglich eine Terrasse, von der man hinunterschaut.


Zeus-Tempel

Der Tempel wurde im 2./3. Jh. V. Chr. In dorischer Ordnung errichtet. Gegen Ende des 5. Jh. N. Chr. wurde die Anlage in eine dreischiffige Basilika mit Narthex umgewandelt.



9 Ekim 2011 Pazar

Chora Kirche - Kariye Camii

Der Name

Eine Theorie geht von der topographischen Bedeutung des Namens aus (Chora = Land, Feld, Dorf) und interpretiert den Namen (
Monh thV chwraV [moné tes chóras]) als "Außerhalb der Stadtmauern", "in den Feldern", da die Kirche außerhalb des besiedelten Stadtgebiets gelegen haben soll (vgl. St. Martin in the Fields, St. Germain de Près). Die symbolische Bedeutung, d.h. Chora als bestimmte mystische Eigenschaften von Christus bzw. Maria, soll erst nachträglich dazugekommen sein, als der ursprüngliche Sinn schon vergessen war, also als die Kirche durch die Ausdehnung der Stadt innerhalb der Stadtmauern lag. Daher erklären sich dann die Mosaiken-Inschriften über Jesus: chóra tôn zóonton (Land der Lebendigen) und die zwei weiteren Inschriften auf Marienbildern: cwra tou acwrhtou (Heimstadt des Unbegrenzten).

Auch der spätere türkische Name "kariye" (arab. Ursprung) bedeutet "Dorf, Land, Wiese, Feld".
Sicher ist, dass im 14. Jh. - während der Zeit Metochites - der Begriff "Chora" nicht topographisch sondern symbolisch verstanden wurde.



Die Bauphasen



Frühe Bauphasen

Vielleicht wurde schon unter Justinian an der Stelle des heutigen Klosters eine Kirche erbaut (nach dem Erdbeben 557?), erhalten sind nur Substrukturen, die weder genau datiert noch mit Hilfe von Quellen eindeutig identifiziert werden können. Schon davor soll dort ein kleines Gebäude gestanden haben, von dem nichts mehr erhalten ist. Die frühe Baugeschichte der Chora Kirche bleibt somit im Dunkeln; sie ist aber für unsere Zwecke auch nicht von Bedeutung.

Erste komnenische Kirche: Maria Doukaina

Im späten 11. Jh. (1077-81, lange glaubte man die Hauptkirche sei im 7. Jh. entstanden!) (phase 3) errichtete Maria Doukaina, die Schwiegermutter des Kaisers Alexios I. Komnenos eine kleine Kreuzkuppelkirche. Es deuten keine Anzeichen daraufhin, daß es sich um einen Umbau handelte, vielmehr muß angenommen werden, daß es sich um einen Neubau handelte. Diese komnenische Kirche hatte einen Hauptraum mit vier Säulen, die eine Kuppel trugen, sowie einen Narthex und eine Apsis. Heute sind nur noch Reste des Fundaments der Apsis erhalten. Die Kirche wurde durch ein Erdbeben zerstört.

Zweite komnenische Kirche: Isaak Komnenos

Ein Enkel der Maria Doukaina, Sabstokrator (Erhabener Herrscher) Isaakios Komnenos, der 3. Sohn Alexios' I. (abgebildet im Deësis-Mosaik), errichtete im frühen 12. Jh. (um 1120) (phase 4) eine Kirche, die als einschiffige Kuppelbasilika beschrieben wird, aber einen kreuzförmigen Grundriß mit kurzen Kreuzarmen besitzt (vgl. Kalenderhane). Diesen Grundaufbau zeigt auch noch die heutige Kirche.

Erhalten sind Mauern der Apsis und des Hauptschiffs, die in Ziegelbauweise ausgeführt wurden.

Bei den Renovierungsarbeiten wurde buntes Glas und Blei gefunden, was auf eine Ausschmückung der Fenster mit bunten Glasscheiben hinweist. Dies ist der Beweis, daß es auch in Byzanz bunt bemalte Glasfenster gab (was vorher nur für den Westen angenommen wurde; Gleiches wurde im Pantokratorkloster gefunden!).

Isaak Komnenos ließ seine Grablege nach Viros verlegen, da er dort ein weiteres Kloster gegründet hatte, ließ aber sein Stifterbild in der Kirche. Das palaiologische Mosaik der Deësis, auf dem Isaak abgebildet ist, gehört zum Zyklus der Metochites-Mosaiken, nimmt aber bezug auf ein älteres Stifterbild.

Die Restauration des Theodor Metochites

Theodor Metochites renovierte nicht nur die schon fast zerfallene Kirche in den Jahren 1315-21, sondern er baute auch Teile um (Esonarthex, Seitenapsiden) und ließ sogar neue Anbauten errichten (Exonarthex mit Glockenturm, Parekklesion, zweigeschossiger Annexbau im Norden) und die Kirche mit Mosaiken und Fresken ausschmücken. (phase 5)

Als Baumaterial wurde Hausstein und Ziegel verwendet, die in wechselnden Schichten aufgetragen wurden. Die resultierende dekorative Wirkung steht im Gegensatz zur einfachen Ziegelbauweise des komnenischen Kernbaus.

Metochites (* 1269, † 1332): Geboren in Konstantinopel, studierte Metochites politische Wissenschaften und Literatur. Er war ein großer Humanist, beschäftigte sich mit Philosophie (er schrieb einen Kommentar zu Aristoteles) und verstand einiges von Mathematik und Astronomie, darüber hinaus war er ein hervorragender Staatsmann, großer Schriftsteller, Theologe, Historiker, Schirmherr der Künste und Berater des Monarchen Andronikos II. Wegen seiner engen Verbindung zum Kaiser, wurde er 1327 (nach dem Sieg des Andronikos III. (Enkel des II.)) in den Kerker geworfen, gefoltert und verbannt, sein Besitz wurde geplündert oder beschlagnahmt, all seine Ämter wurden ihm genommen. Als ihm die Rückkehr erlaubt wurde, ging er ins Chora Kloster und nahm den Namen Theoleptos an. (Es war üblichen den einen geistlichen Namen zu wählen, der mit den gleichen Buchstaben wie der weltliche anfing.) Während der letzten Lebenszeit im Kloster fand Metochites Trost in Gesprächen mit seinem Freund Nikephoros Gregoras, der ebenso wie er ins Kloster verbannt wurde. Über Metochites schrieb Nikephoros später: "Vom Morgen bis in den Abend war er mit rastlosem Eifer in den Geschäften des Staates tätig, als ob Gelehrsamkeit ihm gar nichts gegolten hätte. Doch wenn er zu später Abendstunde den Palast verlassen hatte, wandte er sich der Wissenschaft mit solchem Fleiß zu, als sei er ein weltabgeschiedener Gelehrter, dabei stand er voll im Leben seiner Zeit." In seinem Kloster, von dem Metochites hoffte, es möge ihm "ein ruhmvolles Andenken bei der Nachwelt bis zum Ende der Zeiten sichern", In seinem Kloster starb er als Mönch am 13. März 1332 einen Monat nach Andronikos II. Begraben liegt er vor dem Innentor des Klosters, sein Grab ist mit einer Marmorplatte bedeckt.

Während der Belagerung 1453 beherbergte die Kirche das berühmte Gnadenbild der Maria Hodegetria. Als die Kirche dann von den Türken geplündert wurde, wurde es in Stück zerschlagen.

Das Kloster wird zur Moschee

Ungewöhnlich lang konnte sich das Chora-Kloster nach der Eroberung durch die Türken halten. Erst 1511 unter Beyazid II. durch Halim Ali Pascha wurde es zur Moschee. Bei der Umwandlung wurden die Fresken im Hauptschiff mit Holz verkleidet, der Wandschmuck in den Narthikes war immer frei geblieben. Auch wurde natürlich ein Minarett angebaut.

Renovierungsarbeiten in der türkischen Ära

1766 stürzte während eines Erdbebens die Kuppel der Chora-Kirche ein und mußte neu gebaut werden; daneben wurden mehrere Renovierungsarbeiten und Anbauten (Armenküche, Armenschule, Mausoleum) durchgeführt.

Renovierung im 19. Jh.

Im 18. Jh war die Kirche zu einer Ruine verfallen. Sie wurde 1875 unter Sultan Abdul Aziz und 1899 unter Abdul Hammit anläßlich des Besuchs von Kaiser Wilhelm II. restauriert.

Renovierung des Byzantine Institute, Inc. und des Dumbarton Oaks Centers for Byzantine Studies

Die Renovierungsarbeiten der beiden amerikanischen Institute dauerten von 1948 bis 1958. Die Mosaiken und Fresken wurden gesäubert und, wo sie von Farbe oder Putz verdeckt waren, freigelegt. Die Arbeiten sind ausführlich beschrieben in den Dumbarton Oaks Veröffentlichungen (siehe Literaturhinweise, Chora Kirche).

Die Architektur

Von außen ist bei der Chora-Kirche deutlich eine Asymetrie im Grundriß zu erkennen. Sie beruht auf den von Theodor Metochites durchgeführten Veränderungen, bei denen traditionelle Normen mit den Gegebenheiten der Kirche und den Wünschen des "Ktetor" (Gründers) in Konflikt traten. Denn die traditionelle Architektur forderte, daß der Haupteingang zur Kirche auf der Hauptachse des Naos liegen muß. Diese Achse lag aber im Fall des Chora-Klosters nicht in der Mitte der gesamten Kirche, denn Metochites ließ zwei Narthikes anbauen, die die Hauptfassade über die Breite der Kirche und des Parekklesions ausdehnte. Der Eingang wurde somit, wenn von außen betrachtet, nach Norden verschoben. Damit unterteilte er auch die Narthikes nicht mehr in zwei gleiche Teile. Also wurde der innere Narthex rechts durch ein Joch eingeteilt, während er links durch zwei eingeteilt wurde. Aufgrund der unterschiedlichen Größe der beiden äußeren Joche mußten auch die Kuppeln unterschiedlich groß ausfallen. Notwendig waren die beiden Kuppel aber einmal um den Narthex mit genügend Licht zu versorgen, zum anderen hätte nur eine das symmetrische Empfinden gestört und nicht genügend Platz für das ikonographische Programm geboten.

Aus den gleichen Gründen läßt sich auch die unterschiedliche Einteilung des äußeren Narthex erklären. Auch hier war die Achse für den Eingang vorgegeben, aber eben nicht in der Mitte.

Um die nichtquadratischen Joche mit einem Domikalgewölbe (Kuppelwölbung) zu überziehen, war es notwendig sie mit Hilfe von Bögen an den Ost- und Westwänden auf ein Quadrat zu reduzieren. Diese Art der Gewölbe in den Narthikes ist höchst ungewöhnlich (Normal sind Kreuzgewölbe, wie sie in Hagia Sophia, St. Irene, Konstantinos-Lips, Pammakaristos (die originalen, die heutigen sind türkisch), Pantokrator zu finden sind.). Diese Technik wurde wahrscheinlich gewählt, weil sie mehr und freier verfügbaren Platz für szenische Darstellungen bietet. Auch die Anzahl der Rippen in der Kuppel muß auf das ikonographische Programm abgestimmt gewesen sein, da die große Anzahl an Rippen sehr gedrängt wirkt und kaum aus architektonischen oder ästhetischen Gründen so angelegt worden sein kann.

All dies sind Hinweise darauf, daß die architektonische Planung und die Ausschmückung nicht zwei gänzlich getrennte Arbeiten waren, sondern daß schon bei der Planung des Bauwerks eine grobe Vorstellung vom Bildprogramm vorhanden gewesen sein muß, das auf den Aufbau der Kirche Einfluß gehabt hat. Allerdings sind bei den erzählenden Zyklen einige Wiederholungen und Streckungen zu beobachten (Die Speisung der Jungfrau im Tempel erscheint zweimal, das Massaker der Unschuldigen erscheint mit seinen vier Lunetten sehr gestreckt), was darauf hinweist, daß das Bildprogramm nicht bis ins Detail ausgearbeitet war, als die Baupläne entworfen wurden. Dadurch daß die beiden Bereiche architektonisches und ikonographisches Programm in gewissen Grenzen aufeinander abgestimmt sind, kann bei der Chora-Kirche von einem Gesamtkunstwerk gesprochen werden.

Die Mosaiken

Die Mosaiken stammen aus dem 14. Jh. (1310-20), sie sind während der Renovierungsarbeiten unter Metochites entstanden. Die Anordnung weist auf kein dogmatisches Schema oder System hin. Besonders im inneren Narthex weichen die Mosaiken vom Stil des 11. Jh.s stark ab, freiere Figuration und größerer Farbenreichtum, neue Hinwendung zum Naturalismus, mehr dem Diesseits zugewand (pastorale Szenen, Gewänder, Mimik). Beispiel: Hlg. Anna im Garten.

Die Mosaiken und Fresken der Chorakirche sind "Treibhausgewächse": Nichts in ihnen spiegelt die katastrophalen Verhältnisse jener Zeit wieder.

"Unter den erhaltenen Kunstdenkmälern der frühen palaiologischen Periode ist die malerische Ausstattung des Choraklosters das großartigste Beispiel. Die Mosaiken zeigen ein bemerkenswertes technisches Geschick, dem Zeitgeschmack durch die besondere Behandlung des Materials entgegenzukommen. Obwohl die Einzelfiguren - Christus und die Heiligen - in der Chorakirche sich etwas von der schimmernden Würde der Vergangenheit bewahrt haben, sind ihre Gesichter und Haltungen doch menschlicher geworden;"

Betritt man die Kirche fällt zuerst das Mosaik des Pantokrator auf, er empfängt den Betrachter. Er ist ein erster Hinweis auf die Widmung der Kirche. Ihm gegenüber ist ein Mosaik der Jungfrau Maria, auch ihr ist die Kirche gewidmet. Besonders deutlich wird dies betrachtet man die Inschriften der beiden Bilder: "Jesus Christus, das Land (chora) der Lebendigen" ist auf dem Pantokrator-Mosaik zu lesen und "Die Muttergottes, die Heimstatt (chora) des nicht zu Haltenden (des auf das weltliche Leben verzichtenden)" auf der Mariendarstellung. Beidemal ist der Name der Kirche im Schriftzug enthalten, was auf die enge Verbindung der Personen mit der Kirche deutet. Durchschreitet man den Eingang zum inneren Narthex, steht man gegenüber des Stifterbildes; wie in den beiden voraufgehenden Bildern erscheint auch hier in der Inschrift ein Hinweis auf den Namen der Kirche. Die Aufmerksamkeit wird dann auf das große Bild der Deësis gelenkt. Auch hier stehen Jesus und Maria im Vordergrund, obwohl man noch Johannes den Täufer erwarten würde, wie es die traditionelle Konvention vorschreibt. Hier werden somit bewußt Traditionen gebrochen, um deutlicher auf die Hauptpersonen der Kirche hinzuweisen. Richtet man den Blick nach oben, sieht man in der Kuppel eine Darstellung Christi umgeben von seinen Vorfahren. Sie sind inhaltlich und ikonographisch in vier Gruppen geteilt, die ersten beiden (die frühen Patriarchen von Adam bis Jakob und die Söhne und direkten Nachfahren Jakobs) sind in den zwei Reihen der Kuppelrippen der Südkuppel. Fortgesetzt wird die Reihe in der Nordkuppel die von einem Bildnis Mariae bekrönt wird. Hier ist man dann auch schon am Beginn des Marienzyklus, der durch die ersten drei Joche des inneren Narthex führt und durch den Jesuszyklus (Kindheit und Heilswirken) im äußeren und inneren Narthex direkt weitergeführt wird. Das Ende der Zyklen befindet sich wieder unter der Südkuppel, so daß die Zyklen im ursprünglichen Sinne des Wortes "Kreise" bilden. Die beiden Kuppeln stehen inhaltlich zwischen den Andachtsbildern und den erzählenden Bildszenen und bilden sozusagen ein Vorspiel für die drei Zyklen.

4 Ekim 2011 Salı

Die versunkene Kunst von Zeugma (2Teil)

Die versunkene Kunst von Zeugma.
Die am westlichen Ufer des Euphrat gelegene Stadt Zeugma ist um 300 v.Chr. von Seleukos Nikator, einem der Generäle von Alexander dem Großen, unter dem Namen "Seleukeia Euphrates - Seleukeia am Euphrat" gegründet worden. Unter der Souveränität des Römischen Reiches wurde der Name in Zeugma geändert, was soviel wie "Brückenstadt - Platz des Überganges" bedeutet . Ein Teil der Stadt ist heute durch das Wasser des Birecik Staudammes überflutet .

Nach dem berühmten Geographen Strabon gehört Zeugma ab Pompeius zum kommagenischen Königreich, danach zur römischen Provinz Syria. In der Antike bildete die Stadt für die West - Ost laufende Seidenstraße die wichtigste Brücke über den Euphrat. In Zeugma wurde in der römischen Kaiserzeit die legio IIII Scythica mit 7000 Soldaten stationiert. Diese Garnison schützte die Ufer des Euphrat und gab so den Kaufleuten Vertrauen, sodaß der Handel zunahm. Durch den Handel und die Fruchtbarkeit des Euphrats wurde gewährleistet, daß Kaufleute und die oberste Soldatenschicht besonders an den Terrassen des Euphrat große Villen errichten konnten. Da sich die Stadt am Kreuzungspunkt der Straßen befand und eine Handels- und Garnisonsstadt war, kam eine große Anzahl an Künstlern nach Zeugma, die auch die einheimischen Künstler ausbildete. Sie schmückten Zeugma mit für uns heute sensationell reichen Bodenmosaiken, Wandfresken und Statuen. So ist die Stadt Zeugma ein gutes Beispiel für das Vorhandensein von Wirtschaftsblüte und Kulturreichtum geworden.
Die in der römischen Kaiserzeit immer größer und schöner werdende Stadt wurde im Jahre 252 n.Chr. durch den Angriff der Parther oder Sassaniden niedergebrannt und zerstört. Während der Ausgrabungen wurden sehr viele Belege gefunden, die dies beweisen. Über allen Bodenmosaiken lag dichte Asche und verbranntes Holz. Die Brandschicht wird in die Mitte des 3.Jhs. n.Chr. datiert. In der byzantinischen Zeit wurde die Stadt verkleinert und verlor ihre alte Bedeutung.

Als man im Jahre 1994 mit dem Bau des Birecik Staudammes begann, startete das Museum in Gaziantep einen internationalen Aufruf für eine Zusammenarbeit zur Rettung der archäologischen Reichtümer in und um Zeugma. Diesem Aufruf folgend ist seit 1996 ein französisches Team unter Dr. Caterine Abadi und seit 1997 ein Schweizer Team an den Ausgrabungen beteiligt. Diese Teams haben einen topographischen Plan von der antiken Stadt erstellt, vorrangig wurden die Bereiche der Stadt (wie das Forum), die unter den Wasserfluten des Staudammes bleiben würden, und das Legionslager untersucht und ausgegraben.

Daneben wurde auf den Terrassen der Stadt gearbeitet. Die Ausgrabung der sich auf der zweiten Terrasse befindenden römischen Villen, die im Juni 2000 unter den ansteigenden Fluten des Birecik Staudammes geblieben sind, wurde gegen Ende des Jahres 1999 durch die Direktion des Museums Gaziantep begonnen. Anfang des Jahres 2000 konnten durch das große Interesse des Vali von Gaziantep, dem sehr geehrten Herr Muammer Güler, die Ausgrabungen mit großer Schnelligkeit fortgesetzt werden. Hier sind generell zwei große Villen mit unterschiedlichen Grundrissen ausgegraben worden, deren Gesamtkomplex der Architektur des römischen Kleinasiens eine neue Dimension gibt.
Bis heute fanden sich auf einer annähernd 1000m2 großen Fläche ein Zweivillen-Komplex, dessen Größe und Architektur beeindruckend sind. Die Ruinen sind bis zu 3m hoch erhalten. Die Mauern des unteren Stockwerkes und die Architekturteile der Peristyle sind aus dem in der Umgebung vorkommenden, blaßgelblichen, weichen Stein der Region gefertigt. Die 0,5-0,6 x 1-1,2 m großen Blöcke der generell 0,6m dicken Mauern sind ohne Verklammerung versetzt. Die Mauern des zweiten Stockes bestehen aus Lehmziegeln.

27 Eylül 2011 Salı

Antiochia / Antakya - Meine Orient Reise in der Türkei (1Teil)

Antiochia heute Antakya - Die Geschichte der Stadt

Antakya ist heute eine Stadt, die 200.000 Einwohner zählt und 80 m über dem Meeresspiegel ca. 25 km vom Mittelmeer entfernt liegt. Die Stadt hat eine günstige Lage. Sie erstreckt sich unterhalb eines Ausläufers des antiken Casius-Gebirges. Dieses 509 m hohe Gebirge begrenzt das fruchtbare Tal des Asi Flußes gegen Syrien.
liegt im Asi-Tal, an den Hängen des 509 m hohen Berges Silpio, 25 km vom Mittelmeer entfernt und 80 Meter über dem Meeresspiegel. Einst wurde es " Königin des Orients" genannt, denn die Stadt war reich an Kultur, an großen Denkmälern und schönen Kunstwerken.
Dank der günstigen Lage wurde daraus eine Handelsstadt mit regem Verkehr: ganze Karawanen zogen zum Hafen von Seleukia (heute Samandag) hin und her, der durch den Fluss Orontes mit der Stadt verbunden war; dieser Fluss hieß auf Arabisch "der Rebell", da er aufgrund seines gewundenen Verlaufs Strudel und Wirbel verursachte.
Die erste menschliche Ansiedlung mit dem Namen Antigonia, geht auf das Jahr 303 v. Chr. zurück und lag nördlich der heutigen Stadt; sie dauerte aber nicht lange. Den entscheidenden Anstoß für die alte Ansiedlung gab Seleucus I. Nicator, ein Ex-General Alexanders des Großen. Mit Hilfe des genialen Architekten Xenarius machte er aus der Stadt, die er in Erinnerung an seinen Vater Antiochus Antiochia nannte, ein echtes Modell hellenistischer Urbanisierung: gebaut in Schachbrettform, mit geraden Wegen, gesäumt mit Säulengängen und später verschönert von verschiedenen Seleukiden-Königen, die auf einer heute verschwundenen Insel, des Flusses ihren Palast hatten, der später Sitz der römischen Gouverneure wurde.
Der Historiker Strabone nannte die Stadt Tetrapolis (Vier-Stadt) aufgrund der nacheinander gebauten Stadtviertel, die alle mit einer eigenen Mauer umgeben waren, dann aber nochmals von einer gemeinsamen Mauer umschlossen wurden, begonnen von Antiochus IV. und später erweitert von Justinian. Sie hat einen Umfang von 30 km.
Als 64 n. Chr. Pompeius Syrien zur römischen Provinz erklärte, wurde Antiochia zur Hauptstadt. In der Folgezeit nahm sie nach und nach Beziehungen auf zu allen umliegenden Regionen. Der weite Mauerring und reichlich fließendes Wasser gestatteten eine ständige Ausdehnung und Verschönerung. Nach Auskunft der Historiker zählte Antiochia bis zu 300.000 Einwohner (plus 200.000 Sklaven).
Eine Prachtstraße mit doppelten Bogengängen, gesäumt von Villen, reich an Mosaiken, durchquerte die Stadt..
Antiochia behielt Ansehen und Bedeutung bis zur arabischen Invasion im 7. Jh. Sein Niedergang wurde beschleunigt durch ein Erdbeben im Jahr 526, das 200.000 Opfer forderte.
Im 10. Jh. eroberte es erneut Kaiser Nikeforus Foca, aber ein Jahrhundert später ging es wieder verloren. 1098 wurde die Stadt von den Kreuzfahrern eingenommen und blieb für 170 Jahre in den Händen der Christen, bis sie ihnen 1268 wieder vom Sultan Bairbas entrissen wurde. Seit 1939 ist Antiochia eine Provinz der Türkei.

Das christliche Antiochia
Antiochia gewann besondere Bedeutung in den ersten hundert Jahren des Christentums, denn innerhalb seiner Mauern wurde nicht nur ein Evangelium geschrieben (wenn wahr ist, dass Matthäus hier das seinige schrieb), sondern hier erfuhr die Gute Nachricht auch ihre erste denkerische Vertiefung und kulturelle Verwurzelung in der Geschichte.
Die Apostelgeschichte berichtet, dass nach dem Martyrium des Stephanus "einige Bürger von Zypern und Zyrene nach Antiochia kamen und auch den Griechen die frohe Botschaft von Jesus, dem Herrn, verkündeten. Die Hand des Herrn war mit ihnen, so dass viele zum Glauben kamen und sich zum Herrn bekehrten" (Apg 11 ,20-21).
Die Bekehrungen wurden dadurch erleichtert, da in der Stadt eine große jüdische Gemeinde bestand, die viel offener war als jene zu Jerusalem; in der Synagoge las man z. B. die Bibel in Griechisch. So wuchs die Kirche Antiochiens nicht nur zahlenmäßig, sondern wurde auch so bedeutend, dass ihre Mitglieder eine Bezeichnung erhielten, die dann in die Geschichte einging; sagt doch die Apostelgeschichte: "In Antiochia wurden die Jünger Jesu zum ersten Mal Christen genannt" ( Apg 11,26).
Außerdem wurde Antiochia auf vielfache Weise Brückenkopf zur heidnischen Welt: vor allem durch die drei Missionsreisen, die Paulus ja in Antiochia begann; durch den Aufenthalt des Petrus (42-48), bevor er sich in Rom niederließ; durch das Zeugnis der Märtyrer, angefangen bei Ignatius von Antiochien; durch das Apostelkonzil, das erklärte, die jüdischen religiösen Bräuche seien für die aus dem Heidentum kommenden Christen nicht verbindlich (Apg 15, 19-21); durch die Schriften des Bischofs Theophilus, der Berührungspunkte zwischen heidnischer Gotteslehre und christlichem Glauben suchte; durch die Predigt des heiligen Johannes Chrysostomus, der aus Antiochia stammt, und durch viele andere Anstöße, die mit der berühmten Aniochener Schule verbunden sind.
Nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 wurde Antiochia eines der bedeutendsten Zentren der Christenheit. Von seinem Patriarchensitz hingen 12 Kirchenprovinzen mit 167 Bischofssitzen ab. Die Eroberung der Stadt durch die Araber minderte die politisch - religiöse Bedeutung, die allerdings mit Beginn der Kreuzzüge wieder zunahm, bis sie dann 1268 mit der Herrschaft der Mamelucken endete.
Heute ist Antiochia Titularsitz von drei katholischen Patriarchaten : dem syrischen, dem maronitischen und griechisch - melchitischen, und von zwei orientalischen: dem griechisch - orthodoxen und dem syrisch - jakobitischen.

Die katholische Kirche


Die katholische Kirche des lateinischen Ritus hatte durch all die Jahrhunderte Antiochia nicht aus den Augen verloren, auch wenn sie erst 700 Jahre nach den Kreuzfahrern wieder in diese Stadt zurückkehrte, und zwar 1846 mit den Kapuzinern.
Der erste, der hier ankam, war Pater Basilius Galli aus der Ordensprovinz Parma; er hatte sich die Erlaubnis direkt bei Papst Pius IX. geholt. Er eröffnete eine Kapelle und eine kleine Schule. Er gewann rasch die Sympathie der Leute, bezahlte aber seinen unermüdlichen Eifer mit dem Leben: am 12. Mai 1851 erlitt er das Martyrium. Der italienische Kapuziner wurde sofort von französischen Mitbrüdern ersetzt, die einen kleinen Konvent aufmachten und 1852 vom Sultan die Erlaubnis erhielten, in Antiochia für die Katholiken des lateinischen Ritus eine Kirche zu bauen. Sie war nach wenigen Jahren fertig. Durch all die wechselvolle Geschichte blieben die Kapuziner 90 Jahre am ursprünglichen Ort; den Franzosen schlossen sich Brüder aus dem Libanon an. Doch 1939 mussten sie in den neuen Stadtteil umziehen, und zwar in eine ehemalige Lakritzenfabrik, die zuvor einige Jahre von den Armeniern als ihre Kirche benutzt worden war, bevor sie nach Syrien ausreisten.
Als die französischen und libanesischen Kapuziner sich zurückzogen, wurde 1964 die Betreuung der katholischen Gemeinde Antiochias den Kapuzinern von Parma anvertraut, die hin und wieder von Mersin herkamen.
Erst 1973 nahm dort ein Ordensmann festen Wohnsitz an. Doch 1977, als jeglicher Besitz konfisziert wurde, sah er sich gezwungen, in ein Haus überzuwechseln, das im historischen Zentrum von AIt-Antiochia liegt.
Man kann es Fügung Gottes nennen, nun in einem idealen "ökumenischen Dreieck" zu wohnen: nur wenige hundert Meter von der Synagoge entfernt, nicht weit von der orthodoxen Kirche und sogar im Windschatten einer alten Moschee. Ein angrenzendes Haus wurde später dazuerworben und beide renoviert. Sie bilden heute ein einheitliches Bauwerk, das durch seinen orientalischen Stil sehr beeindruckt. Zur katholischen Kirche in Antiochia gehören heute: ein kleiner Konvent, das den Aposteln Peter und Paul geweihte Kirchlein, zwei Säle für die christliche Gemeinde und zum Empfang der Pilger, sowie drei schöne Gärten, in denen sich alle wohlfühlen, die bis hierher finden, um zu beten oder einfach die christlichen Stätten zu besuchen. Die Restaurierungen zogen sich zwei Jahre hin (1989-91) und standen unter Leitung eines Architekten vom Ort: Selahattin Altinöz. Die Katholiken sind zur Zeit eine "kleine Herde" von etwa zehn Familien. Doch wie der Sauerteig sich mit dem Mehl vermengt, so versuchen auch sie, brüderlich mit den orthodoxen Christen mutig die Botschaft zu bezeugen, die ihnen verkündet wird. Seit 1988 wird in Antiochia das Osterfest zum selben Termin gefeiert wie in der orthodoxen Kirche: Man spürt hautnah den Ruf zur Einheit der christlichen Familie und will alles tun, um ihr näherzukommen.

Die Grotte des Heiligen Petrus


Das Innere der Grotte
Die einzige in Antiochia verbliebene christliche Spur ist die sogenannte Petrusgrotte. Sie liegt etwas mehr als 1 km vom Stadtzentrum entfernt, an der Straße nach Syrien. Es handelt sich um eine natürliche Ausbuchtung, 9,50 m breit, 13 m lang und etwas über 7 m hoch, die von den Kreuzfahrern am Westhang des 292 m hohen Kreuzberges (Stauris) mit zwei Bogen verlängert wurde, die sie mit der heutigen Fassade verbinden. Nach der Überlieferung versammelte sich hier die erste christliche Gemeinde um Paulus, Barnabas, Petrus und dann um die ersten Bischöfe der Stadt.
Über einem freien Platz, der einmal als Grabstätte für die Christen diente, erhebt sich die im vergangenen Jahrhundert erbaute Fassade byzantinischen Stils, mit drei Türen, die in die Grotte führen. Dort im Fußboden sind Reste eines Mosaiks erhalten, die auf eine sehr frühe Zeit zurückgehen. Nah bei der Rückwand steht ein Altar aus weißem Stein, überragt von einer Nische, in die 1932 eine weiße Marmorstatue des heiligen Petrus gestellt wurde. An derselben Felswand sind Reste von Fresken zu sehen, die sicher einmal die ganze Fläche über dem Altar bedeckten. Hinter ihm wurde 1990 der Bischofssitz aus Stein errichtet.
Unten zur linken öffnet sich ein Tunnel, der wahrscheinlich dazu diente, bei unvorhergesehenen Überfällen ins Gebirge fliehen zu können. Rechts entsprang bis vor wenigen Jahren eine Quelle aus dem Felsen. Heute steht da noch ein Bassin, das im Altertum wohl als Taufbecken diente.
Die Grotte wurde gegen 1580 von den Muslimen den Orthodoxen überlassen, die sie bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts als Kult- und Begräbnisstätte benutzten. 1856 wurde der französische Konsul Eigentümer der Grotte. Er schenkte sie dem Heiligen Stuhl. Dieser übertrug, mittels des Apostolischen Delegaten in Syrien, Monsieur Brunoni, den Kapuzinern die Seelsorge im Heiligtum.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können die Kapuziner und Priester, die es wünschen, dort jeden Sonntag und an Festen die Messe feiern (einschließlich Mitternachtsmesse an Weihnachten) Auf Anfrage steht die Grotte auch für Gruppengottesdienste zur Verfügung und für besondere Feierlichkeiten wie zum Beispiel kirchlich Trauungen.

Daphne-Harbiye


9 km von Antiochia entfernt liegt Harbiye, erbaut auf dem alten Daphne, wo ein heiliger Bezirk war, bestehend aus einem Apollo geweihten Wald und mehreren Heiligtümern. Die Mythologie will wissen, dass sich hierhin die Nymphe Daphne geflüchtet und, um der galanten Verfolgung durch Apollo zu ent-kommen, in einen Lorbeerbaum (griechisch: Daphne) verwandelt hat.
Mehrere Herrscher verschönerten Daphne so sehr, dass es als 'Ort der Wonnen" den Glanz Antiochias in den Schatten zu stellen drohte. In der Tat wird Antiochia in einigen Werken Epidaphne genannt, d.h. Stadt bei Daphne. Die Ruinen von Daphne sind unbedeutend. Da aber der Ort dank Schatten und Wasser frische Kühlung spendet ist er an Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel.

Die orthodoxe Kirche


Immer gab es zu Antiochia Christen, auch wenn ihre Zahl im Laufe der Jahrhunderte abnahm. In Hatay bestand und besteht eine feste christliche Gemeinde orthodoxer Konfession, aber arabischer Sprache (bis 1939 gehörte die Region zu Syrien). Trotz vieler Wechselfälle der Geschichte hat diese Gemeinde und ihr Klerus die Tradition der Väter fortgeführt. Das ist unstreitig ihr Verdienst. Ihre Bischöfe und Patriarchen geben sich heute noch gerne den Titel Antiochener, auch wenn sie ihren Sitz in Syrien haben.
Heute stellen die Orthodoxen in Antiochia die zahlenmäßig größte Gruppe der Christen dar (etwa 250 Familien). Sie haben eine schöne Kirche, die im vergangenen Jahrhundert nach einem verheerenden Erdbeben mit Hilfe der russischen Kirche wiedererrichtet wurde.
Zu Gebetszeiten (morgens und nachmittags) steht sie offen; ein Besuch lohnt sich, und sei es auch nur, um die glanzvollen russischen Ikonen zu bewundern, die man hier aufbewahrt, und die schöne Steinkonstruktion im typisch lokalen Stil.

Seleukia-Samandag


Wenn man die Straße nicht weit von Saman Dagi entlangfährt, wo man auf dem Gipfel die Ruinen von zwei Basiliken sieht mit der Säule des Säulenstehers Simon (der 30 Jahre lang auf einer Säule lebte und 592 starb), kommt man nach Seleukia Pieria, 32 km von Antiochia entfernt. Von der alten, im 3. Jh. v. Chr. erbauten Stadt, sind nur Reste des Hafens erhalten; von ihm aus Iichtete Paulus die Anker für seine erste Missionsreise (vgl. Apg 13,4).
Unweit vom Hafen kann man einen mächtigen Tunnel sehen, der unter den Kaisern Vespasian und Titus erbaut wurde. Er stellt ein hervorragendes Werk römischer Ingenieure dar, die damit den Lauf eines Flusses umleiteten, der den Hafen zu verstopfen drohte. Die gigantische Arbeit wurde von vielen Sklaven ausgeführt, darunter nach dem Fall Jerusalems (70) verschleppte Juden.

Archäologisches Museum Antakya




Geschichte
Die ersten Ausgrabungen in Antakya und Umgebung wurden ab 1932 durchgeführt. Auf Anregung des beteiligten französischen Archäologen M. Prost wurde der Bau eines Museums beschlossen und unter der architektonischen Leitung von M. Michel Ecocherde 1934 begonnen. Die Bauarbeiten waren 1939 abgeschlossen, als der vormalige Sandschak Alexandrette als Provinz Hatay der Türkischen Republik angeschlossen wurde. Darauf dauerte es weitere neun Jahre, bis die in Depots gelagerten Ausstellungsstücke in die Museumsräume verbracht und das Museum am 23. Juli 1948 zum Befreiungsfest Hatays eröffnet werden konnte. Da die Anzahl der Exponate durch weiter gehende Ausgrabungen beständig anstieg, musste in den 1960er Jahren ein Anbau in Angriff genommen werden, der nach vierjähriger Bauzeit 1973 eröffnet wurde. Die Zahl der Ausstellungsräume stieg damit von fünf auf acht.
Ausstellung


Aus Grabungen des Chicago Oriental Institute der Universität Chicago in der Amikebene 1933–1938 stammen Exponate aus prähistorischer, assyrischer und hethitischer Zeit sowie aus der Herrschaftszeit von Mittani. Die Fundorte sind Tell Cüdeyde, Tell Taynat, Dehep und Çatal Höyük (nicht identisch mit Çatalhöyük bei Konya). Dazu gehören ein Relief mit assyrischen Soldaten, die über die Leichen ihrer geköpften Feinde marschieren und die Köpfe in den Händen tragen, aus Taynat (7. Jahrhundert v. Chr.) sowie Säulensockel mit Löwenfiguren, ebenfalls aus Taynat (8. Jahrhundert v. Chr.). Eine Statue des römischen Kaisers Lucius Verus aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. wurde im Gebiet von Samandağ gefunden. In der Amikebene sind über 150 weitere Siedlungshügel bekannt, die aber nur teilweise untersucht sind.
Die Grabungen von Leonard Woolley für das Britische Museum in Tell Açana (Alalach) 1937–1949 brachten in 17 Schichten Fundstücke aus der Zeit vom vierten bis Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends zu Tage. Hierzu gehören Idole aus der Mittani-Zeit, Altäre, Keramiken, hethitische Portallöwen und ein Relief des hethitischen Königs Tudhalija IV. Die Ausgrabungen in Alalach wurden ab 2000 von der Universität Chicago im Rahmen eines seit 1995 stattfindenden Surveys der Amikebene fortgesetzt.
Der überwiegende Teil der im Museum ausgestellten Mosaiken stammt von Grabungen, die die Universität Princeton in Zusammenarbeit mit den Musées Nationaux de France in den Jahren 1935–1939 in Antakya selbst, dem antiken Antiochia am Orontes, und der näheren Umgebung, in Samandağ (Seleukia Pieria), İskenderun (Alexandrette) und dem Hain von Daphne, dem heutigen Erholungsgebiet Harbiye südlich von Antakya, durchführte. Unter den zahlreichen bis zu 25 m² großen Werken sind besonders hervorzuheben:
• Die vier Jahreszeiten, aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., gefunden in einer Villa in Daphne, in dessen vier Ecken je eine die Jahreszeiten darstellende Figur zu sehen ist. Weiter sind Szenen aus der griechischen Mythologie dargestellt, darunter Bellerophon und Stheneboia, Paris und Helena, Hippolytos und Phaidra, die Jagd auf den Kalydonischen Eber und in der Mitte, stark zerstört, Jason und Medea.
• Okeanos und Thetis, aus dem 4. Jahrhundert, gefunden in Daphne. Meeresgott und -göttin sind mit den Tieren des Meeres und Eros, auf einem Wal reitend, dargestellt. Von Okeanos und Thetis sind noch zwei weitere Mosaiken zu sehen, eins aus Iskenderun und eines aus Antakya.
• Das Yakto-Mosaik, aus dem 5. Jahrhundert, gefunden in Yakto bei Harbiye (Daphne). In der Mitte ist in einem Medaillon Megalopsychia zu sehen, die Seitenbordüren zeigen Jagdszenen aus der Mythologie, die Akteure sind jeweils namentlich bezeichnet: Adonis jagt einen Eber, Narkissos kämpft mit einem Löwen, Teiresias[1] mit einem Panther, Akteo mit einem Bären, Hippolytos mit Fabeltieren und Melagros mit einer Tigerin. Auf den Außenbordüren sind Szenen des täglichen Lebens abgebildet.
• Das wappenförmige Büffet-Mosaik, aus dem 3. Jahrhundert, gefunden in Daphne. Im unteren, halbkreisförmigen Teil ist Ganymed abgebildet, der einem Adler Wasser reicht, umrahmt von Tellern mit Speisen, im oberen Teil sind verschiedene Vögel dargestellt.
• Das achteckige Soteria Mosaik, aus dem 5. Jahrhundert, im Fußboden eines Bades in Narlıca bei Antakya gefunden. Es zeigt Soteria als vornehme Frau mit einem Kranz auf dem Kopf und einer Halskette.
• Zahlreiche kleine, teils kuriose Abbildungen wie der glückliche Bucklige, der Fischermohr, Herakles, der als molliger sechs Monate alter Säugling mit zwei Schlangen kämpft, sowie mehrere Darstellungen des betrunkenen Dionysos.

19 Eylül 2011 Pazartesi

Theotokos Pammakaristos Klosterkirche - Fethiye Cami



Hauptgebäude:
Umgangskirche, ehemalige Klosterkirche, geweiht der Theotókos Pammakarístos (Kloster der allerseligsten Gottesgebärerin).
Naos mit eigenem Narthex, dreiteiliger Apsis (heute vollständig abgetragen und durch Mihrab-Raum ersetzt), zentrale Kuppel über griechischem Kreuz gestützt von Eckpfeilern, war ursprünglich durch Tripelarkaden an Nord- und Südseite abgetrennt vom Umgang; Umgangshalle; 3 Zisternen (Im Osten, Westen und unter der Kirche).
Die Kirche enthält mehrere Arkosolgräber, Michael Glabas war in einem Grab in der Nordwand "begraben". Diese Art von Gräbern waren meist mit Fresken ausgemalt, die die Präsenz der Verstorbenen in der Kirche versinnbildlichen sollten.
Die Fresken an der südl. Außenwand:
An der südl. Außenwand des Kernbaus ließ die Glabas Familie Fresken im paläologischen Stil anbringen (um 1300). Es waren sowohl figürliche Darstellungen als auch Ornamentbänder, in der oberen Zone war ein Zyklus zu Mariä Himmelfahrt, in der unteren Zone waren Szenen aus dem Alten Testament, die auf Maria bezogen wurden. Durch den Bau des Parekklesions wurden sie hauptsächlich verdeckt/zerstört. Übriggeblieben sind: "Maria betet in ihrem Haus", "Hlg. Petrus" aus dem oberen Zyklus; "Die verschlossene Türe" (Ezek. 44:2) aus dem unteren Zyklus und einige ornamentale Darstellungen. "Die verschlossene Türe stellt Priester mit Opfergaben vor einem Altar und der verschlossenen Türe durch die Gott eingetreten ist. Diese alttestamentarische Darstellung präfiguriert die neutestamentarische Empfängnis Mariae.
Reliquien die im 16. Jh. im Pammakaristos-Kloster gewesen sein sollen:
1. Der Körper der Hlg. Euphemia; 2. Teil der Säule der Geiselung; 3. Der Körper des Hlg. Lukas; 4. Der Körper des Hlg. Andreas (1583: der Patriarch Jeremias schickt dem Papst eine Hand (oder ein Arm) des Hlg. Andreas und ein Finger des Hlg. Johannes Chrysostomos) 5. Der Schädel der Mutter der Makkabäer; 6. Der Schädel der Maria Salome; 7. Ein Wasserglas des Fests zu Cana; 8. Der Körper der Hlg. Paraskeve; 9. Eine Hälfte der Dornenkrone; 10. Der Körper der Hlg. Theophano, der Kaiserin; 11. Die Reliquien des Hlg. Mercurius; 12. Reliquien des Hlg. Johannes Chrysostomos; 13. Der Schleier der Maria; 14. Der Körper eines 10-12 jährigen Kindes.
Bauzeit
komnenisch (mittelbyzantinisch), Anfang des 12. Jh.:
Angegeben werden Zeiten zw. 8. Jh. und 13. Jh.!
Gründer: Johannes Komnenos, der sonst kaum auftritt, und seine Gemahlin Anna Doukaina.
Ermittlung der Bauzeit:
Naos war Umgangskirche (Tripelarkaden, Überkuppelter, quadratischer Innenraum mit U-förmigem, überwölbtem Umgang).
Die Fassade ist geschmückt mit sich verjüngenden Bögen um die Fenster (Gewände, voussoir Ringe) typisch für 11. u. 12. Jh.
"Recessed brick technic": Jede zweite Lage von Ziegeln ist nach hinten versetzt und dick mit Mörtel bedeckt. Sichtbar in der Kuppel, in den Kuppelbögen und an kleinen Teilen der Südfassade. Diese Technik wurde im späten 10. Jh. entwickelt und war weit verbreitet im 11. u. 12. Jh. Keines der vielen Beispiele dieser Technik kann mit Sicherheit nach das 12. Jh. datiert werden.
Kirche wurde "de novo" erbaut. Denn unter der Kirche liegt (in über 6m Tiefe) eine Zisterne in Kreuzform, die Bögen und Säulen dieser Zisterne korrespondieren zu denen der Suprastruktur. Darüber hinaus ist auch in der Zisterne die "recessed Brick technique" angewendet.
Inschrift am Gesims des Bema von John Komnenos und Anna aus der Familie der Doukas als Gründer. Schwierigkeiten ergeben sich bei der Einordnung der Personen, da der Stammbaum der Komnenen nicht feststeht, denn in Byzanz folgte die Verwendung von Zunamen keiner erkennbaren Regel, es konnte der Name der Mutter oder einer ihrer Vorfahren angenommen werden, wenn dieser angesehener war.
Komnenisch, Anfang 12. Jh.
Grabkapelle (Parekklesion)

Die Grabkapelle liegt an der Süd-Ost-Ecke der Hauptkirche und ist kleiner als die Hauptkirche, aber sie besitzt einen ähnlichen Aufbau: Naos mit eigenem Narthex (zweigeschossig), dreiteiliger Apsis, zentrale Kuppel über griechischem Kreuz gestützt von vier Säulen. Sie verkörpert somit den Grundrißtypus der Viersäulenkirche und ist dafür das besterhaltene Beispiel in Konstantinopel. Das Parekklesion ist geschmückt mit Mosaiken und Fresken.
Das Äußere der Grabkapelle wirkt kubisch-schwer im Gegensatz zum hohen Innenraum. Die Westfassade war ursprünglich freistehend - bis zum Ausbau der Mantelräume. Man erkennt außen die typisch spätbyzantinische Dekoration der Außenfassade durch Ziegelmuster, Marmorgesimse, Schachbrett- und Rautenmuster. Schmale Rundnischen an den Ecken rahmen die jeweils drei Blendbögen des Mittelteils. Ein doppelter Sägezahnfries unterstreicht die Dachlinie. Im Gegensatz zu früheren Kirchen wird hier an der Fassade bewußt eine repräsentative Wirkung erzielt. Zwar hat der Ausdruck von Macht und Monumentalität an der Außenfassade durch den Anbau der Mantelräume eingebüßt, doch ist diese Funktion des Baus als Ausdrucksträger für eine Aristokratische Familie auch im Inneren anzutreffen.
Der Narthex diente hauptsächlich für Bestattungen. Dekorationen sind kaum erhalten.
Das Obergeschoß war für die Erbauer gedacht, wenn diese den Gottesdienst besuchten.
Die Kapelle war - da es eine Grabkapelle war - Christus geweiht. Sie war nicht so sehr als Seitenkapelle gedacht als vielmehr als kleinere, eigenständige Kirche. Dies zeigt der eigene Narthex und der ursprünglich vollständige Bilderzyklus.
Das Parekklesion hat als einzige Kirche in Istanbul die Mosaiken des Hauptraumes erhalten. Zwar sind auch in der Kariye viel Mosaiken erhalten, doch nur die der Außenräume, die im Hauptschiff sind fast vollständig zerstört. Zwar stimmt das auch für die Fethiye, doch hat bei ihr das Parekklesion einen anderen Aufbau, es ist sozusagen eine Hauptkirche en miniature, womit den Mosaiken auch ein entsprechender Stellenwert zukommt.
Bauzeit
Frühes 14. Jh.:
Maria Doukaina (Komnene Branaina Palaiologina) erbaute sie für ihren Mann Michael Glabas (* ca. 1235, † nach 1304) um 1310; aus dieser Zeit stammen auch die Mosaiken und Fresken. Glabas und Metochites (Stifter der Chora-Kirche) gehörten zur Aristokratie Konstantinopels und zum kleinen Kreis der geistig-politischen Elite. Das Parekklesion der Pammakaristosklosterkirche ist nicht die einzige Kirche, die von der Glabas-Familie gestiftet wurde.
Michael Glabas Tarchaneiotes
Herkunft unbestimmt (Vater: Glabas (slaw. Glava = Kopf); Mutter: Tarchaneiotai). Geboren um 1235, erste Erwähnung in Quellen 1260 (eskortierte Mico (Mytzes) von Bulgarien nach Kleinasien); militärische Erfolge im bulgarischen Krieg; Karriere: Grand Papias (24th rank), kouropalates (19th rank), pinkernes (15th rank, cup-bearer to the emperor), Grand Constable (12th rank), Protostrator (zweit höchstes militärisches Amt). Damit wird er in der Kirche immer als "Protostrator" angeredet.
Manuel Philes
Dichter, der im Hause Glabas verkehrte, Gedichte von ihm geben Aufschluß über die Verhältnisse im Hause Glabas, einige seiner Gedicht sind im Gesims innen und außen am Parekklesion eingemeiselt.
Cosmas
Nach der Fertigstellung des Klosters vertraute Michael Glabas die Führung dem Mönch Cosmas an, den er in der Provinz kennengelernt hatte. Er wurde bald dem Kaiser Andronikos II. vorgestellt und gewann dessen Vertrauen in dem Maße, daß er zum Patriarch ernannt wurde. Doch die Unterschiede der beiden Personen brachten bald Schwierigkeiten in bezug auf die öffentlichen Angelegenheiten zutage. Einen großen Schock löste unter dem Volk damals ein Akt Andronikos' des II. mehr als alle anderen aus: Um eine politische Beziehung zu bestärken, gab Andronikos seine sechsjährige Tochter Simonis dem Kraal von Servia, der über vierzig Jahre alt war, zur Frau. Cosmas tat alles in seiner Macht stehende, um diese unnatürliche Verbindung zu verhindern, doch scheiterte er. Weitere Meinungsverschiedenheiten zwischen Cosmas und dem Kaiser folgten bis Cosmas endgültig sein Amt als Patriarch aufgab und sich ins Pammakaristos-Kloster zurückzog.
Nach der Eroberung
Nach 1453 blieb das Kloster lange in griechischer Hand. Für 138 Jahre war es der Sitz der Patriarchen von Konstantinopel. Dies geschah, als man im Vorhof der Apostelkirche die Leiche eines Türken fand. Seine Landesgenossen vermuteten natürlich, daß ein Christ der Täter gewesen sei, und da zu dieser Zeit viele Türken um die Kirche wohnten verschlechterte sich die dortige Atmosphäre enorm. Gennadius bat also um Erlaubnis, den Sitz in das Pammakaristos-Kloster verlegen zu dürfen. Daß zu dieser Zeit Nonnen im Pammakaristos-Kloster lebten stellte kein ernsthaftes Hindernis dar. Sie wurden in die Johanneskirche in Trullo abgeschoben.
Mantelräume
Umgeben den Kernbau im Norden, Westen und halb im Süden (bis zum Parekklesion).
Bauphasen:
Die ersten vier Joche möglicherweise vor der Erstellung des Parekklesions (13.-14. Jh.).
Die anderen Joche sind nach dem Parekklesion erbaut worden, angeschlossen kurz nach der Fertigstellung der Grabkirche. Ende 14. Jh. (spätbyzantinisch). Das fünfte Joch hat ein Kreuzgewölbe wie der Narthex, ist jedoch nicht aus der gleichen Zeit.
Im zentralen Joch des westl. Mantelraumes ist im nord-westl. Pfeiler ein Treppenaufgang, der nirgends hinführt, er gehörte wahrscheinlich zu einem Glockenturm, dessen Bauzeit nicht bekannt ist, der aber auf Darstellungen des 16. Jhs. zu sehen sind.
Spätere Veränderungen
Türkische Veränderungen
Umwandlung in eine Moschee wahrscheinlich August 1587 unter Murat III. Damit geschah die Aufgabe des Klosters relativ spät. Vor der Umwandlung diente die Kirche als Sitz der Patriarchen von Konstantinopel.
Der neue Name Fethiye Camii (Moschee des Sieges) erinnert an die Eroberung Georgiens und Azerbaijans durch Sultan Murad III.
Um mehr freien Raum zu schaffen, der in einer Moschee notwendig war, wurden alle raumteilenden Trennungen abgerissen (Tripelarkaden), an Stelle der Apsis trat ein dreieckiger Anbau für die Mihrab. Die Mosaiken des Naos wurden abgerissen, die des Parekklesions überputzt außer dem Pantokrator und den Propheten in der Zentralkuppel. Wahrscheinlich wurde das Minarett Ende des 19. Jh. hinzugefügt. Der Gesamteindruck von außen entspricht jedoch weitgehend noch dem byzantinischen.
Moderne Veränderungen
Während der Renovierungsarbeiten des Byzantine Istitute of America, Inc. in den fünfziger Jahren unseren Jhs. wurden die Mosaiken und Fresken gesäubert und restauriert. Die beiden nördlichen Säulen im Parekklesion wurden in ihrer ursprünglichen Form aus Beton wieder errichtet, auch der Durchgang vom Parekklesion zum Naos wurde wieder vom türkischen Spitzbogen zum ursprünglichen Rundbogen umgestaltet.
Die Mosaiken
Die Kuppel: Pantokrator und Propheten
Die Büste am höchsten Punkt der Kuppel zeigt Jesus als Pantokrator, er schaut wie üblich nach Westen. Es bestehen durchaus Ähnlichkeiten mit dem Pantokrator in der Kariye Camii, jedoch zeigt dieser hier einen ernsteren Gesichtsausdruck als der "humanisierte" Pantokrator in der Kariye.
Die Auswahl der Propheten, die den Pantokrator umgeben, entspricht bis auf eine Ausnahme der alexandrinischen Zusammenstellung der Septuaginta. Daniel wurde durch Moses ersetzt, der oft in der Ausschmückung byzantinischer Kuppeln erscheint.
Die Propheten tragen antike Kleidung und ihre Gesichter sind die eines generalisierten Typus, nur hier und da findet man Ansätze zu einer individuelleren Darstellung.
Fünf der im Parekklesion dargestellten Propheten (Jesaia, Ezekiel, Maleachi, Micha und Joel) haben eine Physiognomie, die für ältere Menschen typisch ist und die wohl mit dem humanistischen Ideal der damaligen Hauptstadt konform war: lange Haare, dünne, lange Gesichter.
Moses ist dargestellt als erwachsener Mann mit kurzem Haar und kurzem Bart. Darüberhinaus weist die stark kontrapostische Stellung auf eine starke emotionale Verfassung.
Im Gegensatz zur üblichen byzantinischen Ausschmückung der Kuppel, die meist die Menschwerdung Gottes betonten, findet sich in unserer Kuppel kein solcher Hinweis, sondern viele der Inschriften weisen auf das letzte Gericht. Dies weist auf die Funktion des Parekklesions als Grabkapelle hin. Weiter betont wird die Funktion als Grabkapelle durch die Auswahl der Inhalte auf den Schriftrollen, sie tauchen zum Teil auch in Begräbniszeremonien auf.
Wie viele byzantinische Nebenkuppeln zeigt auch die vorliegende eine sachlich-nüchterne Darstellung, so sind außer der Umrahmung des Pantokrators durch Dreiecksmuster keine Ornamente zu finden, wie dies z.B. zwischen den einzelnen Kuppelrippen üblich war. Durch das Weglassen der trennenden Ornamentik zwischen den Propheten wird zudem die Einheit der Kuppel betont, wie dies auch in der Apsis der Fall ist.
Die Apsis: Deësis
In der Apsis findet sich eine Deesis; dargestellt sind Jesus Hyperagathos , zu seiner Linken Maria und zu seiner Rechten Johannes der Täufer nach dem traditionellen Typus einer Deesis. Darüber hinaus befinden sich im Kreuzgewölbe die vier Erzengel Michael, Gabriel, Raphael und Uriel .
Die ikonographische Darstellung der Deesis ist traditionell. Jesus, der dem Pantokratortypus entspricht, sitzt auf einem juwelenbesetzten Thron ohne Lehne, auf dem ein Kissen liegt. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Gestik der Arme. Entspricht der linke, das Evangelium haltende Arm anderen Deesisdarstellungen, so erinnert die Haltung des rechten, ausgestreckten Armes an Darstellungen der Auferstehung.
Das Epitheton (hyperagathos: allergütigster), welcher bisher noch in keiner anderen Darstellung gefunden wurde, bezeichnet nicht die Art der Darstellung (wie z.B. Pantokrator), sondern gehört häufig zu liturgischen Texten besonders auch in bezug auf Beerdigungen. Wieder also ein Bezug zur Funktion des Parekklesions.
Bei Maria und Johannes sind keine Besonderheit zu erwähnen, außer der Erhebung Mariä durch einen Schemel gegenüber Johannes, was sonst nirgends in der Kunst bekannt ist. Dies kann als Ausgleich für die Relegation Mariä in eine der Seitenlunetten verstanden werden. Dies ist geschehen, um herauszustellen, daß das Parekklesion Christus geweiht ist.
Inschrift um Christus: (On behalf of her husband Michael Glabas, who was a champion and a worthy Protostrator, Martha the nun (has offered) this pledge of salvation.)
Die Erzengel sind so plaziert, daß die beiden höher gestellten, Michael und Gabriel, auf der Hauptachse liegen. Sie tragen außerdem Zepter und Weltkugel.
Heiligendarstellungen
Die Bischöfe
Die Bischöfe bilden die größte Gruppe der Darstellungen. Zusätzlich zur Prothesis und zum Diakonikon, welches die traditionellen Darstellungsräume für Bischöfe sind, füllen sie auch beide Eckräume im Osten der Kirche.
Alle Bischöfe sind frontal dargestellt und halten ein Evangelium, ihr übliches Attribut. Die Frontalität gibt den Bischöfen ein archaisierenden Charakter, da seit dem späten 12. Jh. die Prälaten in Dreiviertelansicht mit ausgerollten, beschriebenen Schriftrollen in jeder Hand dargestellt wurden. Dies kann durch die spezielle Funktion der Bischöfe erklärt werden, ihre Darstellung steht hier nicht in Bezug zum Gottesdienst wie in anderen byzantinischen Kirchen.
Die Bischöfe stammen aus vielen verschiedenen Ländern: Konstantinopel, Kleinasien, Syrien, Palästina, Ägypten und Italien.
Auffallend ist die große Zahl der Bischöfe, sie ist größer als die aller anderen Heiligen. Dies ist konform mit der allgemeinen Entwicklung in paläologischen Periode.
Ihre liturgischen Gewänder laden zu einem standartisierten Muster ein. Dennoch erscheinen Unterschiede im Zusammenspiel von Körper und Kleid.
Die Kirchenväter
Die Kirchenväter sind alle in der üblichen Kleidung dargestellt: Sie tragen das mit Clavi (vom Hals bis zum Saum reichende, parallel laufende Streifen als Abzeichen des kaiserl. Hofstaates) geschmückte Sticharion (Untergewand der liturg. Gewänder im byz. Ritus), das Phelonion (das dem Priester zustehende Obergewand; glockenförmiger, bis zu den Knöcheln reichender Mantel) und das Omophorion (zu den Bischofsinsignien gehörendes Kleidungsstück, 3,5 m langes und 25 cm breiter, mit großen Kreuzen geschmückter Stoffstreifen aus reiner Seide). Darüberhinaus haben sie die Epitrachelia (zwei aus Seide bestehende, lange, parallel verbundene Bänder mit Kopfdurchschlupf, die mit Kreuzen bestickt sind), Encheiria (rechteckiges Stück Stoff das an das Sticharion über dem rechten Schenkel angehängt ist) und Epimanika. Ist das Phelonion geschmückt nennt man es Polystaurion. Es war im 12. Jh. ein Attribut der Patriarchen, doch im palaiologischen Zeitalter hatten es auch einfache Bischöfe.
Südwestl. Eckraum: Die Mönche
Die hier dargestellten Heiligen stammen alle aus Ägypten und Palästina und sind Stellvertreter für das mönchisch-asketische Ideal, das von dort aus sich in der ganzen Welt verbreitete. Es wurde gesagt, daß die frühen Byzantiner zwei Helden kannten, "die Gewinner im Wagenrennen und die asketischen Heiligen" (N. Baynes). Zur Zeit der Ausmalung der Fethiye hatten sie nur einen Helden: den Mönch. Wenn der Tod sich ankündigte, eilten deshalb aristokratische Leute in Byzanz in's Kloster, um Mönche bzw. Nonnen zu werden. Auch das Parekklesion der Fethiye wurde für einen Aristokraten gebaut, der als Mönch starb, um sich so einen Platz im Himmel zu reservieren, darüberhinaus war die Gründerin des Parekklesions eine Nonne. Außerdem galten die Mönche als wirksame Mittler für die Erlösung. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, warum die Mönche, die zu den eindrucksvollsten Heiligendarstellungen zählen, eine solche Stellung zwischen den anderen Heiligen hatten. Die Darstellung von Mönchen an sich stellt in byzantinischen Kirchen keine Besonderheit dar.
Sie alle tragen die sogenannte "große Amtstracht" (megaloschema), die aus einer dunklen Tunika, einem schwarzen Skapulier (analabos) mit weißen Streifen und einem äußeren, dunklen Mantel (mandyas) besteht. Alle Mönche halten eine geschlossene Schriftrolle und halten die rechte zum Teil in segnender oder Gebetshaltung.
Die Mönche sehen aus wie Aristokraten oder hohe Kleriker, die sich aus der Welt zurückgezogen haben, aber in einer anderen Ordnung ihre Wirkung ausüben. Während die Propheten Ekstase und die Bischöfe starren, würdevollen Ernst ausdrücken, zeigen die Mönche kompromißlose Lebhaftigkeit und offene Emotionen. Selbst die Kleidung scheint teilzuhaben an den ruhelosen und gewaltigen Charakteren der Mönche. Die Köpfe haben idiomatische Züge aber auch Gemeinsamkeiten wie die langen fließenden Bärte, die hohe Stirn, die zusammengezogenen Augenbrauen und den scharfen zur Seite gewendeten Blick. Dies ist wesentlich ein antikes Vokabular, das seit dem Hellenismus intenses Pathos beschreibt. Zwar folgen die Figuren bestehenden Typen, doch werden diese mit neuem Gefühl und Interesse interpretiert.
Der Festzyklus
Die Taufe
Die Taufe Christi ist die einzige, vollständig erhaltene szenarische Darstellung im Parekklesion.
Jesus steht in der senkrechten Mittelachse des Bildes leicht nach links geneigt und die Rechte leicht zur Segnung erhoben. Obwohl in der Paläologischen Periode nicht üblich ist er ganz nackt dargestellt. Jesus steht vor dem Wasser nicht darin, dies ist typisch für die byzantinische Kunst im Gegensatz zur westlichen (vgl. Bronzetüren Ghibertis). Der starke Faltenwurf von Johannes' Mantel betont die Dramatik der Szene, die durch die felsigen Ufer des Jordans gesteigert wird.
Rechts ist eine Personifikation des Jordans zu sehen, solche Personifikationen sind in der byzantinischen Kunst seit der Komnenischen Periode zu beobachten. Die linke Allegorie stellt das Meer dar. Beide kommen von Psalm 113:3 (griech. u. lat. Zählung) bzw. 114:3 (hebräische Zählung) her: "Das Meer sah es und floh, der Jordan wich zurück." Weiterhin ist der typische rote Fisch zu sehen.
Spannung zwischen "offener" (Raum-) und "geschlossener" (Flächen-) Komposition.
Dreiteiliger Bildaufbau: Mittelteil wird vom Fluß und der Trinitätsgruppe eingenommen; dies ist sozusagen das Rückgrad. Er ist gekennzeichnet durch unbeweglichen Ernst, Würde. Gegen diesen Ruhepol treten die heftigen Bewegungen der Seitenfelder. Die ungleiche Verteilung in diesen Teilen (1:4) wird ausgeglichen durch die stärkere und ausdrucksvollere Bewegung des Johannes und durch einen komplexeren Landschaftshintergrund und natürlich durch die Bedeutungsgröße Johannes'. Die drei unteren Engel sind pyramidal angeordnet und der oberste (vierte) Engel schafft eine Verbindung zu dem Täufer, so daß das Bild einen Abschluß bekommt der sich in den architektonischen Rahmen einfügt. Der Aufbau der Engel wirkt wie die Abfolge einer Bewegung durch mehrere Bilder von oben nach unten wie in einem Film.
Die Himmelfahrt Christi
Trotz der fragmentarischen Erhaltung dieses Freskos kann es identifiziert werden. Da die drei barfuß sind und an ihren Kleidern kann man sie als Apostel erkennen. Die Stellung der Zeugen in bezug auf die Haupthandlung (normalerweise in der Mitte im oberen Drittel), weist auf die Himmelfahrt hin, obwohl die beiden linken Figuren nicht die angemessene Stellung zeigen (die linke Person würde Christus den Rücken zukehren). Solche kontrastierenden Stellungen der Apostel in dieser Szene sind allerdings keine Ausnahme in vergleichbaren Darstellungen. Weitere Beweispunkte für die Identifikation sind: 1. Die Himmelfahrt wurde immer im Ostteil der Kirche dargestellt und 2. die einzige andere Darstellung, die für den Festtagszyklus in Frage käme wäre die Himmelfahrt (Dormitio) Mariä, die für gewöhnlich im Westteil der Kirche dargestellt wird.
Daß von einem so kleinen Relikt der Bildinhalt rekonstruiert werden kann, ist ein anschauliches Beispiel für die Homogenität und Kontinuität der byzantinischen Kunst.
Die Ornamente
Die Pflanzenornamente sind geprägt von frühchristlichem Einfluß (vgl. St. Sophia) und hatten wahrscheinlich (besonders in Grabkapellen) paradiesische Konnotationen. Das Wellenmuster um die Heiligenfiguren war in Mittelbyzantinischer Kunst unbekannt und ist in spätbyzantinischen Kirchen nur in vier Beispielen bekannt, zwei davon sind diese und die Chora-Kirche. Alle anderen Ornamente sind nur Weiterführungen der schon in der Mittelbyzantinischen Periode verwendeten Muster.
Interpretation der Mosaiken
"Die Mosaiken in der Grabkapelle von Panagia Pammakaristos wirken im Vergleich zu den etwa gleichzeitig entstandenen Mosaiken der Chorakirche sicherlich deshalb so empfindsam und fast allzu anmutig, weil der General Michael Glabas wie viele Armee-Offiziere eher sentimentale Vorlieben hatte, wohingegen Theodoros Metochites ein von klassischer Bildung durchdrungener Philosoph war, der einen möglichst klassischen Stil für seine Stiftung verlangte."
Was hat die Ausstattung mit General Michael Glabas zu tun, der ja schon tot war? Seine Witwe wird wohl gemeint sein.
"Die Mosaiken der Grabkapelle der Panhagia Pammakaristos sind technisch hervorragend, jedoch von einer Anmut, ja fast sentimentalen Schönheit und entbehren die kraftvolle Lebendigkeit der Chorakirche."
Das Ausschmückungssystem
Das Gebäude scheint hauptsächlich als Zeichen der Frömmigkeit, des Reichtums und der Vornehmheit der Gründer gedacht gewesen zu sein. Dazu wurde nicht nur Manuel Philes als Dichter engagiert, sondern auch die besten Künstler der Zeit, um diesen Grad der Exzellenz zu erreichen.
Der Raum ist klar in vier Raumzonen gegliedert. Diese variieren in Komplexität der Ausschmückung und Architektur.
Die Sockelzone hat eine einfache Struktur und ist mit Marmorverkleidung und einzelnen figuralen Mosaiken ausgeschmückt. Die wenig abwechslungsreiche Wandverkleidung mit einzelnen Mosaiken korrespondiert mit der einfachen Raumstruktur. Diese Zone ist sozusagen das Preludium für die anderen komplizierteren Zonen.
Die zweite (Arkaden-) Zone steht zur unteren in starkem Kontrast und erreicht die größte Komplexität, sie beinhaltet Fenster, Lunetten, Pfeiler, Arkaden, usw. Auch ihre Ausschmückung wird vielfältiger: in den Eckräumen sind Mosaiken verschiedener Themen und Ornamente. Die Einheit der Sockelzone wird hier zur Dualität des Hauptschiffs mit seiner Marmorverkleidung, welche eine Überleitung von der Sockel- zur Arkadenzone herstellt, und den Eckräumen mit ihrem Mosaikschmuck. Nimmt man die Arkadenzone für sich, erscheint sie wie eine Reihe Portale durch die man vorbei an den "Wache stehenden" Heiligen vom Schlichten Hauptschiff in die reich dekorierten Eckräume gelangt, die Dekoration unterstützt somit die Raumaufteilung. Die Eckräume selbst sind in sich wundervoll strukturierte Einheiten. Ihre Gewölbe erheben sich wie Baldachine über den Goldmosaiken, Bögen und Lunetten. Die Mitte jedes Baldachins öffnet sich zu einem Medaillon mit einer Büste eines Heiligen in einem Schachbrettrahmen. Die Baldachine sind umgeben von blauen oder roten Rahmen und aus ihren Ecken wachsen Pflanzenornamente. Diese Akanthus-Dekoration ähnelt der des Narthex der Chora Kirche und ist eine Übernahme aus der frühbyzantinischen Kunst.
In der dritten Zone sinkt der Grad der räumlichen Komplexität: klar treten die Seitenarme des Hauptschiffes hervor, doch bleibt der der Ausstattung durch eine Vielzahl an Motiven. Die oberste Zone stellt die völlige Einheit wieder her: Die Kuppel besitzt die klarste Form und ihr Schmuck besitzt ein Thema: Christus. Bewußt wird in der Kuppel die Wandaufteilung durch die Rippen unterdrückt, indem keine Rahmen zwischen die Propheten gezogen werden, wie dies in anderen Kirchen der Fall ist. Trotz der Rippen scheinen die Propheten sich in einem einheitlichen Raum zu bewegen und zu interagieren. Somit bestimmt die Dekoration wieder zu einem großen Teil die Aufteilung des Raumes, und Architektur, Dekoration und Bildinhalte schließen sich zu einem Gesamtkonzept zusammen, an dessen Höhepunkt die Einheit steht.
Wie die Kuppel gehört auch die Apsis zum "Himmelreich". Und so finden wir auch in der Apsis die gleichen darstellerischen Mittel wie im Dom. Auch hier wird über die architektonische Gliederung des Baus hinweg die Einheit betont. Dies geschieht durch einen einheitlichen Goldgrund und durch die triptychonähnliche Anordnung der Personen, die normalerweise bei der Deesis auf einer Wand abgebildet sind. Eine weitere Ausnahme zu dem traditionellen, i.e. mittelbyzantinischen, Bildersystem ist in der Apsis zu finden, denn üblicherweise war die Apsis der Jungfrau Maria vorbehalten. Daß sie hier zur Seitenwand verdrängt wurde, läßt sich aus der Inschrift, die bezeichnenderweise auch nicht bildnerisch herausgehoben ist, sondern auf dem einheitlichen Goldgrund plaziert ist, erklären: Die Kirche ist Christus geweiht und er steht somit an den beiden herausragendsten Stellen. Vielleicht als Ausgleich dafür wurde die Maria durch einen Schemel über die anderen Figuren erhöht.
Jede Zone wird von der unter ihr liegenden Zone "eingefaßt", so daß sich vier Stufen ergeben vom Höchsten zum Niedrigsten. Getrennt sind die einzelnen Zonen durch Friese, auch diese variieren in ihrer Ausführung. Das oberste ist ein Relief, das darunter besteht aus Einlegearbeiten (Champlevé Fries: Der Löwe könnte ein Wappen der Glabas-Familie darstellen.), das unterste ist nur noch gemalt.
Dieses Schmucksystem ist im Laufe der Jahrhunderte nach dem Bilderstreit entstanden und findet sich in vielen anderen byzantinischen Kirchen, doch im Parekklesion der Fethiye wirkt es besonders durch die gelungene Reduktion auf eine außergewöhnlich kleine Größe.
Vergleicht man das Parekklesion der Fethiye mit dem der Kariye so fallen große unterschiede auf. Allgemein wird in der Kariye nicht ein eigener Bilderzyklus aufgebaut, sondern eher der in der Hauptkirche komplementiert. Darüberhinaus steht bei diesen Darstellungen (und auch bei denen der Narthikes) die Dramatik, die Bewegung und das erzählerische Detail im Vordergrund, im Gegensatz zur Klarheit und zum logischen Aufbau, wie dies wohl in der späten Epoche üblich war. Vor diesem Hintergrund erscheint die Fethiye in ganz anderem Licht, hier herrscht das "Klassische" vor.